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10.10.2014

14:54 Uhr

Gas für die Ukraine?

Neue Gespräche im Gasstreit angekündigt

Wegen offener Rechnungen in Milliardenhöhe hatte Russland der Ukraine den Gashahn zugedreht. Im Ringen um eine Einigung sind die Parteien nun zu einem neuen Treffen bereit. Die Zeit drängt, denn der Winter naht.

Eine Pipeline-Installation in der Nähe von Kiew. Am 21. Oktober sollen neue Gespräche im Gasstreit stattfinden. dpa

Eine Pipeline-Installation in der Nähe von Kiew. Am 21. Oktober sollen neue Gespräche im Gasstreit stattfinden.

Berlin/Moskau/BrüsselIm Ringen um ein „Winterpaket“ für die Gasversorgung in Europa gibt es eine neue Verhandlungsrunde. EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) trifft sich am 21. Oktober in Berlin mit Russlands Energieminister Alexander Nowak und dem ukrainischen Energieminister Juri Prodan, wie die Vertretung der EU-Kommission am Freitag in Berlin mitteilte. Ein von Oettinger unterbreiteter Vorschlag sieht unter anderem vor, dass sich der russische Gazprom- Konzern und der ukrainische Versorger Naftogaz auf eine Liefermenge von mindestens fünf Milliarden Kubikmeter Gas im kommenden Winter zum Preis von 385 Dollar pro 1000 Kubikmeter einigen.

Da Russland und Ukraine ihren erbittert geführten Gasstreit vor ein internationales Schiedsgericht in Stockholm gebracht haben, ist laut Kommission eine dauerhafte Entscheidung über alle Streitpunkte und künftigen Lieferkonditionen erst 2015 zu erwarten. „Ein vorläufiger Kompromiss würde jedoch die Gasversorgung der Ukraine und der EU im kommenden Winter sicherstellen“, betonte ein EU-Sprecher in Berlin.

Wegen offener Rechnungen in Milliardenhöhe und unterschiedlicher Ansichten über den Gaspreis hatte Russland der Ukraine im Juni den Hahn zugedreht. Die EU vermittelt in dem Streit, der auch die Erdgasversorgung der Gemeinschaft gefährden könnte. Die EU erhält ein Drittel ihres Erdgases aus Russland, die Hälfte davon strömt durch ukrainische Leitungen. Sie befürchtet, dass die Ukraine in Notlagen Gas aus den Pipelines abzweigen könnte.

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