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09.07.2017

08:49 Uhr

G20-Proteste

Hamburg findet keine Ruhe

Die dritte Nacht infolge kommt es in Hamburg zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten. Im Schanzenviertel setzen die Beamten Wasserwerfer und Tränengas ein.

Auch nach dem Ende des G20-Gipfels eskalieren die Proteste. Polizeikräfte setzen im Hamburger Schanzenviertel Wasserwerfer ein. dpa

Protestler vor einem Wasserwerfer

Auch nach dem Ende des G20-Gipfels eskalieren die Proteste. Polizeikräfte setzen im Hamburger Schanzenviertel Wasserwerfer ein.

HamburgAuch nach dem Ende des G20-Gipfels ist es in Hamburg erneut zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. In der Nacht zum Sonntag setzte die Polizei Wasserwerfer, Pfefferspray und Tränengas ein, um Sitzblockaden im Schanzenviertel aufzulösen. Randalierer warfen Flaschen, Steine oder Böller. Die Polizei meldete mehrere Festnahmen. Es seien auch Polizeibeamte verletzt worden.

Wenn die Hundertschaften anrückten, zerstreuten sich die Gruppen oft und verstecken sich in Nebenstraßen. Sobald die Polizei sich aus einer Straße zurückzog, bauten sie neue Barrikaden auf und zündeten wieder Mülleimer an.

Mehrere Vermummte warfen Flaschen auf Häuser, aus denen ihnen „Haut ab“ entgegengerufen wurde. In mehreren Stadtteilen wurden der Polizei zufolge Autos in Brand gesetzt. Schwer bewaffnete Spezialeinsatzkräfte der Polizei zogen zeitweise am Rande des Schanzenviertels auf, griffen aber nicht ins Geschehen ein. Zum Morgen beruhigte sich die Lage deutlich.

Die Nacht in Hamburg

Die Nacht der Gewalt am Pferdemarkt

Die Nacht in Hamburg: Die Nacht der Gewalt am Pferdemarkt

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In der Nacht zum Samstag war es im Schanzenviertel zu schweren Krawallen und Plünderungen von Geschäften gekommen. Die Randalierer hatten zunächst mehrere Stunden lang freie Hand, bis die Polizei mit einem massiven Aufgebot samt Spezialeinsatzkräften einrückte.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière verteidigte die Vorgehensweise der Polizei. „Bei diesem Ausmaß an völlig enthemmter Gewalt, die nur darauf gerichtet ist, willkürlich möglichst große Schäden auch bei völlig unbeteiligten Bürgern zu verursachen, kann trotz aller Konsequenz und auch bei bester Vorbereitung nicht jede Ausschreitung erfolgreich sofort unterbunden werden“, sagte er der „Bild am Sonntag“. Man habe erst „robuste Kräfte heranführen“ müssen.

Jetzt, in der dritten Nacht der gewalttätigen Proteste, griff die Polizei frühzeitig durch. „Unbeteiligte sollten sich unbedingt aus dem Bereich entfernen“, warnte sie. Die Räumung der Straßen im Schanzenviertel wurde mit Angriffen auf Einsatzkräfte begründet. Zudem seien bei einer Sparkassen-Filiale Fenster zu Bruch gegangen. Der S-Bahn-Verkehr in der Innenstadt war erneut zeitweilig gestört, dann wurden alle Sperrungen aufgehoben.

Im Schanzenviertel hatten sich am Samstagabend wieder mehrere hundert Menschen versammelt. Die Polizei sprach von etwa 600 Personen, die sich auf dem Neuen Pferdemarkt und in der Straße Schulterblatt aufhielten, wo es am Vorabend zu den Krawallen gekommen war.

Die Polizei erklärte am frühen Sonntagmorgen, seit Beginn der Proteste gegen den G20-Gipfel in Hamburg seien 144 Personen festgenommen und 144 weitere in Gewahrsam genommen worden.

Kommentare (1)

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Herr Lothar Thürmer

10.07.2017, 16:55 Uhr

Bundesinnenminister Thomas de Maizière ist ein kluger und besonnener Mann. Das hat er oft unter Beweis gestellt. Und das zeigt auch seine jüngste Bewertung der Gewaltexzesse in Hamburg: „Bei diesem Ausmaß an völlig enthemmter Gewalt … kann trotz aller Konsequenz und auch bei bester Vorbereitung nicht jede Ausschreitung erfolgreich sofort unterbunden werden“.
Haben also Merkel und Scholz die Risiken des G20-Gipfels für die Sicherheit in Hamburg dramatisch unterschätzt? Jedenfalls brauchen wir jetzt entschlossene Antworten der Politik auf die Herausforderungen, die von fanatischen Gewaltextremisten ausgehen. Der Rechtsstaat braucht scharfe Zähne, mit denen er bei Bedarf auch kraftvoll zubeißen muss!

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