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21.05.2014

13:55 Uhr

Gasstreit mit Putin

Barroso fordert Einhaltung der Gasverträge

Die EU erwartet von Russland, dass es weiterhin Gas in die Ukraine und nach Europa liefert. Sie reagiert damit auf Moskaus Warnung, künftig nur noch gegen Vorkasse Gas in die Ukraine zu liefern.

Bis zu 38 Millionen Kubikmeter pro Jahr

Mega-Gasdeal zwischen Russland und China

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BrüsselEU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso mahnt Russland, seine Gaslieferverträge mit der Europäischen Union und der Ukraine einzuhalten. In einem am Mittwoch in Brüssel veröffentlichten Brief Barrosos an Präsident Wladimir Putin heißt es, solange die Preisverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine unter Vermittlung der EU liefen, „sollte der Gasfluss nicht unterbrochen werden“. Die Ukraine wirft Russland vor, übertriebene Preisforderungen zu stellen. An diesem Montag ist ein weiteres Spitzengespräch zwischen EU, Ukraine und Russland geplant.

Russland beziffert die ukrainischen Gasschulden inzwischen auf 3,5 Milliarden US-Dollar (rund 2,6 Milliarden Euro). Der Gazprom-Konzern droht deswegen, vom 3. Juni an kein Gas mehr in die Ukraine zu pumpen. Dies könnte dann auch den Westen treffen, denn die vor dem Staatsbankrott stehende Ukraine ist wichtiges Transitland für russisches Gas.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Barroso schrieb, bei den jüngsten Dreiergesprächen in Warschau und Wien habe die Ukraine ihre „Bereitschaft zur Begleichung der unstrittigen Zahlungsrückstände erklärt“. „Es ist wichtig, dass alle Seiten sich in diesem Prozess konstruktiv verhalten und sich auch auf einen künftigen Preis einigen, der den Marktbedingungen entspricht“, schrieb Barroso. Barroso schrieb im Namen aller 28 EU-Regierungen, Russland habe sich verpflichtet, die Gaslieferungen während der Dreier-Verhandlungen nicht zu unterbrechen: „Ich erwarte, dass Russland diese Verpflichtung einhält.“ Putin hatte in einem Schreiben vom 14. Mai der EU vorgeworfen, nicht genug zur wirtschaftlichen Stützung der Ukraine zu tun. Zugleich warnte er, die Ukraine könne Gas, das für die EU bestimmt sei, abzapfen.

Laut Barroso erwartet die EU, dass Russland ein vereinbartes Frühwarnsystem für den Fall einer Störung der Gasversorgung „sehr rechtzeitig“ aktiviere. Die EU sei der Ansicht, dass die Bedingungen für Lieferung, Transit und Lagerung von Gas möglichst transparent sein sollten. Dies bedeute, dass Messstationen an der ukrainisch-russischen Grenze nötig seien, um die eingespeisten Mengen zu kennen. Die EU sei bereit, Daten über die aus der Ukraine in die EU kommenden Gasmengen zur Verfügung zu stellen. Sowohl die Ukraine als auch Russland sollten Daten über ankommende Mengen und deren Transit liefern können. Die EU hoffe, „dass alle Seiten verlässliche und verantwortungsbewusste Liefer- und Transitpartner bleiben werden“.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

21.05.2014, 15:45 Uhr

Starker Ansatz von Barroso: Lieferungsverpflichtung ohne Gegenleistung!

Da sieht man, wie der Junge tickt und wie er seine EU-Behörden geführt hat.

Account gelöscht!

21.05.2014, 20:51 Uhr

In ein paar Wochen bekommt die Marionette Barroso nicht mal mehr einen Termin für einen Empfang im Vorzimmer von Putin. Ich denke die ganze politische Führungsriege in der EU sollte sich Medikamentös behandeln lassen. Wie abgehoben und Größenwahnsing muss man sein, um solch eine dreiste Forderung zu stellen.
Was tun? Am Sonntag richtig wählen!!!

Account gelöscht!

23.05.2014, 09:11 Uhr

"Dies könnte dann auch den Westen treffen, denn die vor dem Staatsbankrott stehende Ukraine ist wichtiges Transitland für russisches Gas."

Dies könnte den Westen eben nicht einfach treffen, sondern das Gas für den Westen wird dann von der Kiewer-Regierung von US-Gnaden nicht nach Europa gelassen. Wenn Barroso nicht so ein Heuchler und US-Hampelmann wäre, müsste er also mindestens genauso Washington und Kiew auffordern vertragstreu zu sein und die Transfer-Verträge einzuhalten. Aber er vertritt offensichtlich nicht die Interessen Europas.

Es ist richtig, dass man das Gas entpolitisieren und sich mit der Ukraine auf einen marktadäquaten Preis einigen sollte - ohne Rabatt (der bei einer russlandfeindlichen Regierung den Russen nicht zugemutet werden kann) aber auch ohne Strafaufschlag. Also z.B. einen Preis, wie er mit Deutschland (abzüglich Transportkosten) besteht.

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