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27.05.2011

14:51 Uhr

Fukushima

Tepco täuschte Atomaufsichtsbehörde

Die Kritik an der Informationspolitik des Betreibers des Katastrophen-Meilers Fukushima reißt nicht ab. Immer neue Details kommen ans Licht. Nun gab Tepco zu, die Atomaufsichtsbehörde getäuscht zu haben.

Tepco: Immer neue Details kommen ans Licht. Quelle: Reuters

Tepco: Immer neue Details kommen ans Licht.

TokioIn Japan mehren sich die Zweifel an der Informationspolitik des Betreibers der Atomruine in Fukushima. Der Energiekonzern Tepco gab zu, dass das Einpumpen von Meerwasser zur Kühlung des Reaktors 1 kurz nach Beginn der Katastrophe nicht wie zunächst behauptet für etwa eine Stunde unterbrochen worden war. Industrieminister Banri Kaieda kündigte daraufhin am Freitag an, untersuchen lassen zu wollen, warum Tepco der Atomaufsichtsbehörde falsche Informationen gegeben habe. Die Behörde wies den Betreiber an, den eingereichten Bericht zu korrigieren.  

Tepco hatte zunächst erklärt, einen Tag nach dem Megabeben und Tsunami vom 11. März mit der Zufuhr von Meerwasser in den Reaktor 1 begonnen zu haben. Daraufhin habe man jedoch erfahren, dass das Büro des Premierministers Bedenken habe, woraufhin die Pumparbeiten angeblich für 55 Minuten unterbrochen wurden. Nach diesem Bericht kam es zum Streit mit der Regierung. Premier Naoto Kan wies den Verdacht später zurück, er habe das Einstellen der Pumparbeiten befohlen.

Nun korrigierte Tepco seine Angaben. Der Chef des AKW, Masao Yoshida, habe vielmehr die Arbeiter angewiesen, in den kritischen Stunden nach dem Tsunami weiter Meerwasser einzupumpen.  

Der Betreiber leitet noch immer Wasser in die Reaktoren. Der Tsunami hatte die Kühlsysteme zerstört, daraufhin kam es zur teilweisen Kernschmelze. Durch das ununterbrochene Einpumpen von Wasser sollen die zum großen Teil geschmolzenen Brennstäbe gekühlt werden.

Zunächst war Meerwasser benutzt worden, was jedoch die Gefahr birgt, dass sich an den Brennstäben Salz festsetzt und dadurch der Kühleffekt beeinträchtigt wird. Daher setzen die Reparaturtrupps inzwischen frisches Wasser ein. Die riesigen Mengen an nun verstrahltem Wasser behindern jedoch die Reparaturarbeiten.

Von

dpa

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