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25.01.2016

19:58 Uhr

Fünfter Jahrestag der Revolution

Gespannte Ruhe in Ägypten

Am fünften Jahrestag der Revolution in Ägypten blieb es in der Hauptstadt Kairo weitestgehend ruhig. In einem Vorort der Metropole erschoss die Polizei jedoch zwei mutmaßliche Extremisten.

Am fünften Jahrestag der Revolution in Ägypten gedenkt an junger Mann einem Freund, der, wie er sagt, während der Proteste am 25. Januar 2011 getötet wurde. ap

Tahrir-Platz in Kairo

Am fünften Jahrestag der Revolution in Ägypten gedenkt an junger Mann einem Freund, der, wie er sagt, während der Proteste am 25. Januar 2011 getötet wurde.

KairoNach massiven Sicherheitsvorkehrungen ist der fünfte Jahrestag des Aufstands gegen den langjährigen Machthaber Husni Mubarak in Ägypten zunächst weitgehend ruhig verlaufen. Auf dem Tahrir-Platz in Kairo, wo 2011 Massen gegen Mubarak demonstrierten, kamen am Montag nur etwa 50 Menschen zusammen.

Zu Gewalt kam es jedoch in einem Vorort: Die Polizei erschoss bei einer Razzia zwei mutmaßliche Extremisten, die Sprengstoff und Schusswaffen gehabt haben sollen.

Tausende Polizisten waren vor Polizeirevieren und wichtigen Gebäuden aufgezogen, auf dem Tahrir standen gepanzerte Fahrzeuge. Straßen zu wichtigen Regierungsgebäuden waren gesperrt. Der ägyptische Präsident Abdel-Fattah al-Sisi hatte am Wochenende vor Unruhen zum Jahrestag gewarnt und eine harte Reaktion angekündigt. Sicherheitskräfte durchsuchten vorab Tausende Wohnungen und setzten Aktivisten vorsorglich fest.

Am 25. Januar 2011 hatte es in Kairo Massendemonstrationen gegeben, die zum Sturz Mubaraks führten. Al-Sisi hat faktisch seit Juli 2013 in Ägypten das Sagen. Damals hatte er als Armeechef Mubaraks gewählten Nachfolger, den Islamisten Mohammed Mursi, entmachtet. 2014 wurde al-Sisi selbst zum Präsidenten gewählt. Erst kürzlich gab es auch eine Parlamentswahl.

Daten und Fakten zu Ägypten

Die Bevölkerung

Ägypten ist das bevölkerungsreichste arabische Land. Der etwa eine Million Quadratkilometer große Staat im Norden Afrikas besteht überwiegend aus Wüste. Ein Großteil der etwa 88 Millionen Einwohner lebt entlang des Nils sowie im Nildelta, die zu den am dichtesten besiedelten Regionen der Welt zählen.

Die Religion

90 Prozent sind Muslime, der Islam ist Staatsreligion.

Der Suezkanal

Kairo kontrolliert mit dem 1956 verstaatlichten Suezkanal eine der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt. Die Kanalgebühren sind eine tragende Säule des ägyptischen Budgets.

Der Tourismus

Der Tourismus, ein weiterer wichtiger Devisenbringer, hat seit der Revolution 2011 stark gelitten.

Am Sonntag hatte Al-Sisi den Aufstand von vor fünf Jahren und die Entwicklung danach gewürdigt. Kritiker werfen dem Präsidenten jedoch vor, rigoros gegen Oppositionelle vorzugehen. Tausende Anhänger von Mursis Muslimbruderschaft wurden inhaftiert. Zum Jahrestag kündigte die Muslimbruderschaft eine beispiellose Protestwelle an. Doch gab es bis zum Nachmittag keine nennenswerten Kundgebungen.

Die weltliche Protestbewegung 6. April, eine der treibenden Kräfte 2011, sprach sich gegen Demonstrationen aus, bat Anhänger aber, schwarze Kleidung zu tragen. Der inhaftierte Blogger Alaa Abdel-Fattah äußerte sich in einem am Montag veröffentlichten Interview deprimiert über den Ausgang der Revolution vor fünf Jahren. „Wenn ich einmal frei bin, was nicht allzu bald sein wird, will ich ins Ausland reisen, weg von unserer Region und jedem anderen Ort, wo ich von Konflikten abgelenkt werde“, sagte er.

Er wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt, weil er gegen das unter al-Sisi erlassene Demonstrationsgesetz verstoßen haben soll. Dieses schließt Versammlungen ohne vorherige Genehmigung aus.

Von

ap

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