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10.12.2013

14:23 Uhr

Friedensnobelpreis offiziell verliehen

„Eine chemiewaffenfreie Welt Realität werden lassen“

Der Friedensnobelpreis 2013 soll für eine chemiewaffenfreie Welt stehen. In Oslo sind die Giftgaszerstörer der Organisation OPCW für ihre Arbeit gewürdigt worden. Das Nobelpreiskomitee erinnerte auch an Nelson Mandela.

Generaldirektor Ahmet Uzumcu (rechts) nahm stellvertretend für die Organisation OPCW die Auszeichnung von Nobelkomitee-Chef Björn Jagland an. dpa

Generaldirektor Ahmet Uzumcu (rechts) nahm stellvertretend für die Organisation OPCW die Auszeichnung von Nobelkomitee-Chef Björn Jagland an.

OsloFür ihren Einsatz für eine Welt ohne Chemiewaffen sind die Giftgasvernichter der OPCW am Dienstag in Oslo mit dem Friedensnobelpreis geehrt worden. „Dies ist das erste Mal, dass der Friedenspreis an eine Organisation geht, die sich aktiv für die Abrüstung als praktische und andauernde Realität einsetzt“, sagte der Generaldirektor der Organisation zum Verbot von Chemiewaffen, Ahmet Üzümcü, bei der Verleihung in Norwegens Hauptstadt. „Unsere Aufgabe ist es, Chemiewaffen für immer Geschichte werden zu lassen - eine Aufgabe, die wir in stiller Entschlossenheit ausgeführt haben.“

Die Organisation, die 1997 zur Umsetzung der Chemiewaffenkonvention gegründet worden war, beeile sich, „die Vision von einer chemiewaffenfreien Welt Realität werden zu lassen“, sagte Üzümcü weiter. Mehr als 80 Prozent der bekannten weltweiten Giftgasvorräte seien bereits zerstört. „In den 16 Jahren, in denen die Konvention in Kraft ist, hat kein Mitgliedsstaat einen Chemiewaffen-Angriff erfahren.“ Attacken, wie sie in Syrien geschehen seien, riefen mittlerweile ein starke internationale Reaktion hervor.

Kurz zuvor war die OPCW ihrem aktuellen Ziel, Syrien von seinen Giftgasvorräten zu befreien, ein Stück näher gekommen: Vor etwas mehr als einer Woche hatten die USA zugestimmt, die giftigsten Kampfstoffe aus dem Arsenal auf See zu zerstören. Bis Mitte 2014 sollen alle chemischen Waffen aus Syrien verschwunden sein. Sowohl Regime als auch Opposition zeigten sich kooperativ, hatte Üzümcü hervorgehoben.

Chemische Kampfstoffe

Was sind Chemiewaffen?

Chemische Waffen gehören zu der Kategorie der ABC-Waffen (Atomar, Biologisch, Chemisch). In der Regel sind Chemiewaffen künstlich produzierte Giftstoffe, die fest, flüssig oder gasförmig sein können. Nervengifte wie Sarin und Hautkampfstoffe wie Senfgas werden gezielt zur Tötung oder Verletzung von Menschen eingesetzt. Zumeist werden auch Reizstoffe wie Tränengas dazugezählt.

Chemiewaffenkonvention

Die Chemiewaffenkonvention (CWK) ist ein Übereinkommen von Staaten der Vereinten Nationen, um die Herstellung, Verbreitung und Verwendung chemischer Waffen zu verhindern. Die CWK verbietet den Unterzeichnern, Chemiewaffen herzustellen, zu besitzen und einzusetzen. Reizstoffe wie Tränengas werden allerdings nur geächtet. Die CWK steht in der Tradition des Genfer Protokolls, das bereits 1925 den Einsatz von Giftgas in Kriegen verhindern sollte.

Nicht-Mitglieder der CWK

Israel und Myanmar haben 1993 die Chemiewaffenkonvention zwar unterzeichnet, doch bislang nicht durch ihre Parlamente ratifiziert. Angola, Ägypten, Nordkorea, Südsudan und Syrien haben das Abkommen weder unterschrieben noch ratifiziert.

Die OPCW

Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) überwacht die Einhaltung der Chemiewaffenkonvention. Die OPCW wird von den Mitgliedern der Uno finanziert. Der Hauptsitz ist in Den Haag.

Doch auch nach dem Ende dieser Mission liegt das Ziel einer chemiewaffenfreien Welt noch in einiger Ferne. „Manche Staaten sind immer noch keine OPCW-Mitglieder“, heißt es mahnend in der Begründung des diesjährigen Friedensnobelpreises. „Die Herausforderung ist nun, die sechs Staaten außerhalb der Konvention zu überzeugen, ihr beizutreten“, sagte Üzümcü - „ohne Verzögerung oder Bedingungen“.

Kommentare (1)

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10.12.2013, 17:45 Uhr

Wann wird der Friedensnobelpreis für Obama nun zurückgezogen?

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