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09.10.2015

06:22 Uhr

Friedensnobelpreis

Sie hätten ihn verdient!

VonRuth Berschens, Thomas Hanke, Alexander Möthe, Regina Krieger, Stefan Menzel, Hans-Peter Siebenhaar, Frank Specht, Kathrin Witsch

Der Friedensnobelpreis geht dieses Jahr an das tunesische Quartett für den nationalen Dialog. Doch wer hätte die Auszeichnung noch verdient? Zu unseren Favoriten zählt die Kanzlerin – aber da gibt es noch viele andere.

Friedensnobelpreis – wer hätte ihn verdient – auch ohne Nominierung.

Frieden

Friedensnobelpreis – wer hätte ihn verdient – auch ohne Nominierung.

Düsseldorf/Berlin/ParisBundeskanzlerin Angela Merkel hat nach Meinung vieler Menschen in Osteuropa den Friedensnobelpreis verdient. Gerade in vielen südosteuropäischen Ländern ist die Erinnerung an das Elend der Flüchtlinge durch den Balkan-Krieg in den Neunziger Jahren noch lebendig.

In Serbien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo und Mazedonien leben Hunderttausende, die aus ihrer Heimat vertrieben wurde. Die von Merkel propagierte Willkommenskultur gegenüber Migranten wird nicht nur als Ausdruck politischer Humanität gesehen, sondern auch als neuer politischer Ansatz in einer globalisierten Welt.

Die Friedensnobelpreisträger der vergangenen Jahre

2004

Die Umweltaktivistin Wangari Maathai (Kenia) – für ihr Engagement für eine nachhaltige Umweltentwicklung sowie Demokratie und Frieden.

Quelle: dpa

2005

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) und ihr Chef Mohammed el Baradei - für ihren Kampf gegen die Verbreitung von Atomwaffen.

2006

Der Wirtschaftsfachmann Muhammad Yunus (Bangladesch) und die von ihm gegründete Grameen Bank - für die Idee, Kleinstkredite an Arme zu vergeben.

2007

Der Ex-US-Vizepräsident Al Gore und der UN-Klimarat - für ihren Beitrag zur Mobilisierung gegen eine drohende Klimakatastrophe.

2008

Finnlands Ex-Präsident Martti Ahtisaari - für seine Vermittlung in Kriegen und Konflikten.

2009

US-Präsident Barack Obama - für seinen Einsatz zur Stärkung der internationalen Diplomatie und der Kooperation zwischen den Völkern.

2010

Der Menschenrechtler Liu Xiaobo (China) - wegen seines langen und gewaltfreien Kampfes für die Menschenrechte in seiner Heimat.

2011

Ellen Johnson-Sirleaf und Leymah Gbowee (beide Liberia) sowie Tawakkul Karman (Jemen) - für den gewaltfreien Kampf zur Stärkung der Rechte von Frauen.

2012

Die Europäische Union - für ihren 60 Jahre währenden Beitrag für Frieden, Demokratie und Menschenrechte in Europa.

2013

Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen - für den Einsatz gegen die weltweit geächteten Massenvernichtungswaffen.

2014

Die junge pakistanische Vorkämpferin für Kinderrechte, Malala Yousafzai, teilt sich die Auszeichnung mit dem Inder Kailash Satyarthi, der seit Jahrzehnten gegen Kinderarbeit kämpft.

Auch unter den Flüchtlingen aus Syrien, Irak und Afghanistan auf ihren langen Weg aus der Türkei über den Balkan nach Mittel- und Nordeuropa genießt die Kanzlerin quasi den Status einer Heiligen. An den Wänden des Budapester Keleti-Bahnhof, auf dem zeitweise Tausende von Flüchtlingen kampierten, wurde an den Wänden Danksagungen von Kriegsflüchtlingen geschrieben. Merkel war und ist das Symbol für eine bessere Welt in Sicherheit und Frieden für Millionen von Menschen weit über Europas Grenzen hinaus.

Doch es gibt auch Kritiker. Nicht nur Ungarns rechtspopulistischer Premier Viktor Orbán hält die deutsche Regierungschefin für blauäugig. Auch seine Kollegen in Polen, Tschechien und der Slowakei machten ihren Unmut über die von Merkel propagierte Willkommenskultur öffentlich Luft. Sollte die Kanzlerin tatsächlich der Friedensnobelpreis zugesprochen werden, wird in diesen Ländern der Applaus recht leise ausfallen.

Hans-Peter Siebenhaar, Wien

Kommentare (82)

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Herr uwe lauer

09.10.2015, 08:23 Uhr

Natürlich! Ganz klar, hat sie den verdient.
Und die Urkunde kann sie sich im Knast über die Pritsche nageln.
Da wo sie sich dann Gedanken machen kann, wie Hochverrat und Amtsmissbrauch zusammenhängen.

Herr Jürgen Dannenberg

09.10.2015, 08:35 Uhr

"Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach Meinung vieler Menschen in Osteuropa den Friedensnobelpreis verdient. Gerade in vielen südosteuropäischen Ländern ist die Erinnerung an das Elend der Flüchtlinge durch den Balkan-Krieg in den Neunziger Jahren noch lebendig."

Mein Gott, was ist nur aus dieser Demokratie geworden. Was ist das wenn man schlicht und ergreifend Propaganda betreibt? Was macht macht man wenn die Fakten absolut nicht stimmen. Man bastelt sich seine eigne Wahrheit, wiederholt sie solange bis man selbst daran glaubt.
Nachweislich stimmt es nicht was sie hier verbreiten. Osteuropa hat sich vehement gegen die Aufnahme nur eines Flüchtlings gestemmt.

Herr Gerd St

09.10.2015, 08:38 Uhr

Leute, habt ihr den Vollrausch von letzter Nacht noch nicht überwunden in der ihr die Liste zusammengestellt habt?
Kohl, der Probleme nur ausgesessen hat, dem die Wiedervereinigung wegen Pleite der DDR in den Schoß gefallen ist, der in Besatzermanier anschliessend die DDr ausrauben ließ und der wir letztlich Merkel verdanken, die es wohl tatsächlich schaffen wird einen Staat wie Deutschland unter die Räder zu bringen.
Lagarde, die der brutallsten Kreditanstalt der Welt vorsteht ?
Snowden, der als Whistleblower zwar einen super Job gemacht hat aber bestimmt nicht zum Weltfrieden beträgt.
Papst Franziskus, er endlich zum Teil nur das macht, was der Job der anderen Päpste vor ihm gewesen wäre.
Einzelpersonen, die zwar ein schweres Schicksal haben aber auch nicht unbedingt zum Weltfrieden beitragen.
Von dem ganzen Mist passt lediglich noch Ärtzte ohne Grenzen.
Vielleicht sollt man mal den Preis eine ganze Weile aussetzen, bis sich wieder eine glasklare Person / Organisation zeigt, die wirklich für den Weltfrieden ez´twas gemacht hat.
Man muß nicht krampfhaft irgendwas aus der Kiste kramen, nur um etwas zu haben.
Dann könnte man auch RTL 2 vorschlagen, die wenigsten die Dümmsten an das TV Gerät fesseln und damit die Strassen eiin bisschen sicherer machen.

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