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04.07.2017

00:11 Uhr

Für den Klimaschutz

Großinvestoren rücken von Kohlegruben ab

Auch Großinvestoren wissen, was die Stunde geschlagen hat: Immer mehr Versicherer, Pensionsfonds und Vermögensverwalter setzen auf grüne Technologien statt auf traditionelle Kohleabbau - laut einer Studie des WWF.

Deutsche Kohlekraftwerke gehören nach den Berechnungen von Umweltschützern zu den klimaschädlichsten Stromlieferanten in der Europäischen Union. AP

Dreckschleuder Kohle

Deutsche Kohlekraftwerke gehören nach den Berechnungen von Umweltschützern zu den klimaschädlichsten Stromlieferanten in der Europäischen Union.

BrüsselEtliche Versicherer und Fonds in Europa stellen sich laut einer Studie des Umweltverbands WWF im Sinne des Klimaschutzes langsam darauf ein, ihr Geld statt in Kohle in grünen Technologien anzulegen. Doch lassen sich längst nicht alle Großanleger in die Karten schauen, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Untersuchung hervorgeht. Der WWF forderte den G20-Gipfel Ende der Woche auf, Regeln für mehr Transparenz zu unterstützen.

Der WWF hatte 80 Versicherer, Pensionsfonds und Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 11,6 Billionen Euro kontaktiert, um zu analysieren, ob die Investitionen mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens in Einklang stehen. Zunächst 30 Unternehmen und Organisationen stellten Daten zur Verfügung. Investoren aus Deutschland waren nicht dabei.

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Fast alle der 30 Großanleger hatten - nach einem von der Internationalen Energie-Agentur entwickelten Maßstab - nur noch derart begrenzte Investitionen in Kohlegruben, dass sie den Zielen des Pariser Abkommens nicht entgegenstehen, wie der WWF berichtete. Anders sah es bei Investitionen in Kohlekraftwerke aus: Knapp die Hälfte der Investoren hatten den Angaben zufolge mehr Geld in solche Meiler gesteckt als mit dem Pariser Abkommen vereinbar. Die Investitionen in erneuerbare Energien entsprachen bei mehr als der Hälfte der Anleger den Zielen des Abkommens.

Co-Autor Jan Vandermosten sagte der Deutschen Presse-Agentur, es handele sich um die erste Studie dieser Art. Man sei auch mit jenen Institutionen im Gespräch, die noch keine Angaben veröffentlicht hätten. Aus den Ergebnissen ergäben sich zwei Forderungen: Investitionen müssten offen gelegt werden. Und jede Geldanlage müsse in einer Art Stresstest auf Klima-Verträglichkeit geprüft werden.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Holger Narrog

04.07.2017, 08:57 Uhr

Als Aktionär von Glencore konnte ich bislang keine Auswirkung solch (öko)religiöser Investitionsstrategien feststellen. Die Aktie bewegt sich entsprechend der Daten des Rohstoffmarktes und weniger aufgrund von Ereignissen der ökorleligiösen Saga vom Klimaschwindel.

Meines Erachtens sollten sich öffentliche Fonds am Interesse der Anleger Rendite zu erzielen orientieren und darauf verzichten ihre persönlichen ideologischen und religiösen Gefühle auszuleben.

Ein Fondsmanager der seine Ideologie, oder Religion in den Vordergrund stellt wird in der Regel dem Kerngeschäft weniger Aufmerksamkeit widmen. Vielfach ist das betonen (öko)religiöser, oder linker ideologischer Ziele auch ein Ausdruck der Hilflosigkeit gegenüber den komplexen Herausforderungen der Wirtschaft und des Aktienmarktes. Persönlich würde ich solche Fonds meiden wann immer möglich.

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