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20.11.2012

02:02 Uhr

Gaza-Konflikt

Bomben fallen auch in der Nacht

Guido Westerwelle will in Nahost zwischen Israel und den Palästinensern vermitteln. Doch die Gewalt findet kein Ende: Kampfflugzeuge bombardierten auch in der Nacht Gebäude in Gaza-Stadt.

Kein Ende der Gewalt in Sicht: Israelische Soldaten stießen auch heute wieder mit Palästinensern zusammen. dpa

Kein Ende der Gewalt in Sicht: Israelische Soldaten stießen auch heute wieder mit Palästinensern zusammen.

Gaza/Tel AvivAllen diplomatischen Bemühungen zum Trotz bekriegen sich Israel und die radikal-islamische Hamas weiter mit Luftangriffen und Raketen. Die israelischen Streitkräfte haben ihre Angriffe auf Ziele im Gazastreifen auch in der Nacht zum Dienstag fortgesetzt. Wie die palästinensische Nachrichtenagentur Maan meldete, bombardierten Kampfflugzeuge das Gebäude einer Bank in Gaza-Stadt, über die die in dem Palästinensergebiet herrschende radikalislamische Hamas ihre Gehaltszahlungen abwickelt. Mehrere Verletzte seien anschließend in Krankenhäuser gebracht worden. Auch ein Regierungsgebäude und das Haus eines Milizenführers seien angegriffen worden, hieß es. Angriffe wurden auch aus Chan Junis im Süden des Gazastreifens gemeldet. Hier sei ein Wohngebiet beschossen worden. Die israelische Armee habe die Bewohner Gazas davor gewarnt, ihre Häuser zu verlassen.

Am Abend landete UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in Ägypten, Bundesaußenminister Guido Westerwelle traf in Israel ein - beide wollen sich für ein Ende der Gewalt einsetzen.

Seit Beginn des blutigen Schlagabtauschs am vergangenen Mittwoch wurden nach Angaben des Hamas-Gesundheitsministeriums etwa hundert Palästinenser getötet und mehr als 800 verletzt, darunter viele Kinder. Auch drei Israelis starben. Die Kassam-Brigaden, der militärische Arm der Hamas, gaben Maan zufolge an, allein am Montag mehr als 100 Raketen und Granaten auf israelisches Gebiet abgefeuert zu haben. Nach Berichten der israelischen Nachrichtenwebsite Ynet wurden insgesamt 135 Geschosse abgefeuert, von denen 67 auf israelischem Gebiet eingeschlagen seien. 42 weitere seien abgefangen und in der Luft zerstört worden.

Westerwelle (FDP) hat im Gaza-Konflikt von allen Seiten weitere Anstrengungen für einen Waffenstillstand verlangt. „Es ist von allergrößter Bedeutung, dass wir für eine Deeskalation und Frieden arbeiten“, sagte Westerwelle am Montagabend in Tel Aviv. „Wir müssen darüber reden, wie wir zu einem Waffenstillstand kommen. Das ist der Schlüssel zu allem.“

Westerwelle kam noch am Abend mit dem israelischen Außenminister Avigdor Lieberman zusammen. Lieberman sagte, er hoffe, die westliche Welt habe Verständnis für Israels Wunsch, in Sicherheit zu leben. Am Dienstag stehen Gespräche mit Staatspräsident Schimon Peres, Premier Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas an. Kurz vor dem Abflug in die Krisenregion hatte Westerwelle ein Ende der Raketenangriffe auf Israel als „wichtigste Voraussetzung für einen Waffenstillstand“ bezeichnet.

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Mittlerweile sind bei der Auseinandersetzung schon mehr als 80 Zivilisten getötet worden.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) appellierte an Israelis und Palästinenser, „jetzt schnellstmöglich einen vollständigen Waffenstillstand zu erreichen“. Auch die Außenminister der Europäischen Union forderten bei ihrem Treffen in Brüssel einen raschen Waffenstillstand.

Der Vorsitzende des Politbüros der Hamas, Chaled Maschaal, sagte bei einer von arabischen Fernsehsendern übertragenen Pressekonferenz in der ägyptischen Hauptstadt Kairo, es sei nicht die Hamas, die nach einem Waffenstillstand rufe, sondern Israel. Das Land müsse den Krieg beenden, den es selbst begonnen habe. Zugleich betonte er: „Wir wollen keine Eskalation.“

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