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15.10.2011

19:38 Uhr

G20-Mahnung an die Euro-Länder

„Löst endlich Euer Problem!“

VonDonata Riedel

Die Finanzminister und Notenbankchefs haben beim G20-Treffen deutliche Worte an die Euro-Regierungen gerichtet. Auf dem kommenden EU-Gipfel sollen Ergebnisse folgen - vor allem Deutschland und Frankreich sind gefordert.

Italiens Finanzminister Giulio Tremonti (links) und sein deutscher Kollege Wolfgang Schäuble tauschen sich über die ernsten Themen aus. dpa

Italiens Finanzminister Giulio Tremonti (links) und sein deutscher Kollege Wolfgang Schäuble tauschen sich über die ernsten Themen aus.

ParisIn der Eurokrise gibt es für Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und seinen französischen Kollegen Francois Baroin keine Atempause. Gleich nach dem Treffen mit ihren Amtskollegen aus den G20, den 20 größten Wirtschaftsnationen der Welt,  standen am Abend die nächsten deutsch-französischen Arbeitstreffen auf dem Terminplan in Paris. Denn Frankreich und Deutschland haben den anderen Industrie- und Schwellenländern Großes versprechen müssen: Die Euro-Schuldenkrise endlich zu beenden.

In der Abschlusserklärung am Samstag Nachmittag fanden die G20-Finanzminister und Notenbankchefs ungewöhnlich deutliche Worte an die Adresse der Regierungen der Eurozone: „Wir freuen uns auf das Ergebnis des EU-Gipfels am 23. Oktober, die aktuellen Herausforderungen mit einem umfassenden Plan entschieden anzugehen“, heißt es dort ohne diplomatische Girlanden. Außerdem erwarten Länder wie die USA, Japan und die BRIC-Staaten, Brasilien, Russland, Indien und China, dass die Eurozonen-Staatschefs auf dem EU- Gipfel die Instrumente des Euro-Rettungsfonds EFSF so ausweiten, dass die Ansteckungsgefahr auf den Finanzmärkten eingedämmt wird. Details darüber, wie die Ziele erreicht werden könnten, nannten jedoch weder Schäuble noch Baroin. Schäuble sagt nur, was er nicht will: Dass der EFSF eine Banklizenz bekommen könnte, um sich bei der Europäischen Zentralbank  notfalls Geld besorgen zu können, „stand zu keinem Zeitpunkt zur Debatte“, sagte Schäuble.

Kommentare (34)

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Blickensdoerfer

15.10.2011, 13:01 Uhr

"Banken hätten ihr Eigenkapital längst erhöht. „Das war eine Lehre aus der Krise. Ihnen jetzt gegen ihren Willen Eigenkapital aufzuzwängen, verschlimmert die Krise nur, denn die Staaten müssten sich dafür weiter verschulden.“ Und: "die G20 werde „sicherstellen, dass Banken angemessen mit Kapital versehen werden." Wofür? Weniger, um neu "Produktionskapazitäten" zu finanzieren. Umso mehr, wertlose "Wertpapiere" gegen Geld verkaufen zu können, für das "Staaten" sich weiter verschulden (sollen)

Skyjumper

15.10.2011, 13:38 Uhr

Was ein schönes Schneeballsystem. Die Staaten sind das Grundübel. Sie bräuchten "nur" ihre Schulden nebst Zinsen Ordnungsgemäß zurückzahlen und zukünftig keine neuen Schulden mehr Aufnahmen, und schon hätte sich das Bankenproblem erledigt. Zum einen bräuchten die Banken keine Abschreibungen vornehmen, zum anderen würden die Bilanzsummen mangels neuer Anleihekaeufe schrumpfen und die Eigenkapitalquoten auf diese Weise steigen.

Na klar, ich weiß auch, dass das nicht funktioniert. Es funktionier nicht weil die Staaten eben nicht Ordnungsgemäß zurückzahlen können, und weil sie auch weiter mehr Geld brauchen als sie haben. Also geben Sie den Banken "frisches" Geld was sie selbst nicht haben, um es hinterher wieder zu leihen und nicht zurückzahlen zu können. Das perfekt desastroese Schneeballsystem.

Herr lass Hirn regnen für all diejenigen die immer noch Glauben, dass das auf Dauer gut gehen kann.

azaziel

15.10.2011, 15:32 Uhr

Nicht Umschuldungen loesen die Krise, sondern ENTSCHULDUNG von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Unsere Fieberkurve liesst sich in Prozent Schuldenquote fuer einzelne Wirtschaftseinheiten, fuer Staaten oder fuer die Staatengemeinschaft. Wird der Anstieg verlangsamt, besteht vielleicht Hoffnung, wird der Anstieg der Schuldenquote zum Stillstand gebracht, ist der Hoehepunkt der Krise erreicht, sinkt die Schuldenquote, ist der Patient auf dem Weg der Besserung. Im letzten Jahr hat sich aber der Anstieg der Schuldenquoten durch hoehere Zinsforderungen der Kreditgeber und durch immer gigantischere Rettungsschirme beschleunigt. Sehen Sie es mit den Augen der schwaebischen Hausfrau und urteilen Sie selbst.

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