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25.03.2017

16:57 Uhr

Gammelfleisch-Skandal

EU verhängt Teil-Stopp für Brasilien-Importe

Verdorbenes Fleisch, neu etikettiert, mit Chemikalien behandelt: Der Gammelfleischskandal bringt die Regierung in Brasilien in Not – das Land ist größter Fleischexporteur der Welt. Auch die EU ergreift Schutzmaßnahmen.

Brasilien unter Druck

Gammelfleisch-Skandal – EU fordert die freiwillige Aussetzung von Fleischexporten

Brasilien unter Druck: Gammelfleisch-Skandal – EU fordert die freiwillige Aussetzung von Fleischexporten

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BrüsselWegen eines Gammelfleischskandals in Brasilien hat die Europäische Union einen Importstopp für Ware aus den betroffenen Betrieben verhängt. Außerdem forderte der Ratsvorsitzende, Maltas Premierminister Joseph Muscat, Gegenmaßnahmen von Brasilien. Die EU werde Kontrollen verschärfen und eine einheitliche Linie abstimmen.

In Brasilien sollen mehrere Firmen verdorbenes Fleisch umetikettiert, gestreckt und mit Chemikalien bearbeitet haben. Gegen 21 unter Verdacht stehende Unternehmen verhängte Brasilien ein Exportverbot - das Land ist der größte Exporteur der Welt. Der EU-Importstopp richtet sich gegen Fleisch betroffener Firmen, das schon unterwegs nach Europa ist. Es soll abgewiesen und zurückgeschickt werden.

Gammelfleisch-Skandal: Brasilien bangt um seine Fleischexporte

Gammelfleisch-Skandal

Premium Brasilien bangt um seine Fleischexporte

Ein Skandal um Gammelfleisch macht den Fleischkonzernen des Landes schwer zu schaffen. Vor allem JBS und BRF fahren massive juristische Geschütze auf. Für die beiden Unternehmen ist der Skandal eine Katastrophe.

Wegen eines dramatischen Nachfrageinbruchs musste der weltweitgrößte Fleischproduzent JBS für mehrere Tage an 33 von 36 Produktionsstätten den Betrieb einstellen. In Deutschland ist nach Einschätzung des Bundesagrarministeriums bisher kein Gammelfleisch verkauft worden. Ihnen lägen „keine Informationen vor, dass Sendungen aus den betroffenen brasilianischen Firmen nach Deutschland gelangt seien“, teilte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums mit. Auch aus anderen EU-Staaten gebe es laut einem Schnellwarnsystem keine Meldungen, dass dort gesundheitsschädliches Fleisch aufgetaucht sei.

Wie das Portal „O Globo“ berichtete, will der größte Abnehmer China ab Montag wieder Fleisch aus Brasilien importieren. Brasiliens Präsident Michel Temer war in den letzten Tagen bemüht, den Skandal aufklären zu lassen - der Export ist eine wichtige Stütze der heimischen Wirtschaft. Als vertrauenbildende Maßnahme lud er sogar Botschafter aus Importländern in ein Steakhaus in Brasilia ein.

Gammelfleisch: Fleischskandal in Brasilien aufgedeckt

Gammelfleisch

Fleischskandal in Brasilien aufgedeckt

Die Fleischproduktion ist in Brasilien ein Milliardengeschäft. Jetzt wurden kriminelle Machenschaften publik: Abgelaufenes und vergammeltes Fleisch wurde verkauft. Betroffen ist auch der weltweit größte Produzent JBS.

Die Polizei hatte bei Razzien die Betrügereien aufgedeckt und ermittelt landesweit im Rahmen der Operation „Schlechtes Fleisch“. Der Verband der Fleischwirtschaft (VdF) in Deutschland hatte nach Bekanntwerden des Skandals betont: „Es ist höchst unwahrscheinlich, dass die Rindfleischimporte der EU von den aktuell aufgedeckten Straftaten in Brasilien betroffen sind oder waren“. Es würden nur ganze Teilstücke geliefert und keine Fleischmischungen oder mit Zutaten verarbeitete Erzeugnisse. Wegen der langen Transportdauer würden die Lieferungen direkt am Produktionsort vakuumverpackt.

Zudem würden Fleischimporte einer veterinären Einfuhruntersuchung unterzogen - Deutschland bezog dem Verband zufolge zuletzt rund 9000 Tonnen Rind- und 21 000 Tonnen Gefügelfleisch aus Brasilien pro Jahr.

Von

dpa

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