Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.09.2011

13:47 Uhr

G20

Banken-Retter ohne Munition

VonTorsten Riecke

Wieder einmal versprechen die Industrie- und Schwellenländer, die Banken vor der Pleite zu retten. Doch im Gegensatz zum Beginn der Finanzkrise stehen die G20-Staatschefs heute mit leeren Händen da. Ein Kommentar.

Eine Notrufsäule vor den Bankentürmen von Frankfurt. ap

Eine Notrufsäule vor den Bankentürmen von Frankfurt.

BerlinUnd täglich grüßt das Murmeltier. In diesem Fall die G20. Das ist jene Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, die während der Finanzkrise 2008 zuerst die Welt retten und sie später regieren wollte. Der erste Teil hat bekanntlich ganz gut geklappt, danach waren von den beteiligten Ländern vor allem unterschiedliche Meinungen darüber zu hören, welche Lehren man aus der großen Krise ziehen sollte.

Nun haben wir mit der Schuldenkrise die nächste Misere am Hals und wieder melden sich die Weltenretter. Wiederum versichert die G20, sie werde „alle notwendigen Schritte unternehmen, um die Stabilität des Bankensystems und der Finanzmärkte wie erforderlich zu gewährleisten“.

Das Gleiche haben die Regierungschefs auch schon vor drei Jahren versprochen. Der entscheidende Unterschied ist nur: damals hatten Notenbanken und Regierungen der G20-Länder noch ein volles Munitionslager, um die Krise zu bekämpfen. Die Zinsen konnten noch gesenkt werden, in der Staatskasse gab es noch Geld, um die Konjunktur zu stützen.

Heute sieht das ganz anders aus. Die Zinsen in den Krisenländern stehen bereits am Nullpunkt und die Staatskassen sind leer. Selbst mit kreditfinanzierten Konjunkturhilfen lassen sich heute kaum noch kurzfristige Strohfeuer entzünden.

Der G20 dürfte es deshalb ungleich schwerer fallen, ihr Versprechen auch zu halten. Zumal die Widerstände gegen weitere Geldspritzen der Notenbanken und neue, kreditfinanzierte Konjunkturpakete der Regierungen jetzt ungleich größer sind.

Am deutlichsten zeigt sich das im Moment in Amerika, dem Geburtshelfer der G20. Da kündigt US-Präsident Obama neue fiskalpolitische Maßnahmen zur Stützung der angeschlagenen Wirtschaft an, wohl wissend, dass der Kongress den größten Teil des Paketes blockieren wird.

Die US-Notenbank versucht mit gezielten Ankäufen lang laufender Staatsanleihen die Zinsen zu drücken und so die Flucht der Anleger in risikolose Anlagen zu stoppen. Das Ergebnis: Die Aktienmärkte brechen ein, weil die Investoren nun das Schlimmste befürchten. Beides zeigt: die Wirkung der Geld- und Fiskalpolitik hat deutlich nachgelassen.

Selbst falls die G20-Länder ihre Streitereien überwinden und sich zu einer neuen Einigkeit durchringen sollten, und dahinter steht ein großes Fragezeichen, werden sie den Lauf der Geschichte diesmal kaum beeinflussen können.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

MisterX

23.09.2011, 14:41 Uhr

..und wenn alle Staaten pleite sind und die Banken immer noch zocken und die Weltwirtschaft ruinieren, dann merken auch unsere 1b Politiker, dass das Geld nicht weg ist, sondern sich auf den Konten weniger Milliardäre wie Sorros gesammelt hat. Aber darum geht´s ja auch, nicht wahr? Wer spendet denn schliesslich das ganze Geld und wer besorgt nachher die guten Jobs?

MisterX

23.09.2011, 14:42 Uhr

(gerade vergessen... mal lesen)

http://www.heise.de/tp/artikel/31/31762/1.html

noch Fragen?

Globale_Bankster

23.09.2011, 16:12 Uhr

Die Schuldenlüge

„Die Schulden von heute sind die Steuern von morgen“, behauptet zumindest der sogenannte „Bund der Steuerzahler“ und unterstützt damit die Politiker, wenn diese mal wieder Steuern und Abgaben erhöhen wollen, denn „zukünftige Generationen müßten ja ansonsten noch mehr Schulden zurückzahlen...“ Kann man das glauben?
Ganze Generationen sollen verschuldet sein? Bei wem denn?

Die Generation, der Staat – das sind doch wir alle!
Bei wem sollen wir aber dann diese Schulden haben – etwa bei anderen Generationen? Andere Staaten können es jedenfalls nicht sein, denn die stecken ja selbst alle bis zum Hals in Schulden.

„Der Staat muß die Schulden zurückzahlen, denn sonst würde ihm ja niemand mehr Geld leihen“, sagen all diejenigen, die systemkonform informiert wurden. Wozu aber muß ein Staat denn überhaupt Geld leihen, obwohl er doch selbst die Hoheit über seine Währung haben könnte? Weil es ansonsten Inflation gäbe? Haben wir die denn nicht auch so? Wer hat denn das Geld, das dem Staat geliehen wurde, überhaupt hergestellt und kassiert dafür all die Zinsen? Wessen Interessen vertreten die Politiker, während sie das Geldsystem niemals hinterfragen?

Wem ordnen sie sich unter, wenn sie für die immer schneller wachsende Zinslast immer mehr Steuern eintreiben?

Die Bankenrettungspakete haben das wahre Gesicht unseres Finanzsystems zum Vorschein gebracht. Die Banken brauchten Geld, also bekamen sie es vom Staat. Der hatte aber selbst kein Geld, also lieh er es sich von den Banken. Doch woher hatten diese denn nun plötzlich das Geld, um es dem Staat zu leihen?

Banken verleihen eben nicht was viele heute immer noch glauben vorhandenes Geld, nein sie erzeugen es, indem sie Kredit geben. So entsteht das, was wir heute „Geld“ nennen – durch Schulden.

Die Rückzahlung der Systemverschuldung ist unmöglich!

Mehr dazu unter: www.steuerboykott.org

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×