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12.06.2015

13:22 Uhr

Gaza-Krieg

Israel stellt Untersuchung wegen Tötung von Kindern ein

Ihr Tod hatte einen weltweiten Aufschrei zur Folge: Während des Gaza-Krieges 2014 wurden vier palästinensische Kinder bei einem israelischen Angriff getötet. Nun werden die Ermittlungen eingestellt.

Israel hat die Untersuchung zum Tod von vier palästinensischen Kindern am Gaza-Strand eingestellt. dpa

Gaza-Krieg

Israel hat die Untersuchung zum Tod von vier palästinensischen Kindern am Gaza-Strand eingestellt.

Tel AvivEin israelischer Angriff auf vier palästinensische Kinder während des Gaza-Krieges hat für die Soldaten keine strafrechtlichen Konsequenzen. Der israelische Generalmilitärstaatsanwalt Danny Efroni hat den Fall nach einer strafrechtlichen Untersuchung für abgeschlossen erklärt.

Die Kinder hatten im Juli 2014 am Strand in Gaza Fußball gespielt. Die israelische Armee bombardierte den Küstenstreifen. Vier Jungen wurden dabei getötet, weitere Kinder verletzt. Der Angriff sorgte weltweit für Entsetzen.

Armeesprecher Peter Lerner veröffentlichte in der Nacht zum Freitag auf seiner Facebook-Seite eine lange Erklärung. Die Untersuchung habe ergeben, dass die Kinder auf einem Gebiet gespielt hätten, das den Marinekräften der radikal-islamischen Hamas gehörte.

Chronik des Gaza-Konflikts (11.8.)

Erste Woche

8./9. Juli 2014: Nach massivem Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen fliegen israelische Kampfflugzeuge Dutzende Angriffe.

10./11. Juli: Militante Palästinensergruppen nehmen erstmals den internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv ins Visier.

15. Juli: Israel akzeptiert eine von Ägypten vorgeschlagene Feuerpause. Die Hamas lehnt ab.

Zweite Woche

17. Juli: Nach einer mehrstündigen Waffenruhe beginnt Israel eine Bodenoffensive, um die Infrastruktur der Hamas zu zerschlagen und deren Tunnel im Grenzgebiet zu zerstören.

21. Juli: Um zu vermitteln, treffen US-Außenminister John Kerry und Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon in Kairo ein.

23. Juli: Viele Fluggesellschaften stellen Flüge zum Ben-Gurion-Flughafen wegen des Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen vorübergehend ein.

Dritte Woche

26./27. Juli: Eine zwölfstündige Waffenruhe tritt in Kraft. Eine Verlängerung lehnt die Hamas ab, die Angriffe gehen weiter.

30. Juli: Nach dem Beschuss einer UN-Schule im Gazastreifen mit 20 Toten hagelt es Kritik an Israel.

31. Juli: Uno-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay wirft Israel und der Hamas die Verletzung des humanitären Völkerrechts vor.

1. August: Eine Waffenruhe hält nur wenige Stunden. Israel beschuldigt die Hamas, einen Soldaten verschleppt zu haben. Für die Suche nach ihm weitet Israel seine Offensive aus.

3. August: Die Armee erklärt den gesuchten Soldaten für tot. Er sei bei Kämpfen ums Leben gekommen. Beim Beschuss einer Uno-Schule sterben nach palästinensischen Angaben mindestens zehn Menschen. Israel beginnt mit dem Abzug seiner Bodentruppen aus dem Gazastreifen.

Vierte Woche

4. August: Ein Anschlag in Jerusalem überschattet eine von Israel erklärte Feuerpause: Ein palästinensischer Baggerfahrer rammt einen Bus. Ein Passant stirbt, der Attentäter wird erschossen.

5. August: Mit Beginn einer dreitägigen Waffenruhe zieht Israel alle Bodentruppen aus dem Gazastreifen ab. Israelis und Palästinenser beginnen in Kairo Verhandlungen über eine dauerhafte Waffenruhe.

8. August: Nach Ablauf der Waffenruhe feuern militante Palästinenser wieder Raketen Richtung Israel, das mit Luftangriffen reagiert.

10. August: Eine weitere dreitägige Feuerpause tritt in Kraft.

Es sei durch einen Zaun vom restlichen Strand abgetrennt gewesen. Kurz vor dem Vorfall habe es Hinweise gegeben, dass sich Hamas-Kämpfer auf dem Gelände treffen sollten, schrieb Lerner. Die Luftaufklärung habe die Personen nicht als Kinder identifiziert, sondern für Hamas-Kämpfer gehalten. Der Angriff habe keinem Zivilisten schaden sollen.

In drei anderen Fällen ordnete Efroni eine strafrechtliche Untersuchung an. Unter anderem geht es um den Tod von neun Palästinensern bei einem Angriff auf ein Café an der südlichen Gaza-Küste am 9. Juli 2014. Wegen Plünderungen während eines anderen Vorfalls sei Anklage erhoben worden.

Insgesamt waren dem Generalmilitärstaatsanwalt etwa 190 Beschwerden vorgelegt worden, unter anderem wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen. Israel und militante Palästinenser hatten im Sommer 2014 einen 50-tägigen Gaza-Krieg geführt. Dabei wurden mehr als 2200 Palästinenser getötet oder starben später an ihren Verletzungen. Auf israelischer Seite starben mehr als 70 Menschen. Sowohl Israel als auch der Hamas werden von Menschenrechtsorganisationen in dem Konflikt Kriegsverbrechen vorgeworfen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Teito Klein

12.06.2015, 14:51 Uhr

Untersuchung eingestellt
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Vier palästinensische Jugend haben am Strand Fußball gespielt, sie wurden bombardiert.
Die Luftaufklärung habe die Personen nicht als Kinder identifiziert, sondern für Hamas-Kämpfer gehalten.

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