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22.01.2017

20:44 Uhr

Gambia

Präsident hinterlässt offenbar leere Staatskasse

Gambias neuer Präsident Adama Barrow hat nach eigenen Angaben eine leere Staatskasse vorgefunden. Der entmachtete Staatschef Yahya Jammeh soll vor seinem Abflug ins Exil noch Millionen von der Zentralbank erhalten haben.

Leere Staatskasse

Berater: „Innerhalb von zwei Wochen wurden 500 Millionen abgehoben"

Leere Staatskasse: Berater: „Innerhalb von zwei Wochen wurden 500 Millionen abgehoben"

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DakarDer unter militärischen Druck der Nachbarstaaten ins Exil gegangene gambische Expräsident Yahya Jammeh soll Millionenbeträge und Luxusgüter mitgenommen haben. Wie aaus dem Stab seines Amtsnachfolgers Adama Barrow verlautete, soll Jammeh in der Zeit nach seiner Wahlniederlage im Dezember und während des Streits um die Amtsübergabe mindestens 12 Millionen US-Dollar (11,2 Mio Euro) von der Zentralbank Gambias erhalten haben.

Jammeh hatte Gambia am Samstag verlassen und traf am Sonntag in seinem Exil im zentralafrikanischen Staat Äquatorialguinea ein. Anhänger verabschiedeten Jammeh auf dem Flughafen Banjul am Samstag – einige unter Tränen. Sein Gepäck wurde mit einem zweiten Flugzeug transportiert. Anhänger seines Nachfolgers Barrow kritisierten, dass Jammeh seine „Beute“ in einer extra Maschine außer Landes bringen dürfe.

Jammeh hatte den kleinen westafrikanischen Staat 22 Jahre mit harter Hand regiert. Nach seiner Abwahl am 1. Dezember vergangenen Jahres hatte sich der bisherige Präsident geweigert, seine Niederlage einzugestehen und sein Amt zu räumen. Erst angesichts der Drohung einer Entmachtung durch 7000 Mann starke Interventionstruppen aus Nigeria, Ghana, Togo und dem Senegal sowie nach Marathonverhandlungen mit Vertretern anderer westafrikanischer Staaten steuerte er um.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Rudolf Ott

23.01.2017, 11:09 Uhr

In Afrika änderet sich nichts.
Wieder ein Paradebeispiel dafür, dass die Europäer sehenden Auges die falschen Hätsc heln und beim Volk nichts ankommt. Apropo Volk, im europäischen Sinne, gibt es in afrikanischen Staaten ein "Volk" wohl kaum. Eher Stämme, die sich um die lukrativen Posten, oft gewalttätig, streiten. Es zeigt auch, dass die 60ig jährige Politik der "Entwicklungshilfe" ein Misserfolg ist. Und wir wundern uns, warum immer mehr Flüchtlinge das Heil über das Mittelmeer suchen. Zu dem Thema hat Peter Scholl-Latour im Jahr 2000 in "afrikanische Totenklage" ausführlich recherchiert.

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