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17.12.2013

07:21 Uhr

Furcht vor Abschiebung

Migranten scheuen Obamas Gesundheitsreform

Obamas Gesundheitsreform soll vor allem den Ärmeren helfen. Aber viele US-Immigranten, die davon profitieren könnten, zögern. Sie haben Angst vor der Abschiebung. Barack Obama hat ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Lässt seine Reform die Menschen doch im Regen stehen? Viele Immigranten fürchten sich vor Barack Obamas Gesundheitsreform. AFP

Lässt seine Reform die Menschen doch im Regen stehen? Viele Immigranten fürchten sich vor Barack Obamas Gesundheitsreform.

HoustonEine Krankenversicherung für alle, auch für die Einkommensschwachen - das war und ist die Losung, mit der US-Präsident Barack Obama seine Gesundheitsreform der Öffentlichkeit schmackhaft machen will. Nun ist das nach wie vor umstrittene Reformwerk auf breiter Front angelaufen, und ausgerechnet eine der Gruppen, die davon profitieren soll, zögert mitzumachen. Aus Angst.

Viele Immigrantenfamilien scheuen sich, eine von der Regierung subventionierte Versicherung zu beantragen, weil sie fürchten, ihre persönlichen Daten auf dem Formular könnten die Einwanderungsbehörden auf den Plan bringen.

Einwanderer, die sich illegal in den USA aufhalten, können nicht an dem Versicherungssystem teilhaben. Aber viele haben Verwandte, die einen US-Pass oder eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung haben und somit anspruchsberechtigt sind. Nach dem Start des neuen Systems im Oktober haben die Regierung und Rechtsberater der Migranten eine Aufklärungskampagne gestartet, immer wieder versichert, dass die Daten in den Antragsformularen nicht an die Einwanderungsbehörden weitergegeben würden Dennoch sind viele Familien weiter so besorgt, dass sie einen Verzicht ihrer Angehörigen auf eine Versicherung vorziehen.

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Adonias Arevalo kann ein Lied von diesen Ängsten singen. Der 22-Jährige hält sich legal in den USA auf. Er verbrachte Tage damit, seine Eltern davon zu überzeugen, dass die Angaben auf seinem Antragsformular keine Folgen für sie hätten. „Sie haben Angst“, sagt der junge Mann, der in einem Gemeindezentrum im texanischen Houston arbeitet.

Dabei sind Einwandererfamilien wichtig für den Erfolg von Obamas bisher wichtigstem innenpolitischen Projekt. Von den etwa 40 Millionen Menschen, die in den USA leben, aber im Ausland geboren wurden, hatte der staatlichen Zensusbehörde zufolge ein Drittel bisher keine Krankenversicherung. Und ungefähr neun Millionen Menschen in den USA gehören laut dem Pew-Forschungsinstitut Immigrantenfamilien an, in denen mindestens ein Sprössling US-Bürger ist.

Kommentare (2)

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wolfshund

17.12.2013, 08:06 Uhr

"German-Angst" in den USA!! Wo ist nur der Mut zur Freiheit, zur eigenverantwortlichen Gestaltung, geblieben?? NSA hat eine traumatische Schocktherapie ausgelöst, die noch lange nicht ausvibriert haben dürfte!

Harald

17.12.2013, 08:52 Uhr

Versteh ich das jetzt richtig? Man macht sich Sorgen darum, das illegal in USA lebende Menschen dadurch auffliegen können? Was wäre daran schlimm? Die Leute sind ILLEGAL dort. Es wäre doch richtig sie dann zu finden! Es sind Gesetzesbrecher von denen hier die Rede ist. Wieso sollten die geschützt werden? Irgendwie ist die Welt nicht mehr normal!

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