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10.03.2012

15:00 Uhr

Fukushima

Gespielte Normalität in der Strahlenhölle

VonMartin Kölling

Die japanische Regierung und Betreiber Tepco verbreiten gerne den Eindruck, sie hätten die Atomkatastrophe in Fukushima unter Kontrolle. Ein Besuch im AKW zeigt: Die Ruhe vor Ort ist trügerisch.

Tepco erläuterte Journalisten die aktuelle Lage im havarierten Atomkraftwerk Fukushima. Reuters

Tepco erläuterte Journalisten die aktuelle Lage im havarierten Atomkraftwerk Fukushima.

FukushimaEs ist ein normaler Arbeitstag im Atomkraftwerk Fukushima 1. Die Ruinen der vier zerstörten Reaktoren stehen ruhig im Sonnenschein. Im explodierten Reaktor 4 kraxeln Arbeiter in Schutzanzügen in luftiger Höhe um das Abklingbecken für Brennstäbe herum. Vor dem Meiler räumt ein riesiger roter Greifarm Bruchstück für Bruchstück hochradioaktiven Schutts beiseite.

Dabei steht gleich daneben der zerfetzte Torso des Meilers 3, der so stark strahlt, dass auch fast ein Jahr nach der Erdbeben-, Tsunami- und Atomkatastrophe vom 11. März 2011 sich noch kein Arbeiter hinein wagen konnte. „Wir wissen noch immer nicht genau, wie hoch die Strahlung innen ist“, sagt Katsuhiko Iwaki, stellvertretender Leiter des „Stabilisierungszentrums im AKW Fukushima 1“ von Tokios Stromversorger Tepco.

Im AKW scheint das schaurige Bild von Reaktor 3 niemanden zu erschüttern. Stattdessen demonstriert ein Besuch des vielleicht gefährlichsten Arbeitsplatzes der Welt, wie routiniert die 3000 Arbeiter inzwischen mit der starken Strahlung umgehen.

Tepco und der Regierung ist dieses Bild der Normalität sehr recht. Sie beteuert seit langem, dass das AKW stabil sei. Viele Bürger und Experten im In- und Ausland glauben ihnen das nicht - zu lange haben Konzern und Apparat die Atomkatastrophe heruntergespielt. Nun soll eine Besuchstour für ausländische Journalisten - die erste seit dem Unfall - die Zweifel zerstreuen. Es wird ihr nicht gelingen.

Die Kleiderordnung ist streng. Statt eines Blaumanns ziehen sich die Arbeiter dünne, weiße Tyvek-Anzüge an. Eine Haube bedeckt den Kopf. Über ihre Hände streifen sie sich ein Paar Baumwollhandschuhe und darüber Latexhandschuhe. Die Schuhe werden mit zwei durchsichtigen Plastikbezügen umhüllt. Vervollständigt wird die Arbeitskleidung durch ein Dosimeter, einen Mundschutz für die Fahrt zum AKW und eine große Gesichtsmaske mit Filter für die Arbeit an der zwar frischen, aber verstrahlten Luft.

Kommentare (51)

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btw

10.03.2012, 15:15 Uhr

vituelles verstrahlen.
Und gestern Rewe oder RWE man kriegt das schon mal durcheinander.

Also: es war doch garnichts passiert.

Leute heute: das müssen wir doch lernen.

Und diese elenden linken grünen Gutmenschenrevoluzzer:

Block 5 und 6 werden nicht hochgehen: weil: wir haben das alles im Griff und wenn Ihr nicht brav seid beim Mitglauben wirds Haue geben.

So einfach ist das Ihr gehirngewaschenen.

Account gelöscht!

10.03.2012, 15:31 Uhr

STÜMPERHAFTE VERANTWORTUNGSLOSIGKEIT!
Wohlwissend, daß dieser Artikel die Protagonisten der Atomkraft auf den Plan rufen soll, alles sei gut, bis, ja bis UNSER PLANET WIEDER EINMAL EINEN KLEINEN HUSTEN bekommt.

btw

10.03.2012, 15:45 Uhr

das geilste: block 5 und sechs stehen zeitweise teilweise frei in den abklingbecken.
Aus Reaktorsicherheitstechnischen Gründen.
Kann das irgendjemand erklären?

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