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16.07.2014

10:51 Uhr

Front National

Rechtsextreme Politikerin muss ins Gefängnis

Eine Politikerin des rechten Front National hatte die dunkelhäutige Pariser Justizministerin mit einem Affen verglichen. Anne-Sophie Leclère muss nun neun Monate hinter Gittern. Das bleibt nicht die einzige Strafe.

„Not amused“: Front-National-Chefin Marine Le Pen (l.). Reuters

„Not amused“: Front-National-Chefin Marine Le Pen (l.).

CayenneWeil sie Frankreichs dunkelhäutige Justizministerin Christiane Taubira mit einem Affen verglich, ist eine frühere Politikerin der rechtsextremen Front National (FN) zu neun Monaten Gefängnis verurteilt worden. Das Gericht von Cayenne im französischen Übersee-Département Guyana entschied am Dienstagabend zudem, dass die Lokalpolitikerin Anne-Sophie Leclère fünf Jahre lang nicht zu Wahlen antreten dürfe. Außerdem verhängte es eine Geldstrafen von 50.000 Euro gegen die 33-jährige Geschäftsfrau sowie eine Strafe von 30.000 Euro gegen die FN. Leclère und die Partei kündigten jeweils Berufung an.

Leclère, die bei den Kommunalwahlen im März in einer Gemeinde im Nordosten Frankreichs für die FN antreten wollte, hatte auf ihrer Facebook-Seite eine Fotomontage mit Taubira veröffentlicht. Zu sehen war das Bild eines kleinen Affen und das Bild der aus Französisch-Guyana stammenden, sozialistischen Justizministerin - mit den Bildunterschriften „vor 18 Monaten“ und „jetzt“. Leclère bestritt, dass die Fotomontage rassistisch gemeint gewesen sei, und versicherte, es habe sich um „Humor" gehandelt.

Der Vorfall sorgte in Frankreich für Empörung und brachte auch die FN in Bedrängnis, die sich unter ihrer Parteichefin Marine Le Pen bemüht, ihr langjähriges Image einer Partei von Rassisten und Neonazis abzustreifen. Leclère wurde wegen der Fotomontage im Dezember aus der Partei geworfen; ihre Kandidatur für die FN bei der Kommunalwahl war bereits vorher aufhoben worden. Am Mittwoch äußerte sich Leclère „sehr schockiert“ über ihre Verurteilung, die sie als „völlig unverhältnismäßig“ bezeichnete.

Die FN sprach ihrerseits von „empörenden Verurteilungen“ und eine der wohl schwersten Strafen seit langem im Zusammenhang mit dem Recht auf Meinungsfreiheit. Das Verfahren fand im Überseedepartement Guyana statt, weil dort eine Organisation Leclère angezeigt hatte. Justizministerin Taubira war bereits mehrfach die Zielscheibe rassistischer Attacken. Die Sozialistin hatte sich unter anderem wegen ihres Einsatzes für die Homo-Ehe den Zorn konservativer Kreise zugezogen.

Von

afp

Kommentare (6)

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Herr Peter Petersen

16.07.2014, 11:40 Uhr

"Die FN sprach ihrerseits von „empörenden Verurteilungen“ und eine der wohl schwersten Strafen seit langem im Zusammenhang mit dem Recht auf Meinungsfreiheit."
Meinungsfreiheit? Wenn jemand eine gestandene Frau, die sich dazu auch noch im Fokus des öffentlichen Interesses befindet mit einem Affen vergleicht? - einfach lächerlich. - Die Strafe ist drakonisch aber durchaus nachvollziehbar. - Es wäre gut, wenn ein Berufungsgericht zu einem ähnlichen Urteil käme (3 Monate Gefängnis wären zur Disziplinierung dieser Frau ja ggf. ausreichend). Hauptsache keine Bewährungsstrafe.

Frau Margrit Steer

16.07.2014, 11:56 Uhr

Eine solche Bemerkung zeigt schon, wie primitiv diese Frau ist. So was geht gar nicht und somit hat sie nichts in der Öffentlichkeit zu suchen

Herr jochen voss

16.07.2014, 12:12 Uhr

wie lieb ihr kommentatoren alle seid. man darf christal meth nehmen und bundestagsabgeordneter bleiben- ja das gibt die gesellschaftliche realität wieder- aber eine höchst umstrittene politikerin - braun oder nicht braun- mit einem affen zu vergleichen: das geht gar nicht.

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