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01.09.2016

14:13 Uhr

G20-Gipfel

Chinas Wirtschaft am Scheideweg

Beim G20-Gipfel im chinesischen Hangzhou gibt es viel zu bereden: Peking besteht darauf, von der EU als Marktwirtschaft anerkannt zu werden. Doch die EU sträubt sich – und droht sogar mit einem Handelskrieg.

Die Aussichten der chinesischen Wirtschaft sind durchwachsen: Der Industriesektor wächst kaum noch, der Dienstleistungssektor noch nicht. AFP; Files; Francois Guillot

Grün oder rot?

Die Aussichten der chinesischen Wirtschaft sind durchwachsen: Der Industriesektor wächst kaum noch, der Dienstleistungssektor noch nicht.

PekingWenn am Sonntag in der ostchinesischen Metropole Hangzhou der erste G20-Gipfel auf chinesischem Boden beginnt, ist zumindest für Chinas Führung klar, wie die Agenda des Treffens aussehen soll. Regionale Brandthemen sollen so weit es geht ausgeblendet werden – etwa der heikle Streit um Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer oder die Stationierung eines neuen US-Raketenabwehrsystems beim Nachbarn Südkorea.

Peking will seine historische Gastgeberrolle stattdessen nutzen, um „vor allem wirtschaftliche Probleme zu behandeln“, sagte Chinas Vize-Außenminister Li Baodong im Vorfeld des Spitzentreffens der größten Industrienationen und Schwellenländer. Mit einer „gemeinsamen Initiative“ soll der lahmen Weltwirtschaft wieder neue Kraft verliehen werden.

Laut Chinas Finanzministerium würden die Details des ambitionierten Paketes derzeit noch ausgearbeitet, pünktlich zum Gipfel sollen die Maßnahmen für mehr „integratives Wachstum“ und eine „Vertiefung des Freihandels“ dann aber vorliegen.

Experten sind skeptisch, was bei der groß angekündigten Wachstumsinitiative am Ende tatsächlich rauskommen soll. Muss sich China nicht erst einmal selbst retten, bevor es zur Rettung der Welt ausholt, fragen sie. Der Motor der zweitgrößten Volkswirtschaft stottert schließlich selbst kräftig. „Die Umstellung auf neue Wachstumstreiber fällt China derzeit schwer. Das drückt auch die Stimmung in der Weltwirtschaft“, sagt Max Zenglein vom China Institut Merics in Berlin.

Zwar wiederholt Peking bei jeder Gelegenheit seine großen Umbaupläne: Die Wirtschaft soll nicht mehr von dreckiger Industrie und dafür von mehr Innovation und deutlich gestärkten Dienstleistern getragen werden. Davon sei laut Zenglein, der den Servicesektor des Landes in einer neuen Merics-Studie untersucht hat, kaum etwas zu sehen: „Dem Dienstleistungssektor fehlt die Kraft, um ein stärkerer Wachstumstreiber zu sein“.

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