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20.05.2012

11:23 Uhr

G8-Gipfel

Für jeden etwas

Camp David steht je nach Lesart für einen Wohlfühl-G8 - oder für einen Gipfel der Ergebnisarmut. Irgendwie haben fast alle bekommen, was sie wollten.

Gruppenbild mit Dame: die Teilnehmer des G8-Gipfels in Camp David. AFP

Gruppenbild mit Dame: die Teilnehmer des G8-Gipfels in Camp David.

Camp David/ChicagoDie führenden Industriestaaten und Russland (G8) gehen in der Wirtschaftspolitik wieder getrennte Wege. Beim Treffen der führenden Industrienationen und Russlands in den USA stellten sie am Samstag (Ortszeit) ausdrücklich fest, dass die Ausgangslagen der Volkswirtschaften zu unterschiedlich seien, um gemeinsame Maßnahmen zu ergreifen.

Unten den großen westlichen Industriestaaten hat Deutschland derzeit beim Wachstum eine Spitzenposition. Die USA und Frankreich beklagen beispielsweise schwache Wachstumsraten und hohe Arbeitslosigkeit, Großbritannien steckt noch in der Rezession.

Die Staats- und Regierungschefs trafen sich zwei Tage in Camp David, dem Landsitz von US-Präsident Barack Obama, nicht weit von Washington. Zur Gruppe der Acht gehören die USA, Kanada, Japan, Russland, Deutschland, Frankreich und Italien. Auch die Spitze der Europäischen Union sitzt am Verhandlungstisch.

In der Abschlusserklärung wird der von Bundeskanzlerin Angela Merkel geforderte Kurs der Haushaltssanierung genauso gewürdigt wie die Möglichkeit, staatliche Programme für mehr Wachstum aufzulegen.

Mit dieser Position sympathisieren Obama und der neue französische Präsident François Hollande, der bei seinen Wählern im Wort steht. Die Kanzlerin hatte wiederholt klargemacht, dass gerade auf Pump gekauftes Wachstum zu der noch immer bedrohlichen Euro-Schuldenkrise geführt habe.

„Unser Gebot ist, Wachstum und Jobs zu schaffen“, lautete letztlich das unverbindliche Motto in der Abschlusserklärung.

Obama fürchtet im November angesichts der mäßigen Konjunktur um die Wiederwahl. Auch deshalb setzte er sich mit dem Vorschlag durch, im Kampf gegen hohe Ölpreise notfalls strategische Ölreserven freizugeben. In den USA sind die Benzinpreise derzeit relativ hoch.

Auch wenn der Ölpreis in der vergangenen Woche auf ein Sechs-Monats-Tief gefallen waren, wollten die USA offensichtlich für den Fall eines israelischen Angriffs auf die iranischen Atomanlagen vorsorgen. Dann könnte der Iran die Straße von Hormus blockieren, eine wichtige Schiffsroute für den Öltransport.

Kommentare (2)

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Nixgut

20.05.2012, 12:46 Uhr

Der Gipfel der USA ! Es lebe der Dollar.
Wir, Deutschland, sollten uns aus dem Euro verabschieden und uns mit China und Russland gegen die USA und damit gegen den Dollar entscheiden.
Für eine gemeinsame Kultur und nicht für CocaCola und McDonald.

Petra

20.05.2012, 14:01 Uhr

Behält Griechenland den Euro mit weiteren Zugeständnissen ist das ein Freibrief für Portugal, Spanien, Italien,....
Diese können dann zu Recht auf "gleiches Recht für alle" pochen und einen Schuldenschnitt sowie weitere Milliardenzahlungen einfordern!

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