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23.09.2011

07:24 Uhr

G20-Kommunique

Der Blankoscheck für die Banken

Die Industrie- und Schwellenländer wollen „alle notwendigen Schritte“ unternehmen, um Banken vor der Pleite zu retten. Vor allem die Schwellenländer treibt die nackte Angst: Sie fürchten ein Übergreifen der Finanzkrise.

WashingtonDie führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) wollen verhindern, dass die Schuldenkrise in der Euro-Zone weltweit die Finanzmärkte und Banken schwächt. „Wir verpflichten uns, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Stabilität des Bankensystems und der Finanzmärkte wie erforderlich zu gewährleisten“, hieß es in einem am Donnerstagabend veröffentlichten G20-Kommuniqué. Die Zentralbanken seien bereit, die Finanzinstitute mit der nötigen Liquidität zu versorgen. Auch Frankreichs Finanzminister François Baroin versprach, die Gruppe der G20 werde sicherstellen, dass die Banken über genügend Kapital verfügten. Details über neue Maßnahmen, mit denen das Vertrauen in die Weltwirtschaft wiederhergestellt werden könnte, wurden nach dem gemeinsamen Abendessen der Finanzminister und Notenbankchefs in Washington nicht veröffentlicht.   

Die G20-Nationen wollen kriselnde Banken in der Eurozone retten. dpa

Die G20-Nationen wollen kriselnde Banken in der Eurozone retten.

Etliche europäische Banken haben wegen der Schuldenkrise drastische Kursverluste hinnehmen müssen. Am Donnerstag schlossen die Börsen weltweit im Minus, nicht nur wegen der Schuldenkrise in der EU, sondern auch wegen der Gefahr einer neuen US-Rezession und schwächerer Wirtschaftsdaten aus China.

In Washington versicherte Finanzminister Baroin, die Mitglieder der Euro-Zone seien übereingekommen, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Flexibilität des Euro-Rettungsschirms EFSF zu vergrößern. Details nannte er zwar nicht. Doch dem Euro, der gegenüber dem Yen auf ein Zehn-Jahres-Tief gerutscht war, half die Erklärung: Die Gemeinschaftswährung notierte im fernöstlichen Devisenhandel fester.

Die aufstrebenden Wirtschaftsmächte Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika (BRICS) wollen über den Internationalen Währungsfonds (IWF) und andere Finanzinstitutionen mithelfen, die Weltwirtschaft zu stabilisieren. Gleichzeitig drängen die BRICS auf eine energischere Bekämpfung der Schuldenkrise: Sie fürchten ein Übergreifen der Finanzkrise, von der sie bislang kaum betroffen sind. Einzelheiten, wie genau diese Hilfe aussehen soll, teilten die Finanzminister und Notenbankpräsidenten der fünf Länder am Rande der Herbsttagung von IWF und Weltbank nicht mit. Von direkten finanziellen Hilfen für europäische Krisenländer, etwa durch den gezielten Ankauf von Anleihen solcher Länder, war nicht die Rede.   

Die großen Schwellenländer werfen den Europäern wegen ihrer Schuldenkrise eine Gefährdung der weltwirtschaftlichen Stabilität vor: „Das Epizentrum der Krise ist dieses Mal die Europäische Union“, klagte Brasiliens Finanzminister Guido Mantega am Donnerstag in Washington auf einer gemeinsamen Pressekonferenz der BRICS-Staaten. Vor drei Jahren seien es noch die USA gewesen, die die Welt in eine tiefe Finanzkrise gestürzt hätten. Die fünf BRICS-Länder forderten die Europäer gemeinsam zu schnellem und entschiedenem Handeln auf.

Kommentare (20)

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Ben

23.09.2011, 07:44 Uhr

Es wurde wohl noch nie soviel gelogen wie in der heutigen Zeit
Und das was demnächst die nächsten Monate geschehen wird, wird die ganze Welt ins Chaos stürzen - geplanterweise !
Aber die Masse der Menschen lässt sich weiterhin einlullen und sich in die Abhängikeit hineintreiben.
Da wollen die "Wölfe" die "Schafe" hinhaben
Die totale Kontrolle und Überwachung
Und sie werden wohl leider erfolgreich sein.....

GameOver

23.09.2011, 07:55 Uhr

Beschleunigen wir die ganze Sache, nehmt den MafiaBanken das Geld weg !!!
Machen wir es wie die großen Konzerne und holen unser Geld Heim !!!

Koboldo

23.09.2011, 07:56 Uhr

Bankenhilfe ist ja gut und schön. Marktwirtschaftlich bedeutet das aber nur, dass die Gewinne privatisiert, die Verluste sozialisiert werden. Das ist ein Persilschein für weitere Zockerei der Banken. So wird die Welt letztendlich nicht vor Finanzkrisen geschützt, ganz im Gegenteil, sie werden systemisch und regelmäßig auftreten mit dem Effekt, dass die Reichen risikolos immer reicher werden, die Staaten aber immer abhängiger werden von genau dieser Klientel. Als typisches Beispiel in negativem Sinn erleben wir gerade, was in den USA passiert

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