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12.02.2015

12:10 Uhr

Friedensgipfel in Minsk

Es gibt nur Verlierer

VonHelmut Steuer

Nicht auszudenken, wären die Friedensverhandlungen gescheitert. Doch „Minsk 2“ ist nur ein Minimalkonsens. Denn dieses Mal müssen die Vereinbarungen umgesetzt werden. Nicht irgendwann, jetzt. Das wird nicht leicht.

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StockholmAngela Merkel, Wladimir Putin, Francois Hollande und Petro Poroschenko - sie alle waren sich des Ernsts der Lage bewusst als sie am Mittwochnachmittag in der weißrussischen Hauptstadt Minsk eintrafen, um endlich einen Lösungsweg aus dem Ukraine-Russland-Konflikt zu finden. Nach einem mehr als sechszehnstündigen Verhandlungsmarathon ist es ihnen zumindest gelungen, ein Abkommen zur Lösung des Konflikts zu unterzeichnen.

Die deutsche Kanzlerin, die Präsidenten aus Russland, Frankreich und der Ukraine wussten, dass es bei den Krisenverhandlungen um einen Frieden zwischen den prorussischen Separatisten und ukrainischen Soldaten in der Ostukraine zu einem Durchbruch kommen, dass dem sinnlosen Töten und Morden, dem Krieg im Donbass ein Ende bereitet werden muss.

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Und sie wussten, dass „Minsk2“ das Papier wert sein muss, auf das sie ihre Unterschriften setzten. Denn die erste Minsker Vereinbarung war es nicht. Es wurde weiter geschossen, zuletzt sogar intensiver denn je zuvor.

Insofern haben sie geliefert. Waffenruhe ab Sonntag, Abzug der schweren Waffen, die Einrichtung eines Sicherheitskorridors, eine größere Autonomie der von den Separatisten besetzten Gebiete. Die Frage ist jetzt, ob auch alle Parteien sich an die Abmachungen halten und wie die Kontrolle über die Einhaltung der Vereinbarungen aussieht. Es ist ein Minimalkonsens, auf den man sich in Minsk nach langem Hin- und Her geeinigt hat. Aber immerhin.

Nicht auszudenken, wären die Verhandlungen in Minsk gescheitert. Die USA hätten vermutlich bereits in den kommenden Wochen Waffen an die Ukraine geliefert, die EU-Staaten die Sanktionen gegenüber Russland schon in der kommenden Woche verschärft. Der Krieg im Donbass wäre noch blutiger und die Welt noch unsicherer geworden. Und die Ukraine würde vielleicht in der heutigen Form schon bald nicht mehr existieren. Allein das alles zu verhindern, ist ein Erfolg, wenn auch erst einmal nur ein kleiner.

Kommentare (26)

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Herr Marc Otto

12.02.2015, 12:19 Uhr

Glückwunsch Frau Merkel udn ein Sieg für Deutschland, was durch Frieden und Arbeit seinen Wohlstand erschaffen will und wird. Gleichzeitig aber ist es auch ein Sieg der Tauben über die Falken udn Kiregstreiber dieser Welt.

Was in Syrien seinen sichtbaren Anfang nahm, wird gerade fortgesetzt. Die welt will sich nicht mehr von den Falken regieren lassen. Und die Welt wer kennt, dass Frieden nur möglich ist, wenn man die Falken aussperrt.

Ein historischer Akt, der sich tief in kollektive Bewusstsein dieser Welt einbrennen wird.



Herr Torsten Steinberg

12.02.2015, 12:24 Uhr

Es gibt nur Verlierer? Wer hat sich denn diese Überschrift ausgedacht? Gemessen an dem, was ohne diese Vereinbarung hätte kommen können, gibt es nur Gewinner!

Frau Annette Bollmohr

12.02.2015, 12:45 Uhr

Naja, dass es nur Verlierer gibt, liegt wohl in der Natur der Sache:

Dieser ganze verdammte Konflikt um die Ukraine war (und ist) so überflüssig wie ein Kropf.

Von den vielen Opfern, die er gefordert hat, mal ganz zu schweigen.

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