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12.09.2014

13:15 Uhr

Führungspositionen

Frauen sollen Japan retten

Die japanische Gesellschaft ist stark männerdominiert. Der Frauenanteil in Führungspositionen liegt unter zehn Prozent. Ministerpräsident Shinzo Abe will das nun ändern – und das Potenzial von Frauen stärker nutzen.

IWF-Chefin Christine Lagarde hat sich für mehr Frauen in Japans Wirtschaft ausgesprochen. Ministerpräsidenten Shinzo Abe will dem nachkommen. dpa

IWF-Chefin Christine Lagarde hat sich für mehr Frauen in Japans Wirtschaft ausgesprochen. Ministerpräsidenten Shinzo Abe will dem nachkommen.

Tokio Japan sollte nach Ansicht von IWF-Chefin Christine Lagarde das wirtschaftliche Potenzial von Frauen viel stärker nutzen. Dies sei umso dringender, als die drittgrößte Wirtschaftsnation der Welt so schnell altere wie keine andere, betonte die Direktorin des Internationalen Währungsfonds. „Frauen können Japan retten“, sagte Lagarde am Freitag auf der vom japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe initiierten Tagung „World Assembly for Women“ in Tokio.

Abe versprach, er wolle die noch immer stark männerdominierte Gesellschaft Japans so verändern, dass Frauen „glänzen können“. Bis zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio solle der Anteil von Frauen in Führungspositionen auf 30 Prozent steigen. Derzeit liegt er bei unter zehn Prozent.

Lagarde riet Japan zu einer Änderung der herrschenden Unternehmenskultur, bei der Frauen am Arbeitsplatz benachteiligt und ihnen Karrieren verwehrt würden. Viele große Unternehmen in Japan vergeben sichere Arbeitsplätze an Männer, während Frauen sich mit deutlich geringer bezahlten und unsichereren Jobs begnügen müssen.

Eckpunkte der neuen japanischen Geldpolitik

Festes Inflationsziel

Die Bank von Japan legt sich fest: Innerhalb von zwei Jahren wird sie eine Inflationsrate von zwei Prozent erreichen.

Verdoppelung der Geldbasis

Die Geldbasis soll von jetzt 138 Billionen Yen auf 270 Billionen Yen im Jahr 2014 steigen. Umgerechnet geht es um eine Steigerung von 1,05 Billionen Euro auf 2,05 Billionen Euro.

Kauf von Staatsanleihen

Die Bank von Japan will 77 Prozent des frischen Zentralbankgelds in Staatsanleihen mit langer Laufzeit investieren. Die durchschnittliche Laufzeit ihrer Staatsanleihen soll von drei auf sieben Jahre steigen.

Dauer der Maßnahmen

Die Zentralbank legt sich darauf fest, so lange an der expansiven Geldpolitik festzuhalten, bis sie ihr Inflationsziel erreicht hat.

Aussetzung des Banknoten-Prinzips

Die Bank von Japan setzt zeitweilig das Banknoten-Prinzip außer Kraft, wonach sie nicht den Wert der im Umlauf befindlichen Banknoten überschreiten darf.

Dabei gehörten Japans Frauen zu den weltweit am besten ausgebildeten und talentiertesten, betonte Lagarde. Nötig seien auch Reformen, um Frauen mit Kindern und pflegebedürftigen Eltern eine Berufstätigkeit zu ermöglichen. Eine Option sei, geschulte Immigranten ins Land zu lassen. Wenn Japan „seine Grenzen in angemessener Weise öffnet, gewinnt jeder“.

60 Prozent der Japanerinnen hören auf zu arbeiten, sobald das erste Kind geboren ist. Bis 2018 will die japanische Regierung 400.000 neue Kinderbetreuungsplätze einrichten. Bei einer Kabinettsumbildung besetzte Abe neulich fünf Ministerposten sowie hohe Ämter in seiner Regierungspartei LDP mit Frauen – ein Rekord.

Von

dpa

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