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16.02.2017

20:00 Uhr

G20-Außenministertreffen

Warten auf Antworten von Rex Tillerson

VonMathias Brüggmann

Das Rätselraten um Trumps außenpolitischen Kurs geht weiter. Sein Außenminister Rex Tillerson soll in Bonn Klarheit schaffen. Doch noch immer steht die Nebelwand. Derweil mutiert Sigmar Gabriel zum Friedensminister.

Minsker Abkommen

Tillerson fordert Deeskalation im Ukraine-Konflikt

Minsker Abkommen: Tillerson fordert Deeskalation im Ukraine-Konflikt

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BonnEin kräftiger Händedruck, ein Witz und offenes Lachen. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat den neuen US-Außenminister Rex Tillerson auf dessen erster Auslandsreise im neuen Amt in Bonn begrüßt. Und noch am Donnerstagabend wollte der immer noch stark seiner Rolle als Wirtschaftsminister nachhängende Gabriel ein weiteres Treffen mit Tillerson am Rhein nutzen, um auf die Sorgen und Nöte der deutschen Wirtschaft hinzuweisen und mit Washington über die Lösung der Weltkrisen von Syrien über die Ukraine bis hin zu Nordkorea beraten.

Vorher hatte Noch-SPD-Chef Gabriel als Gastgeber für das Außenministertreffen der 20 wichtigsten Wirtschaftsmächte schon die anderen Ressortkollegen am Rhein begrüßt. Am freundlichsten fielen die Begrüßungen der sozialdemokratischen Chefdiplomaten aus – wie Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault, der mit leichter Umarmung geherzt wurde, EU-Außenbeauftragte Federica Mogherina (per Küsschen) und UN-Generalsekretär António Guterres. Vom britischen Konservativen Boris Johnson bekam Gabriel ein anerkennendes Schulterklopfen und Kanadas Außenministerin umarmte Gabriel nicht nur, sondern rief gleich noch in die Kameras: „Wir haben Ceta verhandelt!“ Als sie noch kanadischer Handels- und deutscher Wirtschaftsminister waren, kam es zum Durchbruch in der leidigen Freihandelsfrage um das europäisch-kanadische Ceta-Abkommen.

+++ Live-Blog G20-Außenministertreffen +++: Gabriel sieht Signal der Kooperation statt Abschottung

+++ Live-Blog G20-Außenministertreffen +++

Gabriel sieht Signal der Kooperation statt Abschottung

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) wertet den G20-Gipfel in Bonn als Signal gegen nationale Alleingänge. Er lobte einen seltenen Zusammenhalt in der internationalen Gemeinschaft.

Doch das alles ist nur Kulisse für den Auftritt eines Mannes: Rex Tillerson. Seine erste Reise ins Ausland als neuer US-Außenminister führte ihn nach Deutschland. Zum Ärger der mitgereisten Journalisten wählte der frühere ExxonMobil-Boss einen Nachtflug über den Atlantik für ein gutes Schläfchen über den Wolken. Am Mittwochabend hatte Tillerson wichtige Termine in Washington seinem Stellvertreter überlassen und auf dem Flug war er für die mitreisende Presse nicht ansprechbar, klagten US-Kollegen. In Bonn sollte der 64-Jährige am Abend mit seinen neuen Kollegen aus den G20-Staaten ohne festgelegte Tagesordnung über alle anstehenden Probleme reden.

Als eine „Art Speed-Dating“ hatten Diplomaten im deutschen Auswärtigen Amt die Zeit nach der Landung für Tillerson beschrieben: Kurze Treffen zuerst mit dem Außenminister Saudi-Arabiens, Adel bin Ahmed Al-Jubeir, dann mit Russlands „Mr. Njet“ – Moskaus Außenminister Sergej Lawrow. Der nutzte das Treffen für eine seiner feinen Spitzen: „Wir mischen uns nicht in innere Angelegenheiten ein“, antwortete Lawrow auf die Frage eines US-Journalisten nach dem Chaos im Trump-Team – ausgerechnet der Außenminister des Landes, dem massive Einmischung per Internet in den letztlich für Trump siegreichen Wahlkampf vorgeworfen wird. Tillerson hielt sich dagegen zurück und ließ seine Leute Journalisten aus dem Saal drängen und die Türen schließen.

Später forderte Tillerson von Russland jedoch die Einhaltung des Minsker Abkommens für die Regulierung des Konflikts in der Ostukraine. Russland müsse dort zur Deeskalation beitragen, forderte Tillerson nach dem Treffen mit Lawrow.

Dies war die Sprache, die Moskau zuletzt aus Washington gehört hatte: Kritik am Kreml. Zuvor hatte Trump wortreich und überschwenglich Kremlherr Wladimir Putin belobigt als guten Staatsführer und bessere amerikanisch-russische Beziehungen versprochen. Zuletzt aber kamen seine Äußerungen wie die Forderung nach der Rückgabe der annektierten Halbinsel Krim an die Ukraine und Vorwürfe des Bruchs von Rüstungskontrollabkommen durch Moskau aus Washington.

Kommentare (10)

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16.02.2017, 14:34 Uhr

Trump will Geschäfte abschließen. Und Russland hat einen Großen Markt zu bieten. Trump wäre schön blöd, wenn er wetierhin auf Sanktionen gegen Russland setzen würde. Weiterhin braucht er Russland für die Sicherheit in der Welt. Vor allen jetzt noch mehr, wo die USA keinen Bock mehr hat den Weltpolizisten für irgendeine Weltregierung (UN) zu spielen.
Wird nämlich auf für die USA mit Zeit sehr kostspielig immer wieder Millitär und Waffen vorrätig zu halten.

Herr volker schulz

16.02.2017, 14:37 Uhr

Diese Russlandphobie versteht aber auch wirklich keiner mehr....

Herr Tomas Maidan

16.02.2017, 15:14 Uhr

Diese Supershows der Öl-Multis ist irgendwie lästig bis widerlich. Da sitzen reiche Leute beisammen, die nichts anderes tun, als Bodenschätze zu verkaufen. Die reichen Saudis, die russische Oligarchen, Tillerson ... Mit richtiger Wirtschaft hat das irgendwie wenig zu tun, also dem Entwickeln und Vermarkten von neuen, sinnvollen Produkten. Man baggert aus, bis alles leer ist. Das wars.

Politisch ist es für eine Volkswirtschaft ziemlich riskant, außer Bodenschätzen nichts anderes verkaufen zu können. Sinkt der Ölpreis, ist das Land pleite. In Venezuela wie in Russland.

Wenn ich diese Runde mit den Öl-Scheichs sehe, die behaupten "Politik" zu machen, wird mir schlecht. Und wenn man von den Summen hört, die jemand wie Tillerson verdient, sowieso. Volksvertreter sind das garantiert nicht.

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