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13.04.2013

01:39 Uhr

Freihandelszone

Barroso wirbt für neuen Wirtschaftsraum

Auf dem Weg zu einem gemeinsamen Wirtschaftsraum mit den USA, rührt EU-Kommissionspräsident Barroso die Werbetrommel. „Wir brauchen das Wachstum nötiger denn je.“ Schnelle Resultate sind allerdings unwahrscheinlich.

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso: „Lassen sie uns ambitioniert sein.“ Reuters

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso: „Lassen sie uns ambitioniert sein.“

New YorkDie Verhandlungen zum Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA sollen in der ersten Hälfte dieses Jahres beginnen. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso geht davon aus, dass die Gespräche wie geplant losgehen. Dazu müsse aber auch die amerikanische Seite so weit sein, sagte Barroso am Freitag bei einem Besuch in New York.

Auf Seiten der EU muss das Verhandlungsmandat für den angestrebten Handelspakt noch von den Mitgliedstaaten gebilligt werden. „Ich hoffe, dass wir das Mandat in den nächsten Wochen bekommen“, sagte Barroso. Es soll ein gemeinsamer Wirtschaftsraum mit mehr als 800 Millionen Einwohnern entstehen.

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Selbst wenn die Gespräche in den nächsten Monaten beginnen, dürften sich die Verhandlungen über Jahre ziehen. Vor allem im Agrar-Bereich wird mit sehr schwierigen Gesprächen gerechnet. Die Verhandlungen dürften sich aber über Jahre hinziehen.

Bei dem Freihandelsabkommen geht es um den Wegfall von Zöllen genauso wie um die Angleichung von Sicherheitsstandards, Normen oder Wettbewerbsvorschriften. Barroso sprach sich dafür aus, möglichst viele Bereiche in die Verhandlungen einzubeziehen. „Lassen sie uns ambitioniert sein.“ Man werde nachher sehen, was machbar sei.

„Wir wollen der Abschaffung aller Zölle so nahe wie möglich kommen“, sagte der Portugiese. Für „sensible Produkte“ solle es aber Ausnahmeregelungen geben. Problematisch dürfte in den Verhandlungen, die im Sommer beginnen sollen, vor allem der Abbau von Handelsschranken bei der Landwirtschaft werden. Die Europäer sehen die in den USA verbreitete gentechnische Behandlung von Lebensmitteln skeptisch und wollen in diesem Bereich Beschränkungen beibehalten.

Doch ein Kampf für einen neuen Wirtschaftsraum lohne sich. „Handel ist der billigste Weg, um Wachstum zu fördern.“ Beide Seiten könnten bei einem entsprechenden Abkommen ihr Wachstum um 0,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erhöhen, erklärte Barroso in New York vor Investoren und Diplomaten.

Kommentare (13)

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Rechner

13.04.2013, 03:50 Uhr

'O-Ton' Barroso
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„Wir brauchen das Wachstum nötiger denn je.“
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Wachstum ist so nötig wie ein Kropf.

Was wir brauchen ist nachhaltiges Wirtschaften, ohne Schuldenexzesse, und ohne Raubbau an der Natur.

Wenn sich durch technische oder organisatorische Verbesserungen tatsächlich Wirtschaftswachstum ergibt, dann ist dagegen nichts einzuwenden.

Staatlich "gefördertes" Blasenwachstum brauchen wir aber NICHT.

Und auch keine genmanipulierten Pflanzen oder Tiere.

Oder Barroso und seine Brut von Kommissaren.

yoskie

13.04.2013, 04:14 Uhr

Die USA haben genug eigene Probleme die brauchen nicht noch eine Invasion von Euro-Parasiten. Die Euro-Losers haben hier in den USA zwar Unterhaltungswert aber fuer wie bloed haelt Barosso die Amis eigentlich? Die sind bei weiten nicht so dumm wie die Euro-Phantasten. Das einzige Land in der Eurozone was hier in den USA noch halbwegs respektiert wird ist Deutschalnd (OK, Holland, Finland Slowakei, ...) aber der Rest sind doch nur noch abschreckende Beispiele.

MehrReformen

13.04.2013, 04:58 Uhr

Barroso als EU-Wirtschaftstheoretiker verstand bislang nicht zu viel in wirtschaftlichen- und volkswirtschaftlihen Prozessen. So Kommentare "EU braucht das Wachstum" ist so ein poltischer Allgemeinplatzsatz.

Die EU braucht vor allem einmal innere Reformen, um die aufgeblähten Strukturen, die viel kosten, aber wenig Effizienz bringen, anzupassen. Die Länder, die der EU Kopfschmerzen bereiten, haben ihre industrielle Strukturen geschliffen oder sind veraltet und sind fürchterlich überschuldet. Dort wo nichts mehr war, traten Wirtschaftstheoretiker auf den Plan und generierten Einnahmen durch Schulden und Staatsarbeitsplätzen mit geringer Effizienz. Sozialsysteme auf Eurobasis kommen noch oben drauf. Mit solchen schwerwiegenden Systemfehlern bringt auch ein Freihandel wenig. Aber Herr Barroso berauscht sich an dem Satz "mehr Wachstum". "Mehr Reformen" wäre besser.

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