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12.10.2011

10:36 Uhr

Freiheit für Gilad Schalit

Das Ende eines Martyriums

Fünf Jahr lang war er ein Gefangener der Hamas, jetzt kommt der israelische Soldat Gilad Schalit frei. Familie und Freunde feiern die Rückkehr des verlorenen Sohnes, aber Israel bezahlt dafür einen hohen Preis.

Verschleppter israelischer Soldat frei

Video: Verschleppter israelischer Soldat frei

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Tel AvivNach mehr als fünf Jahren endet das Martyrium des Gilad Schalit. Der im Juni 2006 von der palästinensischen Hamas entführte Soldat soll „in den kommenden Tagen lebend und heil zu seiner Familie und seinem Volk zurückkommen“, wie der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Dienstagabend bestätigte. Im Gegenzug sollen mehr als 1000 palästinensische Häftlinge freikommen – unter ihnen wohl auch solche, die Israel als Terroristen betrachtet.

Nach stundenlangen Debatten hatte das Kabinett von Netanjahu in der Nacht zum Mittwoch den Weg für den Gefangenenaustausch frei gemacht. 26 Minister stimmten dafür und drei dagegen. Bereits am vergangenen Donnerstag hatten Unterhändler beider Seiten nach Vermittlung durch die ägyptische Regierung in Kairo eine Grundsatzvereinbarung unterzeichnet, am Dienstag dann folgte die endgültige Einigung.

„Ich übermittle meinen besonderen Dank an die ägyptische Regierung und ihren Geheimdienst, die sehr geholfen haben“, sagt Netanjahu. Er dankte ausdrücklich auch dem deutschen Unterhändler sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihre Unterstützung. Deutschland hatte in den vergangenen Jahren immer wieder zwischen beiden Seiten vermittelt.

Israelische Medien berichteten, Netanjahu habe sich am Dienstagmittag mit Noam Schalit, dem Vater des entführten Soldaten, getroffen. Bei dem sehr emotionalen Gespräch habe er Schalit über den geplanten Tauschhandel informiert. Nach den Berichten über eine Einigung mit Hamas brach in dem Protestzelt, in dem die Familie des Soldaten sowie Freunde und Unterstützer seit Monaten vor Netanjahus Amtssitz ausharren, großer Jubel aus.

Die Familie reagierte jedoch zunächst vorsichtig. „Wir sind sehr optimistisch und sehr glücklich, aber tief drinnen sitzt immer noch die Angst, dass etwas schiefgehen könnte“, sagte die Freundin von Schalits Bruder Joel. „Für uns ist der echte Test erst bestanden, wenn Gilad nach Hause kommt“, sagte der Burder selbst. Allzu oft hatten in den vergangenen Jahren Falschmeldungen Anlass zu vergeblicher Hoffnung geboten.

Kommentare (9)

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norbert

12.10.2011, 11:27 Uhr

Liebes Handelsblatt !
Woher weißt Du, daß diese Gefangenschaft ein Martyrium war ?
Und dann täte mich interessieren, wie Du die Gefangenschaft der
Palästinenser benennen würdest.

Adolf

12.10.2011, 12:07 Uhr

Schön, ich freue mich darüber, trotzdem frage ich: wann dürfen endlich die 5 Millionen palästinensische Flüchtlinge endlich nach Hause?

Account gelöscht!

12.10.2011, 12:22 Uhr

Manchmal zweifel ich doch stark an der menschlichen Intelligenz...

Würden Sie etwa gerne als Gefangener fern von der Familie leben? Ich bitte Sie, er wird bestimmt nicht auf einer Luftmatratze in einem Swimming-Pool regeneriert haben!!

Es wird beides nicht angenehm sein, es war definitiv eine unglaublich schlimme Zeit für Ihn...
Etwas respekt bitte.

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