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08.04.2015

16:04 Uhr

Front National

Marine Le Pen bricht mit ihrem Vater

Die Geduld von Marine Le Pen ist nach zahlreichen neo-nazistischen Äußerungen ihres Vaters Jean-Marie offenbar am Ende. Die Parteichefin bricht nun öffentlich mit dem Gründer der rechtsextremen Front National.

Die Parteichefin der Front National geht auf Distanz zu ihrem Vater. Reuters

Marine Le Pen neben ihrem Vater Jean-Marie

Die Parteichefin der Front National geht auf Distanz zu ihrem Vater.

ParisBei der rechtsextremen Front National (FN) in Frankreich ist es zum offenen Bruch zwischen Parteigründer Jean-Marie Le Pen und dessen Tochter und Parteichefin Marine Le Pen gekommen. Der 86-Jährige betreibe eine Politik „zwischen Strategie der verbrannten Erde und politischem Selbstmord“, verurteilte die FN-Chefin am Mittwoch die jüngsten neo-nazistischen Äußerungen des FN-Ehrenvorsitzenden. Sie wolle seine Kandidatur bei den Regionalwahlen verhindern.

Der schon lange schwelende Konflikt zwischen dem Parteigründer und der derzeitigen FN-Führung hatte sich in den vergangenen Tagen zugespitzt, nachdem Jean-Marie Le Pen die Gaskammern in den NS-Konzentrationslagern zum wiederholten Male als „Detail“ der Geschichte bezeichnet hatte. Zudem gab er der rechtsextremen Zeitschrift „Rivarol“ ein Interview, in dem er insbesondere Marschall Philippe Pétain verteidigte, der im Zweiten Weltkrieg Staatschef des mit Nazi-Deutschland kollaborierenden Vichy-Regimes war.

Die 46-jährige Marine Le Pen versucht seit ihrer Wahl zur FN-Vorsitzenden Anfang 2011, der Partei ein bürgerlicheres Image zu verschaffen. Sie vermeidet verbale Entgleisungen, die ihrem Vater wiederholt Verurteilungen wegen Leugnen des Holocausts oder Aufrufs zu Rassenhass einbrachten. Außerdem ließ sie mehrere Mitglieder nach rassistischen Äußerungen aus der Partei ausschließen.

Mit ihrer Strategie schaffte sie es, die FN im vergangenen Jahr bei den Europawahlen mit rund 25 Prozent zur stärksten Kraft in Frankreich zu machen. Auch bei der ersten Runde der Départementswahlen im März kamen die Rechtsextremen auf rund 25 Prozent. Bei der Präsidentschaftswahl 2017 hat die FN-Chefin gute Chancen, in die Stichwahl zu kommen.

Kommentare (1)

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Herr Peter Spiegel

08.04.2015, 18:30 Uhr

Gerade der Alte machte mir Hoffnung.

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