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03.01.2013

15:30 Uhr

Ganz nüchtern

China verbietet Offizieren Trinkgelage

VonFinn Mayer-Kuckuk

Kaum ist Xi Jinping neuer Oberbefehlshaber des chinesischen Militärs, da macht er sich schon unbeliebt. Er verbietet Beamten und Militärs Trinkgelage auf Staatskosten. Die Aktienkurse der Spirituosenanbieter knicken ein.

Chinesische Polizisten und Soldaten während einer Zeremonie. China verbietet seinen Beamten Trinkgelage auf Staatskosten. dpa

Chinesische Polizisten und Soldaten während einer Zeremonie. China verbietet seinen Beamten Trinkgelage auf Staatskosten.

PekingChinas Spirituosenindustrie macht sich auf nüchterne Zeiten gefasst. Die neue Führung des Landes wendet sich mit eindeutigen Befehlen gegen exzessive Trinkgelage. Chinas neuer starker Mann Xi Jinping hat den Offizieren der Volksbefreiungsarmee gleich in seinen ersten Tagen als Oberbefehlshaber der Streitkräfte den Alkoholgenuss verboten – zumindest bei formalen Anlässen und auf Staatskosten. Das berichtet die offizielle Publikation der Armee. Zuvor hatte Xi für offizielle Bankette genaue Vorgaben zur Art und Menge der erlaubten Genussmittel gemacht.

Die Investoren fürchten bereits, dass die Spirituosenanbieter unter dem neuen Trend zur Nüchternheit leiden. Der Aktienkurs der Schnapsbrennerei Kweichow Moutai ist nach der Ankündigung deutlich gefallen. Der Kurs liegt derzeit 15 Prozent unter dem Stand von Oktober – damit ist die Marktkapitalisierung um mehrere Milliarden Euro gesunken. Der Hersteller selbst sieht sich zwar breit aufgestellt mit Liebhabern in allen Bevölkerungsgruppen. Doch tatsächlich sind die Heerscharen von Beamten und Offizieren in China nicht nur dem Augenschein nach die größte Abnehmergruppe des hochprozentigen Getränks. Branchenschätzungen zufolge läuft ein hoher Anteil der Jahresproduktion die Kehlen von Soldaten und anderen Staatsbediensteten hinunter.

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Kweichow Moutai ist nach Umsatz der Marktzweite im chinesischen Spirituosengeschäft. Das Unternehmen kann aber wegen seines bekannten Namens höhere Margen durchsetzen. Es ist mit einem Gewinn von 400 Millionen Euro allein im dritten Quartal bei weitem der profitabelste Spieler der Branche. Das Management zielt darauf, bis 2015 einen Umsatz von 100 Milliarden Yuan (12 Milliarden Euro) zu erreichen – eine Verfünffachung vom derzeitigen Niveau. Der Maotai-Schnaps gilt als „Cognac Chinas“. Ältere Jahrgänge erzielen Sammlerpreise.

Kommentare (1)

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Frank3

03.01.2013, 19:34 Uhr

wenn DIE NICHT MEHR MIT SUFF ertragen DÜRFEN sondern NÜCHTERN WACH WERDEN ??? SPIEL mit SELBSTMORD ? oder SCHAFFEN MENSCH WERDEN ???

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