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21.07.2015

11:13 Uhr

Gasfelder im Ostchinesischen Meer

Japan kritisiert Chinas Territorialansprüche

Japan fordert China auf, die einseitige Erschließung von Gasfeldern im Ostchinesischen Meer einzustellen. Die Regierung fürchtet, die Spannungen mit dem Nachbarn könnten zu „unbeabsichtigten Konsequenzen“ führen.

Das Verhältnis zwischen China und Japan ist angespannt. Das Bild zeigt den Empfang des chinesischen Staatsoberhauptes bei einem Besuch in Japan. dpa

Chinesischer Staatsbesuch in Japan

Das Verhältnis zwischen China und Japan ist angespannt. Das Bild zeigt den Empfang des chinesischen Staatsoberhauptes bei einem Besuch in Japan.

TokioJapan ist über das Auftreten Chinas im Ost- und Südchinesischen Meer besorgt. China müsse die einseitige Erschließung von Gasfeldern im Ostchinesischen Meer einstellen, fordert die Regierung in Tokio in ihrem am Dienstag veröffentlichten Weißbuch zur Verteidigung.

Chinas Maßnahmen zur Durchsetzung seiner Territorialansprüche, darunter auch Landgewinnung an umstrittenen Inseln, habe zu Spannungen mit seinen Nachbarn geführt und könne „unbeabsichtigte Konsequenzen“ zur Folge haben, zitierten japanische Medien aus dem Weißbuch. Zugleich heißt es darin aber auch, dass China daran interessiert sei, Zwischenfälle auf See zu vermeiden.

Vor diesem Hintergrund hatte Japans mächtiges Unterhaus kürzlich für eine umstrittene neue Militärdoktrin gestimmt. Erstmals seit Ende des zweiten Weltkriegs will Japan wieder Soldaten zu Kampfeinsätzen ins Ausland schicken. Dies bedeutet eine Neuinterpretation der pazifistischen Nachkriegsverfassung.

China im Streit mit den Nachbarn

Streitpunkt Aufrüstung

Chinas Aufrüstung wird von den Nachbarländern kritisch verfolgt. Peking streitet über Territorien im Ostchinesischen und Südchinesischen Meer. Zudem ist das Tauziehen um Nordkoreas Atomwaffenprogramm ein Dauerthema.

Quelle: dpa

Ostchinesisches Meer

Die chinesisch Diaoyu und japanisch Senkaku genannten Inseln 200 Kilometer nordöstlich von Taiwan sind nur unbewohnte Felsen. Angesichts großer Fischbestände und vermuteter Gas- und Ölvorkommen sind sie aber von strategischer Bedeutung. China macht alte Ansprüche auf das heute von Japan verwaltete Territorium geltend. Der Streit flammte 2012 neu auf, als Japans Regierung drei Inseln von privater Hand kaufte. In China gab es heftige japanfeindliche Proteste. Die Fronten sind verhärtet.

Südchinesisches Meer

China streitet mit Vietnam um die Paracel genannten 130 Korallen-Inseln südöstlich von Hainan. Außerdem ringt China mit seinen Nachbarn um die Spratly-Inseln genannten 200 Korallenriffe und Sandbänke, die ganz oder teilweise von Vietnam, Taiwan, den Philippinen, Malaysia und Brunei beansprucht werden. In dem Gebiet an wichtigen Schifffahrtswegen werden Öl- und Gasvorkommen vermutet. Die Philippinen haben 2013 den Seegerichtshof in Den Haag angerufen. Doch erkennt China das Verfahren nicht an.

Nordkorea

Trotz diplomatischer Isolation und Armut im Lande baut Nordkorea eine Atomstreitmacht auf, die als große Bedrohung angesehen wird. Nordkorea hat seit 2006 drei Atomtests durchgeführt. Nach US-Einschätzung ist Nordkorea heute prinzipiell in der Lage, einen Atomsprengkopf für eine Interkontinentalrakete zu bauen. Die Sechser-Gespräche über ein Ende des Atomprogramms mit Nordkorea, China, den USA, Russland, Südkorea und Japan sind seit 2009 eingefroren. Pjöngjang unterstellt den USA eine feindselige Politik.

China übte scharfe Kritik. Auch in Japan selbst lehnt eine Mehrheit der Bevölkerung laut Umfragen den Kurs des konservativen japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe ab. Viele fürchten, in internationale Konflikte gezogen zu werden.

Abes Umfragewerte sind zuletzt gesunken. Er sieht die neue Militärdoktrin als unvermeidliche Antwort auf die wachsende Militärmacht Chinas.

Von

dpa

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