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07.03.2006

09:07 Uhr

Freihandelsabkommen

Mexiko büßt Marktanteile im Handel mit den USA ein

VonKlaus Ehringfeld

Zwölf Jahre nach Inkrafttreten des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta verliert Mexiko zunehmend seine privilegierte Position im Handel mit den USA. Die Zeit der spektakulären Exportzuwächse sei vorbei, was für die mexikanische Wirtschaft eine wachsende Gefahr bedeute, warnte kürzlich der mexikanische Außenhandelsrat.

MEXIKO-STADT. Das Nafta-Abkommen trat am 1. Januar 1994 in Kraft und soll die Zölle auf Waren und Dienstleistungen zwischen Mexiko, den USA und Kanada schrittweise abbauen.

Mexiko hat seinen Platz als zweitwichtigster Lieferant für die USA nach Kanada inzwischen an China abgeben müssen. Die Vereinigten Staaten bezogen offiziellen Zahlen zufolge 2004 bereits 13,3 Prozent ihrer Importe aus dem asiatischen Land, Mexiko kam auf einen Anteil von 10,6 Prozent.

Schuld am Verlust der Marktanteile in den USA sei die expansive Freihandelspolitik der USA vor allem in der Region, argumentiert der mexikanische Außenhandelsrat. Die Regierung in Washington hat in den vergangenen Jahren verstärkt bi- oder multilaterale Handelsabkommen geschlossen – etwa mit Zentralamerika und Chile. Dadurch gingen Mexiko exklusive Vorteile verloren.

Aus Sicht von Experten trägt der Nafta-Staat Mitverantwortung für den Verlust seiner Marktanteile. Giselher Foeth, Vize-Geschäftsführer der Deutsch-Mexikanischen Handelskammer Camexa, meint etwa, das Land habe sich zu lange auf dem Vorteil der geografischen Nähe zu den USA ausgeruht und nicht genügend um seine Position auf dem US-Markt gekämpft. In dem Maße wie die Löhne in China deutlich unter die mexikanischen gefallen und die Transportkosten über See gesunken seien, hätten sich die natürlichen mexikanischen Vorteile relativiert. Daneben habe es Mexiko nicht geschafft, den Status der verlängerten Werkbank für die USA zu überwinden, kritisiert der Ökonom Clemente Ruiz Durán von der Nationalen Universität Unam. „Die Industrie hat sich technologisch nicht weiterentwickelt und keine Güter mit größerer Wertschöpfungstiefe hergestellt, um so einen dauerhaften Vorteil gegenüber anderen Standorten zu erreichen“, sagt er.

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