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27.12.2013

07:40 Uhr

Friedenstruppen

Attacke auf Präsidentenpalast vereitelt

Seit dem Staatsstreich von Staatschef Djotodia herrscht in der Zentralafrikanischen Republik Blutvergießen. Nun versuchte eine radikalchristliche Miliz den Präsidentenpalast zu stürmen.

Der Präsident der Zentralafrikanischen Republik, Michel Djotodia, kam im März selbst durch einen Staatsstreich an die Macht, bei dem sein christlicher Vorgänger François Bozizé gestürzt wurde. AFP

Der Präsident der Zentralafrikanischen Republik, Michel Djotodia, kam im März selbst durch einen Staatsstreich an die Macht, bei dem sein christlicher Vorgänger François Bozizé gestürzt wurde.

BanguiAm Amtssitz des Staatschefs der Zentralafrikanischen Republik ist es in der Nacht zum Freitag zu schweren Kämpfen gekommen. Angreifer hätten versucht, den Präsidentenpalast zu stürmen, seien jedoch von der Schutzgarde zurückgedrängt worden, sagte Guy Simplice, der Sprecher von Präsident Michel Djotodia. Im Zentrum der Hauptstadt Bangui war heftiges Geschützfeuer zu hören. Der Gefechtslärm drang auch zum Fünf-Sterne-Hotel Ledger, in dem internationale Journalisten untergebracht sind. Eine Rakete landete auf dem Hotelgelände.

Die Identität der Angreifer war zunächst unklar. Seit Wochen halten sich aber Gerüchte, eine als anti-Balaka bekannte radikalchristliche Miliz plane einen Putsch. Staatschef Djotodia, ein Muslim, kam im März selbst durch einen Staatsstreich an die Macht, bei dem sein christlicher Vorgänger François Bozizé gestürzt wurde. In den folgenden Monaten entglitt dem einstigen Rebellenchef Djotodia jedoch die Kontrolle.

Christliche Milizen griffen Anfang des Monats Bangui an. Bei den darauffolgenden Kämpfen kamen mehr als 500 Menschen ums Leben. In einer Reaktion schickte Frankreich Soldaten in seine ehemalige Kolonie. Sie sollen gemeinsam mit einer Eingreiftruppe der Afrikanischen Union das Blutvergießen zwischen Muslimen und Christen beenden.

Am Donnerstag meldeten die Friedenstruppen den Fund eines Massengrabs mit rund 20 Leichen. Sie seien auf dem sogenannten Panther-Hügel am Rande von Bangui entdeckt worden, sagte Eloi Yao, der Sprecher der Einsatzkräfte. Die Leichen seien in mehreren Erdlöchern verscharrt gewesen. Es sei noch unklar, welche Seite in dem verworrenen Konflikt für die Tat verantwortlich sei, sagte Yao.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich „entsetzt“ über die anhaltende Gewalt und den Berichten über Massengräber. Die Übergangsregierung rief er auf, „jene zu zügeln, die die Gewalt anfachten und verübten“, sagte sein Sprecher Martin Nesirky in New York. Zugleich begrüße Ban die Friedensappelle christlicher und muslimischer Führer. Jene, die für Gräueltaten verantwortlich seien, müssten jedoch zur Rechenschaft gezogen werden, bekräftigte Nesirky.

Von

ap

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