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08.04.2011

14:41 Uhr

Freiheitspartei

Niederländer wollen Schächten verbieten

In den Niederlanden wollen eine fremdenfeindliche und eine Tierschutz-Partei das Schächten per Gesetz verbieten. Das ist Zündstoff für den Religionsfrieden - denn Juden und Muslime fühlen sich diskriminiert.

Ein Halal-Schlachter in Amsterdam. Quelle: dapd

Ein Halal-Schlachter in Amsterdam.

AmsterdamDie Niederlande erwägen ein Verbot des rituellen Schlachtens von Tieren ohne vorherige Betäubung. Ein entsprechendes Gesetz wird von der fremdenfeindlichen Freiheitspartei und der Partei für die Tiere unterstützt und könnte noch in diesem Monat dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt werden. Jüdische und muslimische Verbände kritisierten das Vorhaben als Rückschlag für die Religionsfreiheit.

Der Sprecher der jüdischen Dachorganisation CJO, Ruben Vis, äußerte im Namen der jüdischen Gemeinde in den Niederlanden seine Besorgnis. Der Direktor von Halal Correct, das nach islamischem Recht gewonnenes Fleisch zertifiziert, Abdulfatteh Ali Salah, erklärte, es entstehe der Eindruck, dass die niederländische Gesellschaft mehr am Wohlergehen von Tieren liege als an der fairen Behandlung ihrer muslimischen Mitmenschen. Er kündigte Proteste an, sollte das Gesetz verabschiedet werden.

Die Christdemokraten haben sich gegen das Vorhaben ausgesprochen. Sie fürchten um das Ansehen der Niederlande als tolerantes, weltoffenes Land. Der kleinere Partner im Kabinett, die wirtschaftsnahe VVD, hat sich noch nicht geäußert.

Wie in den meisten westlichen Ländern schreibt auch das niederländische Gesetz vor, dass Schlachter die Tiere vor dem Töten betäuben. Eine Ausnahme gilt für Fleisch, das nach jüdischen und muslimischen Regeln zubereitet werden muss. Diesen Tieren werden bei vollem Bewusstsein die Kehlen durchtrennt.

Von

dapd

Kommentare (13)

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Verteidigt.Europa

08.04.2011, 16:00 Uhr

Meine Meinung ist, dass man genau definieren sollte in der Verfassung, was unter Religionsschutz stehen darf und was nicht. Der Islam versteckt ja seine gesamte Lebensweise unter dem Religionsschirm.
Da sollte man ansetzen, dass z.B. nur der reine Gottesglaube (!) unter Religionsschutz stehen sollte aber nicht die Kleidung, die Geldanlage, das Essen, Verbot von Alkohol, mittelalterliche Gesetze usw. usw. Leider hat man aus Karlsruhe bisher nichts dazu gehört. Im Gegenteil, alles was der Islam darstellt wird geschützt, egal wie rückständig und gegenteilig es auch ist zu unserer modernen westlichen Lebensweise. Deutschland wird kaputt migriert und überfremdet, mit Vorsatz sogar. Tierschutz muss doch Vorrang haben vor mittelalterlichen Ritualen.

Wahlen.2011.und.2012

08.04.2011, 16:16 Uhr

Gesucht und gefunden. www.diefreiheit.org fair, offen, direkte Demokratie, Freiheitsliebe. Und im Aufbau begriffen - man kann auch erstmal als Fördermitglied mit 5 EUR monatlich zuschauen und unterstützen.

buchenhain

08.04.2011, 16:25 Uhr

Lebensverachtende Rituale zu verbieten sollen also "als Rückschlag für die Religionsfreiheit" verstanden werden. Im Zweifelsfall zählt für mich das Lebensinteresse und die Schmerzfreiheit und Leidensfreiheit eines Individuums immer mehr als irgendwelche Hirngespinste im religiösen Gewand mit Tabus und Glaubenssätzen von anno dazumal. Archaische Riten haben im Europa des 21. Jahrhunderts keinen Platz mehr. Wer das nicht begreift oder begreifen will und dies nicht akzeptieren kann, der soll sich einen anderen Kulturkreis suchen. Handabhacken, Zwangsheirat und Steinigungen sind hier schließlich auch nicht erlaubt. Europa hat sich von der Hexenverbrennung und anderen religiösen Verblendungen befreit, jetzt sind die Tiere endlich an der Reihe.

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