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27.02.2015

10:37 Uhr

Gas-Streit mit Russland

Ukraine zahlt im letzten Moment

Die Ukraine bekommt doch noch Gas aus Russland. Die letzte Zahlung hätte nur noch für wenige Tage Gas gereicht, warnte Putin. Offenbar hat die Ukraine jetzt im letzten Moment noch 13 Millionen Euro überwiesen.

Die Ukraine muss Zahlungen für Gas vorab liefern und hat dies offenbar für März im letzten Moment getan. dpa

Gasleitung in Petrivka, Ukraine

Die Ukraine muss Zahlungen für Gas vorab liefern und hat dies offenbar für März im letzten Moment getan.

MoskauDie Ukraine scheint einen möglichen Stopp russischer Gaslieferungen im letzten Moment abgewendet zu haben. Die staatliche Nachrichtenagentur Interfax berichtete am Freitag unter Berufung auf die Gasfirma Naftogaz, diese habe umgerechnet 13 Millionen Euro bezahlt und damit die russischen Lieferungen für den Monat März gesichert. Noch am Donnerstag hatte das russische Energieministerium mitgeteilt, es habe bislang keine Zahlungen erhalten.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte bereits am Mittwoch gewarnt, das bisher überwiesene Geld aus der Ukraine reiche nur noch für drei bis vier Tage. Eine konkrete Frist für einen Lieferstopp setzte der Präsident aber nicht. Zugleich warnte Putin, dass eine Lieferunterbrechung auch den Transit von Gas durch die Ukraine in andere europäische Länder stören könnte.

Die internationale Gasleitung South Stream

Länge

Die Erdgasleitung South Stream bildet eine Gesamtlänge von 2380 Kilometern.

Unter Wasser

Das Herzstück ist ein 925 Kilometer langer Abschnitt im Schwarzen Meer durch russische, türkische und bulgarische Hoheitsgewässer.

Über Land

Vom bulgarischen Anlandepunkt in der Hafenstadt Warna sollte eine 1455 Kilometer lange Landleitung durch Serbien, Ungarn und Slowenien bis nach Norditalien führen.

Vom schwarzen Meer bis Italien

South Stream soll nach den bisherigen Plänen die russische Stadt Anapa am Schwarzen Meer mit dem italienischen Grenzort Tarvisio verbinden. Sie würde es ermöglichen, russisches Gas am Krisenland Ukraine vorbei nach Europa zu transportieren.

Haushalte

Bisherige russische Pläne gingen davon aus, dass durch die Leitung von 2019 an bis zu 38 Millionen Haushalte versorgt werden könnten.

Kosten

Die Kosten für das Vorhaben werden auf 16 Milliarden Euro geschätzt.

Gazprom und Eni

An der Firma South Stream Transport, die ihren Sitz in den Niederlanden hat, sind der russische Gasmonopolist Gazprom mit 50 Prozent und der teilstaatliche italienische Energieversorger Eni mit 20 Prozent beteiligt.

Wintershall und EDF

Die BASF-Tochter Wintershall und der mehrheitlich staatliche französische Energiekonzern EDF halten je 15 Prozent.

Die Ukraine und Russland hatten schon im vergangenen Jahr monatelang über Gaslieferungen und die Begleichung alter Schulden gestritten. Schließlich schlossen sie im Oktober eine Vereinbarung, nach der die Ukraine vorab Zahlungen für künftige Lieferungen überweist.

In der vergangenen Woche warf Russland Kiew vor, Gaslieferungen an die Rebellengebiete im Osten des Landes unterbrochen zu haben. Russland begann daraufhin direkte Lieferungen ins Rebellengebiet, machte aber geltend, dass dies auf das ukrainische Gesamtkontingent angerechnet werden solle. Die Ukraine erkennt dies nicht an und argumentiert, sie habe keine Kontrolle über die Verteilung des Gases im Rebellengebiet.

Von

ap

Kommentare (3)

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Herr Fred Meisenkaiser

27.02.2015, 11:09 Uhr

Ich muß mein gas auch bezahlen. Und ich muß auch den willkürlich festgelegten Preis eines Versorgers zahlen. Keiner zwingt die UA russisches Gas zu kaufen.

Herr Thomas Ungläubig

27.02.2015, 12:08 Uhr

»Offenbar hat die Ukraine jetzt im letzten Moment noch 13 Millionen Euro überwiesen.«
… aus Schäubles schwarzer Kasse?

Herr Peter Noack

27.02.2015, 13:09 Uhr

Wie viel Gas kann man für 13 Millionen Euro kaufen?
Wenn 1000 m³ ca. 300 Euro kosten, sind eine Million m³ 300.000 Euro 40 Mio. m³ kosten dann 12 Mio. Euro. Das soll der Ukraine einen ganzen Monat reichen oder reicht es nur für einen Tag? siehe Zeile ... Jeder Ukrainer außer den Separatisten erhalt im Monat einen m³. Bloß gut, dass die Ukrainer mit Holz heizen, denn Kohle kommt ja auch nicht aus dem Donbass. Wer will auf dieser Welt von so einer Regierung beherrscht sein? Freiwillige vor!

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