Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.04.2017

18:02 Uhr

G7-Außenminister-Treffen

Gemeinsam gegen Assad

VonRegina Krieger

Beim Treffen der G7-Außenminister in Lucca bestimmen die USA die Agenda. Außenminister Tillerson lässt vor seiner Reise nach Moskau die Gastgeber Italien das Thema Syrien ganz oben auf die Tagesordnung setzen.

Tillerson über US-Außenpolitik

„Wir werden jeden zu Rechenschaft ziehen“

Tillerson über US-Außenpolitik: „Wir werden jeden zu Rechenschaft ziehen“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

LuccaAuf dem Programm stand das routinemäßige Vorbereitungstreffen der Außenminister der sieben größten Industrienationen. Italien hat in diesem Jahr die G7-Präsidentschaft und richtet Ende Mai das Gipfeltreffen in Taormina aus, zu dem auch US-Präsident Donald Trump kommt. Sein Außenminister Rex Tillerson preschte allerdings vor beim Ministertreffen in der toskanischen Stadt Lucca. Er sagte den Italienern, sie müssten das Thema Syrien ganz oben auf die Tagesordnung setzen. Und außerdem lud auf sein Geheiß hin noch Gastgeber Angelino Alfano, der italienische Außenminister, für den zweiten Tag des Treffens in der Toskana am Dienstag die Außenminister von der Türkei, Jordanien, Saudi-Arabien, Katar und der Vereinigten Arabischen Emirate ein.

Noch am Dienstag reist Tillerson nach Moskau – im Gegensatz zu seinem britischen Amtskollegen Boris Johnson, der seine Russland-Reise abgesagt hat. Tillerson trifft seinen Amtskollegen Sergej Lawrow. Ein Treffen mit Präsident Putin wurde nicht bestätigt.

Das Ziel der Chefdiplomaten in Lucca ist eine gemeinsame Linie bei der Bekämpfung des IS und das Vorgehen gegen das Assad-Regime. Die USA würden „jeden und alle“ zur Rechenschaft ziehen, die Verbrechen an Unschuldigen verübten, sagte Tillerson am Sonntag bei einer Kranzniederlegung in Sant‘ Anna di Stazzema, wo 1944 Nazis unschuldige Zivilisten töteten.

Rex Tillerson: Der Weltpolizist USA ist wieder zurück

Rex Tillerson

Der Weltpolizist USA ist wieder zurück

Die USA wollen ihre Rolle als Weltpolizist wieder stärker annehmen und vertreten das nun auch offensiv. Bei einem Besuch in Italien sagt Außenminister Rex Tillerson, die USA wollten „in der ganzen Welt“ Verbrecher jagen.

Die USA hatten am Freitag einen Flughafen der syrischen Luftwaffe  bombardiert als Antwort auf einen Angriff mit Giftgas auf  die nordsyrische Stadt Khan Sheikun, bei dem mehr als 80 Menschen gestorben waren, darunter auch viele Kinder. Die USA machen dafür das Regime des syrischen Machthabers Assad verantwortlich.

Nun suchen die USA Verbündete, um Druck auf Russland auszuüben und Abstand zu Assad zu nehmen. Nicht einfach ist in diesem Kräftespiel die Position Italiens, das gegen eine Isolierung Russlands ist und sich wiederholt für ein Ende der Wirtschaftssanktionen gegen den ehemaligen G8-Partner einsetzt. Staatspräsident Sergio Mattarella ist zeitgleich zum G7-Gipfel in Moskau.

Nach den Anschlägen in Stockholm und in Ägypten steht das Thema Terrorbekämpfung und Sicherheit ebenso auf der Agenda wie Nordkorea und eine Dabatte über mehr Einflussmöglichkeiten  für die Vereinten Nationen.

Am Dienstag Mittag, nach der Arbeitssitzung mit den zusätzlich eingeladenen Ministern,  endet das G7-Treffen in der toskanischen Stadt, die aus Sicherheitsgründen komplett abgeriegelt wurde.  

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Enrico Caruso

10.04.2017, 18:52 Uhr

Man könnte meinen, Obama wäre zurückgekehrt ins Oval Office.

Herr Tomas Maidan

10.04.2017, 18:54 Uhr

So verworren, wie sich die Weltpolitik seit dem Eingreifen Russlands darstellt, war die Lage noch nie. Erst unterstützt Putin hintenrum einen Chaoten wie Trump, nun wundert sich die Welt, wie man mit dem Bullerballer überhaupt noch vernünftig regieren kann. Nur Big-Bullshit produzieren, Propaganda und Fake-News in die Welt schütten, das bringt vielelicht bei Russia-Today ein buntes Programm zustande. Vernünftige Politik wird das niemals.

Unbekannt

10.04.2017, 19:16 Uhr

Dem neuen Kasper im Marionettentheater wurde inzwischen verklart, dass er nur die alte Rolle spielen darf, die das Einschlagen auf den bösen Russen beinhaltet, und Neu-Interprationen seiner Rolle grundsätzlich nicht erlaubt werden.
Frage : Wie lange wird der Russe die Schläge aushalten und könnte durch seine Gegenwehr vielleicht nicht das ganze Theater in die Luft fliegen ?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×