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11.11.2014

19:38 Uhr

Friedensgipfel geplant

China will zwischen Afghanen und Taliban vermitteln

China unternimmt einen Vorstoß zur Belebung von Friedensgesprächen zwischen Afghanistan und den Taliban – das Land befürchtet einen Machtgewinn uigurischer Extremisten. China würde die Taliban selbst einladen.

Immer wieder verüben die Taliban Anschläge in Afghanistan. China bot sich nun als Vermittler für Friedensgespräche zwischen dem Land und der Terrororganisation an. dpa

Immer wieder verüben die Taliban Anschläge in Afghanistan. China bot sich nun als Vermittler für Friedensgespräche zwischen dem Land und der Terrororganisation an.

KabulChina bietet sich als Vermittler für die festgefahrenen Friedensverhandlungen zwischen Afghanistan und den radikal-islamischen Taliban an. Die Wirtschaftsmacht, die eine sehr kurze Grenze mit Afghanistan verbindet, schlägt die Einrichtung eines „Forums für Frieden und Versöhnung“ vor. Dies geht aus Dokumenten hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen.

In dem Gremium sollen nach Angaben aus afghanischen Regierungskreisen Vertreter der Führung in Kabul, Pakistans, Chinas und der Taliban nach einer Lösung für den Konflikt suchen. Der Vorschlag wurde nach Angaben aus afghanischen Regierungskreisen bisher noch nicht offiziell präsentiert, weil Präsident Aschraf Ghani zunächst die Reaktion der Taliban abwarten will. "Dies ist ein sehr, sehr wichtiger erster Schritt", sagte Ghanis Berater Daud Sultansoi jedoch.

Chinas Vorstoß fällt zusammen mit dem Abzug der letzten US-Kampftruppen aus Afghanistan. Der Isaf-Einsatz der Nato-Truppe läuft zum Jahresende aus. Künftig werden zwar Tausende ausländische Soldaten im Land bleiben. Sie sollen dort aber nicht mehr gegen die Taliban kämpfen, sondern die afghanischen Sicherheitskräfte ausbilden und beraten.

Die Taliban verüben aber noch immer regelmäßig Anschläge auf militärische und zivile Ziele. Ein Friedensvertrag mit den Extremisten gilt daher als beste Chance der afghanischen Regierung, den Abzug der internationalen Kampftruppen zu überleben.

China will nach eigenen Angaben allerdings nicht die Lücke füllen, die die US-Truppen zum Jahresende hinterlassen. Das Land unterstützt den Kampf gegen den Drogenanbau am Hindukusch bereits finanziell und hat Vereinbarungen geschlossen, um die Öl- und Kupfervorkommen dort auszubeuten. Verbunden sind China und Afghanistan nur durch einen schmalen, kaum passierbaren Gebirgskorridor.

Die Gesichter der Regenschirm-Revolution

Der jugendliche Rebell

Der 17 Jahre alte Joshua Wong ist eines der prominentesten Gesichter der "Regenschirm-Revolution". Der für seine mitreißenden Reden bekannte Student mit der markanten schwarzen Brille hat bereits als Schüler sein politisches Geschick bewiesen. Zehntausende Demonstranten folgten 2012 seinem Aufruf, gegen einen Peking-treuen Lehrplan auf die Straße zu gehen. "Wir glauben nicht, dass wir die Regierung mit unseren Worten überzeugen können. Die Regierung ist nur zu Zugeständnissen bereit, wenn sich Unruhe in der Gesellschaft breit macht", beschrieb der junge Protestführer seine Strategie. Auch in den Klatschspalten, in den über sein Liebesleben spekuliert wird, macht Wong inzwischen Schlagzeilen. (Quelle: AFP)

Der Studentenführer

Der 24-Jährige Alex Chow organisierte den Boykott der Studenten und die Demonstrationen seiner Kommilitonen auf der Straße. Der Vorsitzende von Hongkongs Studentenverband hält solche Protestaktionen für unverzichtbar. Nur so könne der Regierung gezeigt werden, "wie ernst es den Menschen in Hongkong mit der Demokratie ist".

Der Juraprofessor

Benny Tai ist der Mitbegründer der Gruppe Occupy Central. Der 50-Jährige gab am Sonntag den Startschuss für die heiße Phase der Kampagne für mehr Demokratie. Tai hatte die Organisation Anfang 2013 zusammen mit dem Soziologen Chan Kin Man und dem Prediger Chu Yiu Ming ins Leben gerufen. Ende Juni organisierte die Gruppe ein inoffizielles Referendum über politische Reformen, an dem sich 800.000 Menschen beteiligten. "Ich bin zuversichtlich, dass in Hongkong eines Tages die Demokratie Einzug erhalten wird", sagte Tai.

Der Finanzier

Der Hedgefonds-Manager Edward Chin schloss sich Occupy Central im März an. Hinter ihm stehen einige finanzkräftige Geschäftsmänner, die den Einfluss Pekings auf die Wirtschaft in Hongkong mit Argwohn betrachten. Sobald die Protestbewegung Geld für Werbekampagnen oder Veranstaltungen benötigt, kann die Gruppe die Mittel laut Chin in wenigen Tagen auftreiben: "Wir unterzeichnen einfach einen Scheck."

China befürchtet jedoch, dass uigurische Extremisten, die für einen eigenen Staat in der Region Xinjiang im Westen des Landes kämpfen, das Sicherheitsvakuum ausnutzen könnten, das die Kampftruppen der Nato mit ihrem Abzug am Hindukusch hinterlassen. Hunderte uigurische Kämpfer sollen sich in den gesetzlosen Stammesgebieten zwischen Afghanistan und Pakistan versteckt halten.

„Die Chinesen würden die Taliban zu Gesprächen in China einladen, wenn Afghanistan dem zustimmt“, hieß es in afghanischen Regierungskreisen. „Sie bieten an, die Rolle des Unterhändlers zu übernehmen“. Afghanistan wiederum macht für einen Großteil der Instabilität den Nachbarstaat Pakistan verantwortlich.

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