Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.08.2011

16:52 Uhr

Fünf Tote

Syrische Armee beschießt Rebellenhochburg

Assads Truppen wüten weiter in der Rebellenhochburg Hama. Doch die Menschen protestieren weiter. Unter der Eindruck der Gewalt des syrischen Regimes könnten auch Russland und China im UN-Sicherheitsrat einlenken.

Mit Panzern geht Syriens Präsident Assad gegen Demonstranten vor. Quelle: Reuters

Mit Panzern geht Syriens Präsident Assad gegen Demonstranten vor.

Damaskus/Kairo/New YorkDie syrischen Streitkräfte gehen weiter mit schweren Waffen gegen Oppositionelle in der Stadt Hama vor. Beim Beschuss mit Panzergranaten seien mindestens fünf Menschen getötet worden, berichteten syrische Aktivisten am Dienstag im Internet. Die Angriffe dauerten nach den Angaben schon drei Tage. Es blieb weiter schwierig, nachprüfbare Informationen zu bekommen. 

Das Ausmaß der Gewalt in Syrien könnte im UN-Sicherheitsrat die Unterstützer Syriens doch zum Handeln zwingen. Diplomaten gehen davon aus, dass eine Reaktion des Sicherheitsrates auf die blutigen Ausschreitungen des Regimes nicht länger unmöglich ist. 

Scharfschützen seien wieder auf Hausdächern in Stellung gegangen, hieß es in den Berichten. Bewohner befürchteten einen weiteren Großangriff der Armee wie am vergangenen Sonntag, als in Hama möglicherweise rund 100 Menschen getötet worden waren. Einige seien in umliegende Dörfer geflohen, hieß es. 

Das staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete indes, dass „bewaffnete Gruppen von Saboteuren“ den Justizpalast in Hama gestürmt hätten. Hunderte von vermummten Männern auf Motorrädern hätten das Gebäude überfallen und in Brand gesteckt. Das staatliche Fernsehen zeigte Bilder bewaffneter Zivilisten auf einem Platz in Hama. In einer Menschenmenge waren ein Männer zu sehen, die Gewehre oder Schwerter trugen. 

Nach Angaben von Menschenrechtsbeobachtern vom Dienstag waren am Vortag durch die Gewalt des Regimes in ganz Syrien 24 Menschen getötet worden, davon seien zehn in Hama getötet worden. Nach dem Fastenbrechen am Montag, dem ersten Tag des Fastenmonats Ramadan, waren zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, um den Rücktritt von Präsident Baschar al-Assad und seiner Gefolgsleute zu verlangen. 

Im UN-Sicherheitsrat zeigten bislang zögerliche Delegationen - darunter Russland und Brasilien - in der von Deutschland beantragten Sondersitzung des Rates am Montagabend (Ortszeit) aufgeschlossener, ein gemeinsames Signal des Sicherheitsrates senden. 

Bereits vor knapp zwei Monaten hatten die europäischen Mitglieder - Großbritannien, Frankreich, Portugal und Deutschland - den Entwurf einer Resolution vorgelegt, der die Gewalt verurteilen und alle Seiten zur Zurückhaltung aufrufen sollte. 

Obwohl er keinerlei Strafen androht, war er vor allem an Russland und China gescheitert. Aber auch Brasilien, Indien und Südafrika hatten sich gegen eine Verurteilung des Regimes gesperrt. Der Resolutionsentwurf ruft zudem zum politischen Dialog auf und fordert freien Zugang für humanitäre UN-Organisationen.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×