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11.10.2013

08:29 Uhr

Friedensnobelpreis – unsere Favoriten

Es kann nur einen geben

Wer wird Nachfolger der EU? Um 11 Uhr wird heute in Oslo der neue Friedensnobelpreisträger verkündet. Wer die Auszeichnung verdient hätte? Zu unseren Favoriten zählen Mario Draghi, Malala Yousafzai und ein Deutscher.

Objekt der Begierde: die Medaille des Friedensnobelpreises, die 1902 von dem Norweger Gustav Vigeland entworfen wurde. dpa

Objekt der Begierde: die Medaille des Friedensnobelpreises, die 1902 von dem Norweger Gustav Vigeland entworfen wurde.

Was der Finne Martti Ahtisaari, der Amerikaner Barack Obama und die Europäische Union gemeinsam haben? Sie dürfen sich alle Friedensnobelpreisträger nennen. In wenigen Stunden haben die Spekulationen ein Ende, wer sich in den Kreis der Geehrten einreihen darf. Um 11 Uhr wird das Komitee in Oslo den diesjährigen Gewinner des Friedensnobelpreises bekanntgeben. Favoriten und Geheimfavoriten gibt es einige.

Zu ihnen zählt beispielsweise die 16 Jahre alte Malala Yousafzai, die sich in ihrer Heimat Pakistan gegen die Taliban für das Recht von Frauen und Mädchen auf Bildung einsetzt. Das norwegische Nobelkomitee könnte sie etwa gemeinsam mit der Unesco auszeichnen, spekulieren skandinavische Medien kurz vor der Bekanntgabe des Preisträgers.

Weitere aussichtsreiche Kandidaten sind der kongolesische Arzt Denis Mukwege, der Ende September für seine Behandlung tausender vergewaltigter Frauen bereits mit einem Alternativen Nobelpreis geehrt wurde, und der weißrussische Menschenrechtler Ales Beljazki. Unter den bekannten Kandidaten in diesem Jahr sind auch die US-Whistleblower Chelsea Manning (früher Bradley Manning).

Liste der Friedensnobelpreisträger seit 1970

1970er Jahre

1970: Norman E. Borlauq, US-Agrarwissenschaftler
1971: Willy Brandt, deutscher Bundeskanzler
1972: Keine Preisvergabe
1973: Henry Kissinger, US-Außenminister, und Le Duc Tho, nordvietnamesischer Außenminister; Tho nahm den Preis nicht an
1974: Eisaku Sato, ehemaliger japanischer Ministerpräsident, und Sean MacBride, UN-Kommissar für Namibia
1975: Andrej Sacharow, sowjetischer Physiker und Menschenrechtsaktivist
1976: Mairead Corrigan und Betty Williams, Mitbegründerinnen einer nordirischen Frauenfriedensgruppe
1977: Amnesty International
1978: Anwar el Sadat, ägyptischer Staatspräsident, und Menachem Begin, israelischer Ministerpräsident
1979: Mutter Teresa, Ordensschwester in Kalkutta

1980er Jahre

1980: Adolfo Perez Esquivel, argentinischer Menschenrechtsaktivist
1981: UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR)
1982: Alva Myrdal, Schweden, und Alfonso Garcia Robles, Mexiko
1983: Lech Walesa, Führer der polnischen Gewerkschaft Solidarität
1984: Bischof Desmond Tutu, Südafrika
1985: Internationale Vereinigung der Ärzte zur Verhinderung eines Atomkrieges (IPPNW)
1986: Elie Wiesel, US-Schriftsteller
1987: Oscar Arias, Präsident von Costa Rica
1988: Die Friedenstruppen der Vereinten Nationen
1989: Dalai Lama

1990er Jahre

1990: Michail Gorbatschow
1991: Aung San Suu Kyi, birmanische Oppositionspolitikerin
1992: Rigoberta Menchu, guatemaltekische Bürgerrechtlerin
1993: Frederik de Klerk, südafrikanischer Präsident, und ANC-Präsident Nelson Mandela
1994: Jizchak Rabin, israelischer Ministerpräsident, Schimon Peres, israelischer Außenminister, und Jassir Arafat, PLO-Chef
1995: Joseph Rotblat und seine Pugwash-Bewegung für die Abschaffung von Atomwaffen
1996: Bischof Carlos Filipe Ximenes Belo und Jose Ramos-Horta, Osttimor
1997: Internationale Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL) und ihre Koordinatorin Jody Williams
1998: John Hume und David Trimble, nordirische Politiker
1999: Ärzte ohne Grenzen

2000er Jahre

2000: Kim Dae Jung, südkoreanischer Präsident
2001: Vereinte Nationen und Generalsekretär Kofi Annan
2002: Jimmy Carter, früherer US-Präsident
2003: Schirin Ebadi, iranische Menschenrechtlerin
2004: Wangari Maathai, kenianische Umweltschützerin
2005: Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) und ihr Generaldirektor Mohamed ElBaradei
2006: Muhammad Yunus und das von ihm gegründete Armenhilfsprojekt der Grameen Bank in Bangladesch
2007: Al Gore, früherer US-Vizepräsident, und der Weltklimarat (IPCC)
2008: Martti Ahtisaari, ehemaliger finnischer Präsident
2009: Barack Obama, US-Präsident

2010er Jahre

2010: Liu Xiaobo, chinesischer Dissident
2011: Ellen Johnson Sirleaf, liberianische Präsidentin, Leymah Gbowee, liberianische Aktivistin, und Tawakkul Karman, jemenitische Bürgerrechtlerin
2012: Europäische Union

2013: Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW)

Die Verkündung bildet den Abschluss des Nobelpreisreigens in dieser Woche. Seit Montag waren Preisträger in den Sparten Medizin, Physik, Chemie und Literatur verkündet worden. Der Friedensnobelpreis wird als einzige der mit umgerechnet rund 920.000 Euro dotierten Auszeichnungen nicht in Stockholm, sondern in Oslo vergeben. Dort wird der Preis am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, auch überreicht.

Wer sich den Preis durch sein Engagement redlich verdient hätte, haben wir auch in der Redaktion von Handelsblatt Online diskutiert. Das sind unsere Favoriten auf die Medaille:

Kommentare (34)

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Account gelöscht!

11.10.2013, 08:37 Uhr

Mario Draghi? Nicht euer Ernst! Dann könnte man den schon durch Obama und die komische EU abgewerteten Preis ja gleich an Goldman Sachs geben.

hans.blick

11.10.2013, 08:54 Uhr

Mario Draghi?

WAS?!?!?!...ich schlage berlusconi vor..

meine gute wie kann ein intelligente mensch so falsch liegen?...DRAGHI!!!!!...habe ich da richtig gelesen?

Hein_Bloed

11.10.2013, 09:04 Uhr

Beleidigen Sie die beiden Herrn Draghi und Berlusconi
nicht mit so einen Preis. Ist ja fürchterlich in einer Reihe mit Arafat, Begin und all den Terroristen genannt zu werden.

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