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19.11.2012

15:15 Uhr

Gauck und Amtskollegen

Europa muss zusammenstehen

Flammender Aufruf von drei Staatschefs alter und neuer EU-Länder: Die Europäer sollen nicht bangen und verzagen, man werde die tiefe Krise bewältigen. Gauck und seine Kollegen hoffen auf die jungen Europäer.

Bundespräsident Joachim Gauck (l.) mit Italiens Präsident Giorgio Napolitano (Mitte) und Polens Staatsoberhaupt Bronislaw Komoroski. AFP

Bundespräsident Joachim Gauck (l.) mit Italiens Präsident Giorgio Napolitano (Mitte) und Polens Staatsoberhaupt Bronislaw Komoroski.

NeapelBundespräsident Joachim Gauck und seine Kollegen aus Polen und Italien wenden sich mit einer „Botschaft der Ermutigung“ an ein vielfach verunsichertes und verzagtes Europa. „Wir werden die ernste wirtschaftliche und finanzielle Krise überwinden“, heißt es in einem „Aufruf von Neapel“, den Gauck sowie Bronislaw Komorowski und Giorgio Napolitano am Montag nach einem ersten Treffen in der kampanischen Hauptstadt veröffentlichten. Sie hoffen dabei vor allem auf Ideen und Engagement der jungen Europäer.

„Besinnen wir uns auf unsere Kreativität, auf unsere ökonomischen Fähigkeiten und auf unsere politische Kultur“, fordern die drei Staatschefs. Sie rufen zu solidarischem Handeln sowie dazu auf, „gegenseitigen Ressentiments und nationalistischen und engstirnigen Denkweisen“ entgegenzutreten. Nur wenn Europa zusammenstehe, werde es gelingen, die Herausforderungen der globalisierten Welt zu bestehen. „Wir dürfen nicht nachlassen in unseren Bemühungen, eine echte europäische Öffentlichkeit zu schaffen“, fügt der Aufruf an.

Zielgerichtete Investitionen, nachhaltiges Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen seien der beste Weg, „Wohlstand und Stabilität auf unserem Kontinent zu erhalten.“ Die Präsidenten verwiesen dabei auf den anstehenden EU-Gipfel, bei dem es um den EU-Finanzrahmen bis 2020 geht. Die Europäer sollten sich von der Kraft derer inspirieren lassen, die nach dem Zweiten Weltkrieg Europa aufgebaut und die 1989/90 Freiheit und Recht erkämpft hätten.

Europa müsse seiner Verantwortung gerecht werden und nach außen gemeinsam handeln, verlangen die Staatschefs alter und neuer Länder der EU. Europa sei von der Krise völlig vereinnahmt worden und habe deshalb im Nahen Osten keinen angemessenen Beitrag leisten können, sagte Napolitano mit Blick auf die Konflikte in Syrien und zwischen Palästinensern und Israelis. Wer etwas für den Frieden tun könne, der solle dies tun, rief Gauck zu einem Ende der Gewalt zwischen Israel und Palästinensern auf. Israel habe das Recht, sich zu verteidigen, bekräftigte er. Doch müssten jetzt alle verantwortungsvoll handeln.

Am frühen Abend wollten Gauck, Komorowski und Napolitano in Neapels Palazzo Reale noch gemeinsam mit Studenten diskutieren. Gauck will am Dienstag in Neapel außerdem an einer Gedenkveranstaltung für den polnischen Freiheitskämpfer Gustaw Herling teilnehmen. Der Autor und Journalist starb im Jahr 2000 in Neapel.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Vicario

19.11.2012, 15:33 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

blabla

19.11.2012, 16:04 Uhr

Was für hohle Phrasen. Die drei [...] Typen können noch nicht mal "Europa" und "EU" auseinanderhalten.
In einer globalisierten Welt sind es die unabhängigen, kleinen Staatsgebilde (mit eigener Währung), die flexibel genug sind, die Herausforderung der Globalisiserung zu begegnen. Eine Eu, die immer mehr zur starren Planwirtschaft und Zentralismus tendiert, verliert in dieser globalisierten Welt. Die greisen EU(ro)propagandisten gehören ins letzte Jahrhundert. Die drei sollten sich lieber für mehr Demokratie und Rechtsstaatlichkeit stark machen. Die EU hat Vertrauen und Glaubwürdigkeit duch Vertragsbrüche verloren.
Und mehr Investitionen: Gut, wer soll das finanzieren: die Masse Steuerzahler oder vielleicht die reichen Italiener, die über 174% des BIP verfügen? Napolitano soll lieber fordern, dass die Schattenwirtschaft in seinem Land abgeschafft wird, und er soll fordern, dass die Mafia zerschlagen wird und die Korruption der Politiker bekämpft wird. Stattdessen nur Sprechblasen, die Gauck ja aus seiner DDR-Zeit nur zu gut kennt, und mit ausgetauschten Text-Bausteinen EU(ro)-propaganda betreibt. Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

kraehendienst

19.11.2012, 16:51 Uhr

Die wollen doch nur ihr Lebenswerk, ihre Pfründe, ihre Positionen sichern. Letzten Mittwoch, 14.11.12 gab es gute Ansätze: in ganz Südeuropa, Belgien, GB, Irland und auch den Niederlanden demonstrierten tausende gegen das EU-Diktat. In Deutschland allerdings krochen alle in ihr Wohnzimmer und bloggten oder sonst was. Luschi-Republik!!!
WANN ENDLICH marschiert das Volk auf Berlin und Brüssel zu!

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