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17.05.2014

11:06 Uhr

Fußball-WM in Brasilien

De Maizière hält Deutsche bei WM für ungefährdet

Erneut kam es in Brasilien zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. So mancher Fan ist besorgt: Ist die Fußball-WM sicher? Innenminister de Maizière hält die Gefahr für Deutsche für gering.

Public Viewing mit deutschen Fans: Ist die WM sicher? dpa

Public Viewing mit deutschen Fans: Ist die WM sicher?

BerlinTrotz der anhaltenden sozialen Proteste in Brasilien hält Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) eine Gefährdung deutscher Fans bei der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien für gering. „Man darf vielleicht nicht in jedes Viertel jeder Stadt gehen“, sagte der auch für Sport zuständige Minister der „Welt am Sonntag“. Er sei aber „ganz sicher, dass gerade deutsche Fans, die sich höflich und fußballbegeistert zeigen, sehr warmherzig von den Brasilianern aufgenommen werden“.

Die Kriminalitätsrate in Brasilien sei zwar hoch, doch das Land tue alles für die Sicherheit von Spielern und Fans. Zudem werde Deutschland „eine gute Hand voll“ Polizisten entsenden. Die Beamten seien mit der deutschen Hooliganszene vertraut und würden ihre Erfahrungen und Kenntnisse mit ihren brasilianischen Kollegen teilen.

Fußballstadien Brasilien

Rio de Janeiro

Als das Maracanã-Stadion 1950 fertig wurde, passten 200.000 Zuschauer in die Arena. Zur WM-2014 wird das Fassungsvermögen der Arena auf 77.000 Plätze reduziert. Damit aber bleibt es immer noch das größte Stadion Brasiliens.

Sao Paulo

Das Stadion im Stadtteil Itaquerão soll 65.000 Zuschauern Platz bieten. Nach der WM wird das Stadion die Heimstätte vom Lokalclub Corinthians Paulista.

Salvador da Bahia

Die Stadt bekommt zur WM das neue Fonte-Nova-Stadion mit 56.500 Plätzen.

Recife

Das Stadion Pernambuco wird neu gebaut. Es soll 180 Millionen Euro kosten und 44.000 Zuschauern Platz bieten.

Pôrto Alegre

Lange rührte sich auf der Baustelle des River Bank Stadions gar nichts. Der Verein Internacional stritt mit dem Bauunternehmen. Inzwischen haben die Arbeiten begonnen. Das Stadion wird modernisiert. Es soll bei der WM 50.300 Zuschauern Platz bieten.

Natal

Der Neubau in der ostbrasilianischen Stadt Natal wird voraussichtlich 400 Millionen Real (149 Millionen Euro) kosten. Die „Dünen-Arena“ entsteht auf dem Gelände des gesprengten Machadão-Stadions und wird bei der WM 2014 rund 42.000 Zuschauern Platz bieten. Die Fertigstellung soll 2013 erfolgen.

Manaus

Auch hier wurde ein altes Stadion abgerissen, um einem neuen Platz zu machen. Die Amazônia-Arena ist im Rahmen eines neuen Sportparks mit Sambadrom, Schwimmhalle, Leichtathletikanlagen und weiteren Sporthallen geplant. Der Name des neuen Stadions leitet sich aus der unmittelbaren Nähe der Stadt Manaus zum tropischen Regenwald des Amazonas-Gebietes ab. Rund 43.000 Zuschauer sollen in dem neuen Stadion Platz finden, dessen Baukosten bei 533 Millionen Real (rund 200 Millionen Euro) liegen. Mit der Fertigstellung wird 2013 gerechnet.

Fortaleza

Das 1973 erbaute Estádio Governador Plácido Castelo, besser bekannt unter dem Namen Castelão, wurde vollkommen umgebaut und bietet nun bis zu 64.846 Zuschauern Platz. Die Umbaumaßnahmen sind bereits abgeschlossen und so steht das Stadion für den Confederations Cup in diesem Jahr bereits zur Verfügung. Der Umbau des Stadions hat 486 Millionen Real (180 Millionen Euro) gekostet. (Foto vom Dezember 2012)

Cuiabá

Diese neue Fußballarena wird auf dem Grundstück des inzwischen abgerissenen Verdão-Stadions gebaut. Nach der WM 2014 kann das Stadion auch als Mehrzweckarena genutzt werden. Das Baukastenprinzip ermöglicht eine nachträgliche Verkleinerung bei geringer Auslastung. Während der WM 2014 sollen hier knapp 43.000 Fans Platz finden. Das Stadion soll bis 2014 fertig werden und kostet 597 Millionen Real (222 Millionen Euro).

Belo Horizonte

Das Mineirão-Stadion in Belo Horizonte wurde im Dezember im Beisein der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff eingeweiht. Allerdings ging es beim Eröffnungsspiel Anfang Februar drunter und drüber. Das Stadion verfügt über 66.800 Plätze. Sechs WM-Partien werden dort ausgetragen, einschließlich einer Halbfinalpaarung.

Brasilia

Das alte Estádio Mané Garrincha, das inzwischen fast vollständig abgerissen wurde, macht Platz für eine Arena, die über eine neue Fassade, eine Dachkonstruktion aus Metall, neue Tribünen sowie eine abgesenkte Spielfläche verfügen wird. Das 1974 erbaute Nationalstadion wird umfassend umgebaut, wobei die Sitzplatzanzahl von 42.200 auf über 70.000 erhöht wird. Der Umbau ist mit 671 Millionen Real (250 Millionen Euro) recht kostenintensiv und soll im April 2013 abgeschlossen werden. Hier werden auch einige Fußballpartien der Olympischen Sommerspiele sowie das Eröffnungsspiel des Confederations Cup ausgetragen.

Curitiba

Die Baixada-Arena in Curitiba wurde bereits 1914 erbaut und zählt zu den kleineren WM-Spielstätten in Brasilien. Die Arena mit ehemals 28.272 Plätzen wurde zwar zwischen 1997 und 1999 komplett neu errichtet, doch für die anstehende WM war eine erneute Modernisierung von Nöten. Bis zur WM soll die Baixada-Arena ihre Kapazität auf 41.375 Plätze erhöhen. Die Modernisierung kostet 220 Millionen Real, das sind umgerechnet 82 Millionen Euro.

Am 12. Juni findet in São Paulo das Eröffnungsspiel der WM statt. Knapp vier Wochen vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft ist es im Gastgeberland erneut zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. In São Paulo setzten die Sicherheitskräfte am Freitag Tränengas und Blendgranaten gegen rund 50 Demonstranten ein, die Medienberichten zufolge im Stadtteil Guarulhos in der Nähe des Flughafens für bessere Lebensbedingungen demonstrierten. Wie eine Polizeisprecherin sagte, hatten die Demonstranten die Beamten mit Feuerwerkskörpern beworfen und mehrere Fahrzeuge beschädigt. Verletzt wurde demnach aber niemand.

Am Donnerstag hatten in der Wirtschaftsmetropole rund 6000 Mitglieder der Gewerkschaft obdachloser Arbeiter demonstriert und Barrikaden aus Autoreifen in Brand gesetzt. Landesweit gingen rund 10.000 Menschen auf die Straße.

Brasilien wird seit Mitte vergangenen Jahres von sozialen Protesten erschüttert, bei denen die hohen Kosten für die Fußball-WM und die 2016 anstehenden Olympischen Spiele kritisiert werden. Die Demonstranten werfen der Regierung vor, viel Geld in Prestigeprojekte wie die WM zu stecken und wichtige andere Aufgaben zu vernachlässigen.

Von

afp

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