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05.04.2017

18:38 Uhr

Gambia

Hoffnung auf Demokratie

Gambia ist nicht groß, hat Westafrika zuletzt aber an den Rande einer Militärintervention gebracht. Nun herrscht dank eines Schulterschlusses mehrerer Parteien relative Ruhe. Doch die Koalition bekommt Risse.

Nachdem der Langzeitmachthaber Yahya Jammeh ins Exil flüchtete, hat der gambische Staat eine Chance auf Demokratie. AP

Game over

Nachdem der Langzeitmachthaber Yahya Jammeh ins Exil flüchtete, hat der gambische Staat eine Chance auf Demokratie.

BanjulErstmals seit der Flucht von Langzeitmachthaber Yahya Jammeh ins Exil wird im westafrikanischen Gambia ein neues Parlament gewählt. Viele Gambier hoffen darauf, dass die Abstimmung am Donnerstag Jahrzehnte der Diktatur in der kleinen Nation endgültig beendet und der gänzliche Wandel zur Demokratie gelingt. Einige befürchten jedoch, dass sich Risse in der Koalition des neuen Präsidenten Adama Barrow verstärken könnten.

Gambia mit seinen rund 1,8 Millionen Einwohnern war 22 Jahre lang von Jammeh regiert worden. Seiner Regierung wurden immer wieder Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Im Dezember hatte er die Präsidentenwahl gegen Barrow verloren, seine Niederlage aber wochenlang nicht anerkannt. Weitere Länder der Region im Westen des afrikanischen Kontinents drohten mit einer militärischen Intervention, ehe Jammeh im Januar schließlich ins Exil flüchtete.

Die gambische Wahlbehörde hat 239 Kandidaten zugelassen, die um die 53 Parlamentssitze kämpfen. Fünf weitere werden von parlamentarischen Mitgliedern besetzt, die der Präsident nominiert.

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Gambias neuer Präsident Adama Barrow hat nach eigenen Angaben eine leere Staatskasse vorgefunden. Der entmachtete Staatschef Yahya Jammeh soll vor seinem Abflug ins Exil noch Millionen von der Zentralbank erhalten haben.

Die neue Regierung unter Barrow hat versprochen, das Unrecht der Vergangenheit wieder gut zu machen. Doch dazu braucht sie auch die Mitarbeit der Nationalversammlung. Die acht Oppositionsparteien, die Barrow bei seinem Wahlsieg im Dezember als Koalition gestützt hatten, treten nun aber als einzelne Parteien an. Ihnen gegenüber stehen auch Repräsentanten der früheren Regierungspartei APRC von Jammeh sowie des Demokratischen Kongresses Gambias, die eine Oppositionspartei, die sich nicht der Koalition angeschlossen hatte. Hinzu kommen knapp 42 unabhängige Kandidaten.

Sollten die Koalitionsparteien auf keine Mehrheit kommen oder sich nicht auf eine Regierung einigen können, könnte das Barrows Führung und die Vorhaben gefährden, die er versprochen hat. Gleichzeitig befürchten manche Gambier im Falle einer absoluten Mehrheit für Barrows Vereinigte Demokratische Partei UDP eine Einparteienherrschaft wie in der Vergangenheit.

Von

ap

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