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10.10.2014

12:19 Uhr

Friedensnobelpreis an Malala und Kailash Satyarthi

Großer Tag für Kinderrechtler

Malala Yousafzai und Kailash Satyarthi erhalten den Friedensnobelpreis. Die erst 17-jährige Malala wurde angeschossen – und setzt sich dennoch für Schulkinder ein. Das Nobel-Komitee setzt ein starkes Zeichen.

Friedensnobelpreisträger Satyarthi

„Es ist eine große Ehre für all diese Kinder“

Friedensnobelpreisträger Satyarthi : „Es ist eine große  Ehre für all diese Kinder“

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Oslo/StockholmDer diesjährige Friedensnobelpreis geht an die Kinderrechtsaktivisten Kailash Satyarthi aus Indien und Malala Yousafzai aus Pakistan. Dies teilte das Nobelpreiskomitee am Freitag in Oslo mit. Sie werden für ihr Engagement gegen die Unterdrückung von Kindern und Jugendlichen ausgezeichnet.

Das Komitee begründete seine Entscheidung mit der großen Bedeutung von Bildung für Kinder. 60 Prozent der Weltbevölkerung seien unter 25 Jahre alt. Respekt für diese jungen Menschen sei die Voraussetzung für Frieden auf der Welt. Wie der Vorsitzende des norwegischen Nobel-Komitees, Thorbjörn Jagland, erklärte, haben beide Preisträger gegen die Unterdrückung von Kindern und jungen Menschen und für das Recht auf Erziehung gekämpft.

Der Inder Kailash Satyarthi habe großen persönlichen Mut bewiesen und in der Tradition von Mahatma Ghandi auf unterschiedliche Weise gegen die Ausbeutung von Kindern für wirtschaftliche Ziele protestiert – aber immer friedlich. Er habe auch zur Ausarbeitung internationaler Kinderrechte beigetragen.

Die 17-jährige Malala Yousafzay habe trotz ihrer Jugend schon jahrelang für die Rechte von Mädchen in ihrer Heimat Pakistan gekämpft. Sie sei ein gutes Beispiel dafür, wie junge Menschen selbst zur Verbesserung ihrer Lage beitragen könnten. Dabei seien ihre persönlichen Lebensumstände sehr gefährlich. „Durch ihren heroischen Einsatz ist sie die führende Sprecherin für das Recht von Mädchen auf Bildung geworden“, erklärte das Komitee.

Einen Kommentar der Preisträger gab es zunächst nicht. Malala sei noch in der Schule und könne deshalb die Auszeichnung erst nach Schulende am späten Freitagnachmittag kommentieren, erklärte ein Sprecher des Nobel-Komitees.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Malala Yousafzai und Kailash Satyarthi gratuliert. Merkel begrüßte nach Angaben der Vize-Regierungssprecherin Christiane Wirtz insbesondere, dass damit das Verdienst der beiden für Kinderrechte beachtet werde.
Nach mehreren umstrittenen Preisvergaben in den vergangenen Jahren waren sich am Freitag die meisten Kommentatoren einig, dass die diesjährige Wahl zu keiner Kritik führen wird. Im vergangenen Jahr zeichnete das Nobelkomitee die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) mit dem Friedenspreis aus. Auch dieses Jahr war viel über die Favoriten unter den 278 Nominierten spekuliert worden. Nach Angaben des norwegischen Nobelkomitees waren es so viele Kandidaten wie nie zuvor. Darunter waren 47 Organisationen.

Zu den Favoriten zählten in diesem Jahr neben Papst Franziskus auch die die Kreml-kritische Zeitung „Nowaja Gazeta“ und der tunesische Präsident Moncef Marzouki. Insgesamt waren 278 Personen und Organisationen nominiert. Altbundeskanzler Helmut Kohl stand ebenso auf der Kandidatenliste wie der NSA-Whistleblower Edward Snowden.

Malala ist die jüngste Friedensnobelpreisträgerin. Weltbekannt ist sie, seit ihr die Taliban vor zwei Jahren bei einem Anschlag ins Gesicht schossen. Das Mädchen lebt heute in Großbritannien. Ihr Ziel ist es, trotz aller Bedrohungen durch Extremisten nach Pakistan zurückzukehren. Sie will Politikerin werden, sagt sie. Ihr Vorbild ist die 2007 ermordete Ministerpräsidentin Benazir Bhutto.

Kommentare (2)

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Herr Tom Schmidt

10.10.2014, 11:52 Uhr

Gutes Jahr!

Ich finde es immer gut, wenn der Friedensnobelpreis an jemanden geht, der noch niemand um die Ecke gebracht hat! Das ist aber eher selten!

Herr Wolfgang Trantow

10.10.2014, 13:45 Uhr

Und was macht Deutschland? Es führt Kinderarbeit ein. Deutschland weigert sich den Kindern zu sagen, sie haben auch Pflichten! Welches Kind hat das Recht: Mobbing zu betreiben, Sachen zu zerstören bzw. zu stehlen, Andere zu verletzen, Kein Respekt für andere Menschen usw. Wieso soll dies alles Das Recht von Kindern sein??????

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