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14.10.2012

15:48 Uhr

Friedenspreisträger Liao

„Westen macht mit Henkern gemeinsame Sache“

Liao Yiwu stellt bei seiner Rede in der Frankfurter Paulskirche westliche Investoren in China an den Pranger. Diese machten gemeinsame Sache mit den tötenden Henkern, so der diesjährige Friedenspreisträger.

Der Schriftsteller Liao Yiwu wird in China verfolgt. AFP

Der Schriftsteller Liao Yiwu wird in China verfolgt.

FrankfurtDer chinesische Autor Dissident Liao Yiwu hat westliche Investoren in China scharf kritisiert. "Unter dem Deckmantel des freien Handels machen westliche Konsortien mit den Henkern gemeinsame Sache, häufen Dreck an", sagte der 54-Jährige am Sonntag in der Frankfurter Paulskirche, in der er den diesjährigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt.

Weltweit sei man der Ansicht, der wirtschaftliche Aufschwung Chinas werde zwangsläufig politische Reformen nach sich ziehen. Doch inhaftierten und töteten dieselben Henker immer noch Menschen, fügten neue Blutflecken den alten hinzu. "Ein Land, das kleine Kinder massakriert, muss auseinanderbrechen", betonte er.

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Liao, der seine Heimat 2011 verließ und seitdem in Deutschland lebt, hat in mehreren Büchern über Opfer der chinesischen Gesellschaft geschrieben. Er saß selbst vier Jahre lang in China im Gefängnis.

Der in China verfolgte Schriftsteller Liao Yiwu erhielt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2012 mit der Begründung, der 54-Jährige, der seit dem vergangenen Jahr in Deutschland lebt, sei ein „unbeirrbarer Chronist“, der Zeugnis ablege „für die Verstoßenen des modernen China“. „Liao Yiwu setzt in seinen Büchern und Gedichten den Menschen am Rande der chinesischen Gesellschaft ein aufrüttelndes literarisches Denkmal.“

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Der renommierte Kulturpreis, der mit 25.000 Euro dotiert ist, wird seit 1950 vergeben. Im vergangenen Jahr war der algerische Schriftsteller Boualem Sansal ausgezeichnet worden.

Liao Yiwu hatte sich im vergangenen Jahr nach Repressionen über Vietnam nach Deutschland abgesetzt. Der Buchhandel ehrt in ihm einen Schriftsteller, „der sprachmächtig und unerschrocken gegen die politische Unterdrückung aufbegehrt und den Entrechteten seines Landes eine weithin hörbare Stimme verleiht.“

Kommentare (5)

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14.10.2012, 16:29 Uhr

„der sprachmächtig und unerschrocken gegen die politische Unterdrückung aufbegehrt und den Entrechteten seines Landes eine weithin hörbare Stimme verleiht.“
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Ja, richtig
Abr was nützt es, wenn keier Lehren daraus zieht?

Account gelöscht!

14.10.2012, 17:07 Uhr

, „der sprachmächtig und unerschrocken gegen die politische Unterdrückung aufbegehrt und den Entrechteten seines Landes eine weithin hörbare Stimme verleiht.“

solche leute nennt man in der EU dann anti europäer.... wenn sie heir aufbegehren

transparenz1

14.10.2012, 17:12 Uhr

In Bertolt Brechts Gedicht Legende von der Entstehung des Buches Taoteking auf dem Weg des Laotse in die Emigration sagt der Junge zum Zöllner:

Sprach der Knabe: "Daß das Wasser in Bewegung
mit der Zeit den harten Stein besiegt.
Du verstehst, das Harte unterliegt.

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