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13.06.2014

07:34 Uhr

Fußball-WM

Brasilianische Fans pfeifen Präsidentin aus

Während sich das brasilianische WM-Team nach dem Auftakt-Match der Unterstützung ihrer Fans sicher sein kann, muss die Präsidentin Pfiffe ertragen: Der Unmut über die Regierung entlud sich schon beim Eröffnungsspiel.

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff (m.) während des Eröffnungsspiels: Zuvor waren in vielen der zwölf WM-Austragungsstädte Proteste aufgeflackert. dpa

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff (m.) während des Eröffnungsspiels: Zuvor waren in vielen der zwölf WM-Austragungsstädte Proteste aufgeflackert.

Sao PauloDer Unmut vieler Brasilianer gegen die Regierung hat sich am Donnerstag auch beim Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft entladen. Viele der rund 60.000 Fans im Stadium in Sao Paulo skandierten Beschimpfungen gegen die auf der Tribüne sitzende Präsidentin Dilma Rousseff. Auch bei Liveübertragungen in Metropolen wie Rio de Janeiro und der Hauptstadt Brasilia wurden Buhrufe laut, als Rousseff auf den Großbildschirmen erschien. Die Präsidentin, die in der Landesfarbe Grün gekleidet war, verzichtete auf eine Ansprache zur Eröffnung des Großereignisses. Der Spielausgang sorgte bei den Brasilianern allerdings für gute Stimmung. Mit Straßenfesten feierten sie ausgelassen den 3:1-Sieg ihres Teams gegen die Auswahl Kroatiens in der ersten Begegnung des Turniers.

Zuvor waren in vielen der zwölf WM-Austragungsstädte Proteste aufgeflackert. An manchen Demonstrationen beteiligten sich bis zu 1000 Menschen. In Sao Paulo setzte die Polizei Tränengas gegen etwa 200 WM-Gegner ein, die versuchten, eine wichtige Zugangsstraße zum Stadion zu blockieren.

Brasiliens Wirtschaft auf einen Blick

Wirtschaftskraft

Brasilien ist mit einem Bruttoinlandsprodukt von 2,24 Billionen (Angaben für 2013) US-Dollar die siebgrößte Volkswirtschaft der Welt.

Bevölkerung

203 Millionen

Export

Wichtigste Exportgüter Brasiliens sind Rohstoffe (Eisenerz, Kupfer, Öl) und landwirtschaftliche Erzeugnisse (Sojabohnen,  Kaffee, Zucker).

Import

Aus dem Ausland führt das Land vor allem Autos und Autoteile sowie Maschinen ein.

Finanzpolitik

2013 lag das Defizit im brasilianischen Staatshaushalt bei 3,3 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Gesamtverschuldung liegt bei 66  Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland liegt sie bei etwa 80 Prozent.

Die WM in Brasilien ist die teuerste in der Geschichte des Weltfußballverbands Fifa. Das Schwellenland lässt sich das Ereignis umgerechnet mehr als acht Milliarden Euro kosten. Viele Bürger sind der Ansicht, dass die Regierung das Geld lieber für Gesundheit und Bildung hätte ausgeben sollen. Der Unmut war bereits im vergangenen Jahr in Massenprotesten und teilweise heftigen Straßenschlachten eskaliert. Präsidentin Rousseff stellt sich im Oktober zur Wiederwahl und hofft auf einen WM-Bonus.

Von

rtr

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