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26.05.2017

16:53 Uhr

G7-Gipfel

Schadensbegrenzung beim Sightseeing

VonThomas Sigmund, Jan Hildebrand

Nach den kolportierten Tiraden des US-Präsidenten gegen Deutschland begegnet Trump-Sprecher Sean Spicer zufällig einem Handelsblatt-Reporter. Spicer nutzt das Treffen: Trump habe ungeheuer viel Respekt vor den Deutschen.

Handelsblatt auf dem G7-Gipfel

„Die Sonne scheint — doch hinter den Kulissen kracht es gewaltig“

Handelsblatt auf dem G7-Gipfel: „Die Sonne scheint — doch hinter den Kulissen kracht es gewaltig“

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Taormina, BerlinWährend alle Welt rätselt, mit welchen Worten sich US-Präsident Donald Trump über die Deutschen und ihren Exportüberschuss ausgelassen hat, macht Sean Spicer einen Spaziergang durch die Fußgängerzone von Taormina. Der Sprecher von Trump hat offenbar etwas freie Zeit, während sein Chef zusammen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den anderen Mächtigen beim G7-Gipfel in der idyllischen Stadt auf Sizilien verhandelt.

Vor einem Restaurant in der Altstadt trifft Spicer zufällig eine Gruppe deutscher Journalisten, darunter auch Handelsblatt-Politikchef Thomas Sigmund. Warum Trump sich bei seinem Treffen mit Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und anderen EU-Spitzenvertretern so sehr über die Deutschen beschwert habe? Der US-Präsident habe über die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und den USA gesprochen, erklärt Spicer. Tatsächlich stört sich Trump schon lange daran, dass Deutschland sehr viel mehr Waren in die USA exportiert als es von dort bezieht. Unfair findet das der US-Präsident, das hat er wiederholt deutlich gemacht.

Sean Spicer wurde in Taormina von Handelsblatt-Politikchef Thomas Sigmund abgepasst. Der Trump-Sprecher versuchte, die Aussagen des US-Präsidenten zu entschärfen.

Trumps Sprecher auf Sizilien

Sean Spicer wurde in Taormina von Handelsblatt-Politikchef Thomas Sigmund abgepasst. Der Trump-Sprecher versuchte, die Aussagen des US-Präsidenten zu entschärfen.

In dem Gespräch mit Juncker sollen allerdings noch andere Begriffe gefallen sein, wie Spiegel Online berichtete. Trump soll demnach gesagt haben, das Wirtschaftsgebaren der Deutschen sei „bad, very bad“ – ein durchaus negatives Wort. Einige deutsche Medien haben es als „böse“ übersetzt.

Stimmt gar nicht, erklärt Spicer nun dem Handelsblatt und den anderen deutschen Reportern in der Fußgängerzone. „Er hat das Wort 'bad' nie benutzt, das ist ein falscher Bericht“, so der Sprecher des US-Präsidenten. Trump habe ein ungeheures Maß an Respekt gegenüber Deutschland, versichert Spicer. Es ist der Versuch, ein wenig Schadensbegrenzung zu betreiben. Zufällig unternommen beim Sightseeing in einer Fußgängerzone.

Trump-Kritik: Was ist dran an Trumps Vorwurf gegen Deutschland?

Trump-Kritik

Was ist dran an Trumps Vorwurf gegen Deutschland?

Aufregung um Donald Trump: Hat der US-Präsident die Deutschen als „böse“ bezeichnet? Oder findet er nur Deutschlands Exportüberschuss „schlecht“? Was ist dran an der Kritik an deutschen Autobauern? Ein Faktencheck.

Nun hat Spicer schon eine gewisse Routine, die Scherben aufzukehren, die Trump hinterlässt. Und er hat in der Vergangenheit dabei durchaus einen kreativen Umgang mit der Wahrheit geübt. Juncker zumindest hat mittlerweile öffentlich bestätigt, dass sich Trump über den deutschen Handelsüberschuss beschwert habe. Und er gab indirekt zu, dass die Worte „bad, very bad“ gefallen sind. Allerdings seien sie von Trump nicht aggressiv geäußert worden, so Juncker. „Ich bin kein Spezialist im Englischen“, sagte der EU-Kommissionspräsident, „aber 'bad' heißt nicht 'böse' – 'schlecht' reicht ja.“

Das dürfte die Bundesregierung allerdings kaum beruhigen. Trumps kolportierte Worte haben ihre Wirkung längst entfaltet. An der Börse gerieten die Aktien deutscher Autohersteller unter Druck. Schließlich ist auch folgender Trump-Satz vom Brüsseler Treffen überliefert: „Schauen Sie die Millionen von Autos an, die sie in den USA verkaufen. Fürchterlich. Wir werden das stoppen.“ Trump hat sich nicht nur wiederholt über den deutschen Exportüberschuss beklagt, er hat auch immer wieder mit Strafzöllen gedroht.

Die meistgebauten Autos der Welt 2016

Platz 5

Platz fünf geht an den achtsizigen Kompakt-Van Wuling Hongguang aus China, der mit 847.000 produzierten Fahrzeugen im Jahr 2016 auch das meistgebaute Auto Asiens war.

Platz 4

Der koreanische Hersteller Hyundai fertige von Elantra im Jahr 2016 nicht weniger als 875.000 Einheiten. In Deutschland kennt man ihn kaum noch, da er hier bereits ab 2006 durch den i30 im Modellprogramm ersetzt wurde.

Platz 3

Es gibt sie noch, die Statistiken, in denen der VW Golf nicht auf Platz 1 steht. in 2016 gebaute 970.000 Einheiten reichen im globalen Vergleich nur für Bronze. Immerhin: Der Golf war meistgebautes Auto in Europa. In Wolfsburg liefen 2016 rund 650.000 Modelle vom Band. Die restlichen 320.000 Einheiten der Jahresproduktion wurden vor allem in China und Mexiko gefertigt.

Platz 2

Auf Rang zwei der weltweit meistgebauten Autos landet 2016 mit dem Toyota Corolla ein ganz klassischer Pkw. Mit 985.000 Einheiten lässt die Limousine die Kompaktklassen-Wettbewerber VW Golf (970.000 Einheiten) und Hyundai Elantra (875.000 Einheiten) hinter sich.

Platz 1

Der Sieger ist ein Pick-up: Die Ford F-Reihe war 2016 das meistgebaute Auto der Welt. Insgesamt verließen 1,012 Millionen Einheiten die Fließbänder im amerikanischen Dearborn, wie der Informationsdienstleister Inovev meldet. Der Pick-up ist seit 1978 das meistverkaufte Auto der USA, seit 1983 trägt er auch den Titel des meistverkauften Autos weltweit.

Durch den Vorgang dürfte sich die ohnehin belastete Stimmung beim Treffen der großen westlichen Wirtschaftsmächte (G7) weiter abkühlen. Kanzlerin Merkel und ihre Berater hatten sich seit Tagen auf schwierige Gespräche in Taormina vorbereitet. So verweigert Trump bisher eine klare Absage an protektionistische Maßnahmen wie Strafzölle. Genauso will er sich nicht zum Pariser Klimaabkommen bekennen. Heute Abend wollen die G7-Regierungschefs über die Themen Handels- und Klimapolitik sprechen. Neben Trump und Merkel nimmt auch Juncker am G7-Gipfel teil. Insofern können die Drei noch mal persönlich klären, welche Worte denn am Donnerstag in Brüssel gefallen sind und wie sie gemeint waren.

Kommentare (5)

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Herr Josef Hirsepp

26.05.2017, 17:15 Uhr

BAG......

versteht in USA jeder....

in Deutschland heist die ABKUERZUNG

B A G

Bundes-Anstalt fuer den Gewerblichen Kraft-Verkehr.....& natuerlich

fuer jeden Trucker und Spediteur sind das:

BAD-ASS-GUYS......

was wohl dabei das Bad bedeuten mag???

have all a super-gorgious WE....

Herr Josef Hirsepp

26.05.2017, 17:22 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Josef Hirsepp

26.05.2017, 17:31 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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