Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.01.2014

10:45 Uhr

Freilassung von Gefangenen

Streit zwischen USA und Afghanistan

Zwischen den USA und Afghanistan entwickelt sich neues Konfliktpotenzial: Die Regierung in Kabul möchte 72 Gefangene aus der Haft entlassen – angeblich seien sie schuldlos. Die US-Regierung sieht das ganz anders.

Afghanistans Präsident Hamid Karzai: Der Streit um die Gefangenen ist eine weitere Belastung für das angespannte Verhältnis zwischen Washington und Kabul. dpa

Afghanistans Präsident Hamid Karzai: Der Streit um die Gefangenen ist eine weitere Belastung für das angespannte Verhältnis zwischen Washington und Kabul.

Kabul/WashingtonDie USA und Afghanistan streiten über die geplante Freilassung von 72 Gefangenen durch die Regierung in Kabul. Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Jen Psaki, sagte am Donnerstag (Ortszeit) in Washington, die Verdächtigen stellten eine Bedrohung für die Sicherheit Afghanistans dar und müssten vor Gericht gestellt werden. Es gebe Beweise, dass sie Verbindungen zum Terrorismus hätten.

Die afghanische Seite hatte dagegen erklärt, dafür gebe es keine Beweise. Die Männer werden am US-Stützpunkt in Bagram in einem Gefängnis festgehalten, das die USA im vergangenen Jahr nach langem Streit an die Afghanen übergeben hatten.

Der Streit um die Gefangenen ist eine weitere Belastung für das angespannte Verhältnis zwischen Washington und Kabul. Die USA drängen den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai seit Wochen, ein Sicherheitsabkommen zu unterzeichnen, das Grundlage für das geplante internationale militärische Engagement nach dem Auslaufen des Nato-Kampfeinsatzes Ende des Jahres sein soll.

Trotz US-Bedenken: Afghanistan lässt "gefährliche" Gefangene frei

Trotz US-Bedenken

Afghanistan lässt "gefährliche" Gefangene frei

Afghanistan will 72 Gefangene freilassen, die laut den USA an terroristischen Verbrechen beteiligt gewesen seien. Es ist lange nicht der einzige Konflikt zwischen den Staaten, seit die USA sich aus dem Land zurückziehen.

Karsai will den Vertrag erst durch seinen Nachfolger unterschreiben lassen, der im April gewählt wird. Die „Washington Post“ berichtete am Freitag unter Berufung auf eine Depesche des US-Botschafters in Kabul, James Cunningham, der Diplomat glaube nicht, dass Karsai sich dem Druck aus Washington beugen werde. Die USA drohen für diesen Fall mit einem Abzug aller internationalen Truppen Ende des Jahres und stellen auch die zivile Hilfe in Frage.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×