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06.02.2004

09:50 Uhr

Fünf Wochen vor der Präsidentenwahl

39 Tote bei Selbstmordanschlag in Moskauer Metro

Bei einem Terroranschlag auf einen voll besetzten Moskauer U-Bahn-Zug sind am Freitagmorgen nach offiziellen Angaben 39 Menschen getötet worden. Diese Angabe machte der Einsatzstab der Rettungskräfte in der russischen Hauptstadt. Etwa 120 Fahrgäste erlitten Verletzungen.

Foto: dpa

Foto: dpa

HB MOSKAU. Fünf Wochen vor der Präsidentenwahl in Russland sind bei einem Selbstmordanschlag in einem voll besetzten Waggon der Moskauer U-Bahn 39 Fahrgäste getötet worden. Durch die Wucht der Bombenexplosion wurden 122 Menschen in dem Tunnel zum Teil lebensgefährlich verletzt, wie Vize-Innenminister Alexander Tschekalin mitteilte. Der Rettungsstab sprach inoffiziell von bis zu 50 Toten. Alle Anzeichen deuteten auf eine tschetschenische Spur. Es war der schwerste Selbstmordanschlag in der Geschichte der russischen Hauptstadt.

Nach Geheimdienstangaben verübte eine Frau den Terroranschlag. Die Bombe hatte nach Angaben von Ermittlern die gewaltige Sprengkraft von bis zu zwei Kilogramm TNT. Zum Vergleich: In einer Handgranate sind knapp 100 Gramm Sprengstoff. Die Bombe detonierte um 8.40 Uhr Ortszeit (6.40 Uhr MEZ), als der überfüllte Zug in Richtung Zentrum zur wichtigen Umsteigestation Pawelezkaja fuhr. Der Tatort liegt knapp vier Kilometer südöstlich vom Kreml.

In ersten Stellungnahmen schlossen Ermittler auch die Möglichkeit nicht völlig aus, dass der Sprengstoff nur in der U-Bahn transportiert wurde und dabei ungewollt explodierte. Im Gegensatz zu früheren Selbstmordanschlägen in Moskau war die todbringende Wirkung der Bombe nicht mit Stahlschrott erhöht worden.

Präsident Wladimir Putin verurteilte den Anschlag als ein Werk des internationalen Terrorismus. „Nur mit vereinten Kräften können wir es mit dieser Pest des 21. Jahrhunderts aufnehmen“, sagte Putin an die Adresse der internationalen Staatengemeinschaft gerichtet. Russland werde Terroristen vernichten und nicht mit ihnen verhandeln.



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