Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.04.2012

06:45 Uhr

Friedensplan

In Syrien schweigen die Waffen

Nach mehr als einem Jahr blutiger Kämpfe scheint der Waffenstillstand in Syrien fürs Erste zu halten. Doch Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama sind skeptisch, ob das syrische Regime seine Zusagen einhält.

Waffenruhe in Syrien

Video: Waffenruhe in Syrien

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Kairo/Damaskus/BeirutIn Syrien scheinen die Waffen zu schweigen. Unmittelbar nach Fristablauf um 5 Uhr wurden am Donnerstag aus dem arabischen Land keine Kampfhandlungen gemeldet. Der vom früheren UN-Generalsekretär Kofi Annan vorgelegte Friedensplan sah von diesem Zeitpunkt an den Beginn eines Waffenstillstands in dem seit einem Jahr andauernden innenpolitischen Machtkampf vor.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete kurz nach 5 Uhr aus der an den Libanon grenzenden Stadt Sabadani Explosionen, doch war deren Ursache unklar. Eine Bewohnerin berichtete von nächtlichem Beschuss, der aber mit Fristablauf eingestellt worden sei.

Auf den Straßen Syriens wird zumindest im Moment wohl nicht mehr gekämpft. dpa

Auf den Straßen Syriens wird zumindest im Moment wohl nicht mehr gekämpft.

Das syrische Verteidigungsministerium hatte am Dienstag angekündigt, von Donnerstag an den Kampf einzustellen, jedoch nichts über den Abzug aus umkämpften Städten verlauten lassen, der Teil des Friedensplans ist.

13 Monate nach Beginn des militärischen Vorgehens gegen die Opposition will das Regime des syrischen Machthabers Baschar al-Assad ab heute (6.00 Uhr Ortszeit), die Waffen schweigen lassen. Jedoch behalte man sich das Recht vor, „auf Angriffe bewaffneter terroristischer Gruppen angemessen zu reagieren“, teilte das syrische Außenministerium dem Syrien-Sondergesandten Kofi Annan am Mittwoch in einem Schreiben mit.

Syrien: Waffenruhe wird immer unwahrscheinlicher

Syrien

Waffenruhe wird immer unwahrscheinlicher

Eine Waffenruhe in Syrien ist nach erneuten Kämpfen in weite Ferne gerückt.

Die USA und Deutschland äußerten sich skeptisch zu der Ankündigung der syrischen Regierung. Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama sind in einem gemeinsamen Telefonat zu der Auffassung gelangt, dass sich Syriens Staatschef Baschar al-Assad nicht an den Friedensplan des Sondergesandten Kofi Annan hält.

Merkel und Obama hätten sich besorgt geäußert, dass die Assad-Regierung den Sechs-Punkte-Plan nicht umsetze und stattdessen „mit inakzeptabler Brutalität weiter gegen ihr eigenes Volk vorgehe“, teilte das Präsidialamt in Washington am Mittwoch mit. Die beiden Politiker seien sich einig gewesen, dies unterstreiche, dass der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zusammenkommen und resoluter handeln müsse.

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Susan Rice sagte, die Ankündigung besitze „wenig bis gar keine Glaubwürdigkeit“. Angesichts der andauernden Kämpfe und der „mehrfach gebrochenen Umsetzung eines Friedensplanes“ sei ein Ende der Gewalt bisher nicht absehbar. „Es liegt nun am syrischen Regime, und nicht an der Opposition, seine Pflichten voll zu erfüllen“, sagte Rice, die derzeit auch Präsidentin des UN-Sicherheitsrates ist.

Syrische Oppositionelle meldeten auch am Mittwoch noch heftige Angriffe der Regierungstruppen. Die Protesthochburgen Homs und Hama lagen demnach unter schwerem Beschuss. Von einem Rückzug des Militärs sei nichts zu spüren, hieß es da noch. Landesweit seien mindestens zwölf Zivilisten getötet worden.

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

12.04.2012, 07:02 Uhr

Ich bin mal gespannt, ob die Opposition sich auch an den Waffenstillstand hält.

Account gelöscht!

12.04.2012, 08:37 Uhr

Nach all dem was man von denen hört werden sich diese Terroristen nicht an die Waffenruhe halte.

RechtundGesetz

12.04.2012, 09:11 Uhr

Wenn Amerika kein Machtwort gegen die Terroristen und Söldner dort spricht,
werden die das reguläre Militär wieder provozieren und es geht weiter dort.

Man darf nicht denken, dass Israel und Amerika sich so leicht geschlagen geben.
Man wird neue Mittel und Wege finden um weiter machen zu können.
Der arabische Frühling, nach Amerikanisch Israelischem Muster hat auch in Syrien erst begonnen.
Die Demokratie nach westlichem Vorbild missionarisch in diese Länder zu tragen ist das Ziel.
2D68SMan will Köpfe dort sehen, die nach Denkmustern die aus Israel und Amerika vorgegeben sind, funktionieren.


Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×