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26.01.2014

20:52 Uhr

Friedensgespräche

Syrische Frauen und Kinder könnten Homs verlassen

Bei den Friedensgesprächen in Genf wurde eine Einigung darüber erzielt, dass syrische Frauen und Kinder die belagerte Stadt Homs verlassen dürfen. Unklar ist das Schicksal der männlichen Bevölkerung.

Seit mehr als einem Jahr kann die Stadt Homs kaum noch mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt werden. Reuters

Seit mehr als einem Jahr kann die Stadt Homs kaum noch mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt werden.

GenfBei den syrischen Friedensgesprächen in Genf hat UN-Vermittler Lakhdar Brahimi als ersten Verhandlungserfolg Hilfen für Zivilisten im belagerten Homs angekündigt. Frauen und Kinder könnten die Stadt ab sofort verlassen, hätten die Vertreter von Regierung und Opposition vereinbart.

Seit mehr als einem Jahr kann die Stadt kaum noch mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt werden. Brahimi verkündete am Sonntag in Genf, dass es bei den Gesprächen über das Schicksal gefangener Regierungsgegner erste Fortschritte gebe.

Unklar blieb das Schicksal der männlichen Bevölkerung in Homs. „Sie (die Regierung) will eine Liste mit den Namen der Zivilisten. Sie will sichergehen, dass es keine bewaffneten Kämpfer sind“, erläuterte Brahimi. In syrischen Oppositionskreisen wurde die Befürchtung geäußert, Männer in der von Regierungstruppen umstellten Stadt könnten kein freies Geleit erhalten.

Friedenskonferenz in Genf: UN-Vermittler Brahimi will Syrien retten

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In Genf haben die syrischen Friedensverhandlungen begonnen. Nachdem die Parteien getrennte Gespräche führten, wird nun erstmals direkt miteinander verhandelt. Zuvor hatte die Regierungsdelegation mit der Abreise gedroht.

Drei Jahre nach Ausbruch der Gewalt im Land hatten die syrische Regierung und Oppositionsvertreter am Wochenende in Genf erstmals direkt miteinander verhandelt. Nach einer Eröffnungssitzung in eisiger Atmosphäre stritten die Delegationen beider Seiten auch über Hilfslieferungen für hungernde Menschen in der von Regierungstruppen belagerten Stadt Homs.

Die Regierung habe die Gegenseite aufgefordert, ihr eine Liste mit den Namen von Oppositionellen zu geben, die sich landesweit in der Gewalt der regimetreuen bewaffneten Gruppen befänden.

Die Vertreter der verfeindeten Bürgerkriegsparteien saßen bei den Verhandlungen in einem Raum, aber an getrennten Tischen. Die Delegierten richteten das Wort immer nur an UN-Vermittler Brahimi, der zu einer Art Pendeldiplomatie auf engstem Raum gezwungen war. Brahimi warb um Verständnis für die langsamen Fortschritte seiner Verhandlungsbemühungen. Ein überhastetes Vorgehen bringe nur Schaden. „Man kann eine Stunde Zeit gewinnen und zugleich eine Woche verlieren“, sage Brahimi am Sonntagabend.

Die Friedensgespräche hatten am Freitag begonnen. Deren Ziel ist ein Ende des knapp dreijährigen Bürgerkrieges, der zum Tod von bislang mehr als 130.000 Menschen führte. Darüber hinaus soll die Opposition an einer Übergangsregierung beteiligt werden. Dagegen hat die Delegation von Präsident Baschar al-Assad mehrfach Vorbehalte geäußert.

Kommentare (1)

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KritischeStimme

29.01.2014, 15:10 Uhr

Unwahrscheinlich dass die Nato bis jetzt tolerierte das verhungerte Menschen in syrien als Schutzschilde benutzt werden wie zB. in Homs

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