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06.11.2012

00:38 Uhr

G20-Finanzminister

Aufseher wollen "Schattenbanken" 2013 in den Griff bekommen

Bessere Überwachung und Kontrolle der Schattenbanken: Die internationalen Finanzaufseher wollen in den nächsten zehn Monaten den massiven Einfluss sogenannter Schattenbanken auf das Finanzsystem in den Griff bekommen.

Die Skyline der Stadt Frankfurt am Main mit den Hochhäusern der Banken. dpa

Die Skyline der Stadt Frankfurt am Main mit den Hochhäusern der Banken.

Mexiko-StadtDer Finanzstabilitätsrat (FSB) schlug den G20-Finanzministern am Montag in Mexiko-Stadt ein Paket von Regulierungsmaßnahmen vor, das im September 2013 vom Gipfel der wichtigsten 20 Industrie- und Schwellenländer (G20) im russischen Sankt Petersburg verabschiedet werden soll.

Der Chef des FSB, der kanadische Notenbank-Chef Mark Carney, nannte den Umgang mit den Geldmarktfonds, Hedgefonds und anderen Arten von Finanzinvestoren in einem Brief an die Finanzminister und Zentralbankchefs einen "zielgerichteten und ausgewogenen Ansatz".

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Weltweit wächst die Angst, dass verborgene Gefahren das weltweite Finanzsystem erneut aus dem Gleichgewicht bringen könnten. Was sich hinter den Schattenbanken verbirgt.

"Unser Ziel ist es, dass Schattenbanken einer angemessenen Überwachung und Regulierung unterzogen werden, um die Risiken für das System anzugehen, die außerhalb des regulierten Bankensystems entstehen, ohne nachhaltige und widerstandsfähige Finanzierungsmodelle von Nicht-Banken zu verhindern", heißt es in Carneys Schreiben.

Schattenbanken wie Geldmarktfonds hatten die Finanzkrise noch verschärft, etwa indem sie plötzlich Gelder von den Banken oder Unternehmen abzogen, ohne dass diese darauf gefasst waren. Diese Übersprungseffekte müssten eingedämmt werden, fordert der FSB.

Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehört auch ein genauerer Blick auf Verbriefungen, Wertpapierleihen und Repo-Geschäfte: Damit soll vermieden werden, dass sich vor einer Krise im Finanzsystem wieder eine überbordende Verschuldung aufbaut. Noch ist aber umstritten, welche Institutionen zu den Schattenbanken gezählt werden.

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Sorgen machen den Aufsehern auch die Verzögerungen bei der Umsetzung der "Basel-III"-Eigenkapitalregeln für Banken. Weil die dazu nötigen Gesetze unter anderem in der EU und in den USA knapp zwei Monate vor dem geplanten Startschuss für Basel III immer noch nicht fertig sind, würden nur sechs der 28 weltweit wichtigsten Großbanken pünktlich den neuen Regeln unterliegen, rechnete Carney vor.

Für die Vorlage von Abwicklungsplänen für den Notfall hat der FSB diesen 28 Banken nun schon sechs Monate mehr Zeit gegeben, auch weil viele mit ihren Plänen längst nicht so weit sind: bis Mitte 2013. In Europa werden die Pläne, die ein weltweites Chaos wie nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers 2008 verhindern sollen, von den Aufsehern selbst geschrieben.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

06.11.2012, 08:57 Uhr

"Schattenbanken verleihen zwar wie Banken Geld oder handeln mit Wertpapieren, haben aber keine Banklizenz und sind weit weniger reguliert."

Wer keine Banklizenz hat, kann eben ganz schnell mal enteignet werden? Irgendwo müssen diese Geldflüße dann doch wieder mal ins System, das kann man heutzutage leicht nachvollziehen - wenn man will.
Manchmal sind die einfachsten Wege doch die besten?
Wenn die Weltökonomen Huevos hätten, hätten diese Fluchtburgen nichts zu melden.
Auch die Rothschilds haben sich schon verspekuliert.

DerDoolittle

06.11.2012, 09:48 Uhr

Zocker bleiben Zocker. Dann trifft man sich eben in anderen Hinterzimmern...

Account gelöscht!

06.11.2012, 12:05 Uhr

Ich denke, die Regulierung wird nie kommen, denn die Strippenzieher im Hintergrund, benötigen diese Institute um die Billionen an Derivate ungezügelt und unversteuert über die Welt zu jagen.
Sinnlose Geldvermehrung = gewollte Inflation, wann wird der Badewannenstöpsel gezogen?

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