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12.08.2014

11:32 Uhr

Gaza-Verhandlungen

Hamas lehnt Verlängerung der Feuerpause ab

Ab Mittwochnacht könnten wieder die Waffen sprechen: Die Hamas lehnt eine Verlängerung der dreitätigen Feuerpause im Gaza-Krieg ab. Doch noch gibt es Gespräche unter Vermittlung Ägyptens.

Hamas-Funktionär Mussa Abu Marsuk (M.) am Rande der Gespräche in Kairo: Die Hamas lehnt eine weitere Verlängerung der Feuerpause ab. AFP

Hamas-Funktionär Mussa Abu Marsuk (M.) am Rande der Gespräche in Kairo: Die Hamas lehnt eine weitere Verlängerung der Feuerpause ab.

Gaza/Tel AvivBei den Verhandlungen über ein Ende des Gaza-Kriegs ist nach Angaben beider Konfliktparteien kein Durchbruch in Sicht. „Die Gräben zwischen den Seiten sind tief und es gibt keinen Fortschritt bei den Verhandlungen“, sagte ein israelischer Regierungsvertreter am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Palästinenser mit Kenntnissen des Verhandlungsstands sagte, bislang seien keine deutlichen Fortschritte erzielt worden.

Im Laufe des Tages sollten in Kairo erneut Vertreter Israels und der Palästinenser zu Gesprächen zusammenkommen. Unterdessen hielten sich beide Seiten weiter an die seit Sonntagabend geltende 72-stündige Waffenruhe. Die Feuerpause endet am späten Mittwochabend um 23.00 Uhr (MESZ).

Der Palästinenservertreter nannte die kommenden Stunden entscheidend: „In 24 Stunden werden wir sehen, ob wir eine Einigung haben.“ Eine Verlängerung der Feuerpause über Mittwoch hinaus lehnt die Hamas ab. Dies teilte Mussa Abu Marsuk, Chefunterhändler der Hamas in der palästinensischen Delegation bei den Waffenruhe-Gesprächen in Kairo, am Dienstag mit.

Chronik des Gaza-Konflikts (11.8.)

Erste Woche

8./9. Juli 2014: Nach massivem Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen fliegen israelische Kampfflugzeuge Dutzende Angriffe.

10./11. Juli: Militante Palästinensergruppen nehmen erstmals den internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv ins Visier.

15. Juli: Israel akzeptiert eine von Ägypten vorgeschlagene Feuerpause. Die Hamas lehnt ab.

Zweite Woche

17. Juli: Nach einer mehrstündigen Waffenruhe beginnt Israel eine Bodenoffensive, um die Infrastruktur der Hamas zu zerschlagen und deren Tunnel im Grenzgebiet zu zerstören.

21. Juli: Um zu vermitteln, treffen US-Außenminister John Kerry und Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon in Kairo ein.

23. Juli: Viele Fluggesellschaften stellen Flüge zum Ben-Gurion-Flughafen wegen des Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen vorübergehend ein.

Dritte Woche

26./27. Juli: Eine zwölfstündige Waffenruhe tritt in Kraft. Eine Verlängerung lehnt die Hamas ab, die Angriffe gehen weiter.

30. Juli: Nach dem Beschuss einer UN-Schule im Gazastreifen mit 20 Toten hagelt es Kritik an Israel.

31. Juli: Uno-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay wirft Israel und der Hamas die Verletzung des humanitären Völkerrechts vor.

1. August: Eine Waffenruhe hält nur wenige Stunden. Israel beschuldigt die Hamas, einen Soldaten verschleppt zu haben. Für die Suche nach ihm weitet Israel seine Offensive aus.

3. August: Die Armee erklärt den gesuchten Soldaten für tot. Er sei bei Kämpfen ums Leben gekommen. Beim Beschuss einer Uno-Schule sterben nach palästinensischen Angaben mindestens zehn Menschen. Israel beginnt mit dem Abzug seiner Bodentruppen aus dem Gazastreifen.

Vierte Woche

4. August: Ein Anschlag in Jerusalem überschattet eine von Israel erklärte Feuerpause: Ein palästinensischer Baggerfahrer rammt einen Bus. Ein Passant stirbt, der Attentäter wird erschossen.

5. August: Mit Beginn einer dreitägigen Waffenruhe zieht Israel alle Bodentruppen aus dem Gazastreifen ab. Israelis und Palästinenser beginnen in Kairo Verhandlungen über eine dauerhafte Waffenruhe.

8. August: Nach Ablauf der Waffenruhe feuern militante Palästinenser wieder Raketen Richtung Israel, das mit Luftangriffen reagiert.

10. August: Eine weitere dreitägige Feuerpause tritt in Kraft.

Abu Marsuk sprach auf seiner Facebook-Seite von „schwierigen Verhandlungen“ mit Israel. Während die erste Runde in der vergangenen Woche ergebnislos zu Ende gegangen sei, gebe es nun aber ernsthafte Gespräche. „Dies ist die zweite und letzte Feuerpause“, betonte der Hamas-Funktionär. Die palästinensische Delegation müsse die Hoffnungen ihres Volkes erfüllen, erklärte er.

Die Konfliktparteien sprechen nicht direkt miteinander, sondern über ägyptische Vermittler. Israel lehnt direkte Verhandlungen mit Hamas ab, weil die Extremistenorganisation als wichtigstes Ziel die Vernichtung des jüdischen Staates verfolgt.

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