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01.07.2012

12:10 Uhr

Fünfte Amtszeit

Präsident Grimsson in Island wiedergewählt

In Island ist der langjährige Präsident Olafur Ragnar Grimsson für eine fünfte Amtszeit gewählt worden. Es soll aber auch seine letzte sein.

Olafur Ragnar Grimsson (li.) und seine Konkurrentin Thora Arnorsdottir. Reuters

Olafur Ragnar Grimsson (li.) und seine Konkurrentin Thora Arnorsdottir.

ReykjavikWie der TV-Sender RUV am Sonntag in Reykjavik meldete, kam der 69-Jährige bei der Direktwahl auf 53 Prozent der Stimmen. Seine wichtigste Rivalin, die 37-jährige Fernsehmoderatorin Thóra Arnórsdóttir, erreichte den zweiten Platz mit 33 Prozent. Die drei anderen Kandidaten blieben jeweils unter zehn Prozent. Arnorsdottir räumte ihre Niederlage ein und sagte, sie wolle nun in Urlaub gehen und sich auf die Erziehung ihres im Mai geborenen dritten Kindes sowie der beiden Geschwister konzentrieren.

Der 69-jährige Sozialist Grimsson lag schon in den Umfragen vor der Wahl klar vorn. Ursprünglich wollte Grimsson nach vier Amtsperioden ausscheiden, doch er wurde durch eine Petition von mehr als 30.000 Wählern umgestimmt. Unter anderem hatten ihn 30.000 Bürger, mehr als zehn Prozent der 235.000 Stimmberechtigten, per Klick im sozialen Netzwerk Facebook zur Kandidatur aufgefordert. In der Finanzkrise hatte der Präsident sich geweigert, einer Entschädigung niederländischer und britischer Anleger zu Lasten der isländischen Steuerzahler zuzustimmen.

Grímsson kündigte in der Wahlnacht an, dass er nach Ablauf der vierjährigen Amtszeit nicht erneut antreten werde. Er galt im Wahlkampf als Vertreter des bürgerlichen Lagers. Die bisher politisch nicht aktive Arnórsdóttir (37) erhielt vor allem Stimmen aus der Anhängerschaft der Mitte-Links-Regierung von Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurdardóttir. Die Wahlbeteiligung am Samstag war mit 69 Prozent ungewöhnlich niedrig.

Island mit seinen 320 000 Bürgern wurde 2008 besonders hart von der Finanzkrise getroffen. Die Regierung in Reykjavik hat für die Inselrepublik im Nordatlantik ein EU-Beitrittsgesuch eingereicht. Grímsson ist gegen die Mitgliedschaft.

Kommentare (1)

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DERRichter

02.07.2012, 20:04 Uhr

Wenn die Handelsblatt Aussagen im Artikel stimmen, ist das ja eine sehr seltsamme Kombination. Grimmson ist angeblich Sozialist aber bei der Präsidentschaftswahl Vertreter des bürgerlichen Lagers. Ginge bei uns kaum zusammen. Auch die attraktive Gegenkandidatin überrascht. Anhängerin eines
mitte-links Kurses einerseits. Dreifache Mutter mit Bereitschaft zur intensiven persönlichen Kindeserziehung andererseits. Bei uns würden die sogenannten
"progressiven" Damen von soviel Familienorientiertheit wenig halten. In Island scheint einiges möglich zu sein, was in den verkrusteten Strukturen der Bundesrepublik
Deutschland weitgehend undenkbar ist.Island-du glückliches Eiland!

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